Ukraine-Hilfe in NRW: Wie Flüchtenden nun geholfen werden kann

Stand: 01.03.2022, 17:40 Uhr

Welche Spenden-Aktionen gibt es für die Ukraine? Wie lässt sich den Geflüchteten in NRW helfen? Und wie ist ihr Aufenthalt eigentlich rechtlich geregelt? Ein Überblick.

NRW bereitet sich auf Flüchtende aus der Ukraine vor. Wie viele es sein werden, ist noch völlig unklar. Gleichzeitig werden Spenden gesammelt für Menschen in der Ukraine - und jene auf der Flucht. Wie kann man in NRW jetzt helfen? Und wie ist überhaupt die rechtliche Situation für die Geflüchteten aus der Ukraine?

Wie ist die rechtliche Situation für Ukraine-Flüchtlinge?

Natürlich hat jede und jeder das Recht, einen Asyl-Antrag zu stellen. Das ist für Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit aber erst mal gar nicht nötig. Denn schon jetzt gilt: Sie können sich ohne Visum 90 Tage lang in EU-Ländern aufhalten - mit Verlängerung auch 180. In welches Land sie gehen, bleibt ihnen überlassen. Die Flüchtlinge können sich also frei bewegen.

Künftig soll auch für einen längeren Aufenthalt kein Asylantrag mehr nötig sein: Die EU-Innenminister verständigten sich am Sonntag darauf, erstmals eine Richtlinie umzusetzen, die infolge der Kriege im ehemaligen Jugoslawien erarbeitet worden war. Demnach können Flüchtlinge aus der Ukraine in der Europäischen Union ohne Asyl-Verfahren vorübergehenden Schutz für bis zu drei Jahre erhalten.

Wie bereitet sich das Land NRW auf die Flüchtlinge vor?

"Wir bereiten uns im engen Austausch mit dem Bundesinnenministerium und den Kommunen auf eine geordnete Aufnahme vor", sagte NRW-Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) dem WDR. "Die meisten Geflüchteten wollen in Osteuropa bleiben. Es gibt aber auch familiäre und freundschaftliche Beziehungen nach Nordrhein-Westfalen." In NRW leben etwa 30.000 Menschen mit ukrainischer Staatsbürgerschaft.

Sein Ministerium hat nach eigener Auskunft bereits "konkrete Planungen zur Unterbringung der geflohenen Ukrainer aufgenommen". Das Land NRW verfüge selbst über 33 Landesunterkünfte - derzeit seien dort etwa freie 4.000 Plätze verfügbar. "Die Unterbringungskapazitäten können bei Bedarf kurzfristig erhöht werden."

Wie bereiten sich die Städte in NRW auf Geflüchtete vor?

Die Hilfsbereitschaft der Kommunen sei enorm, so der Städtetag NRW. Viele Städte seien nun damit beschäftigt, wie sie Flüchtlinge unterbringen und versorgen können. Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster und Präsident des Deutschen Städtetags, sagte dem WDR am Dienstagmorgen, die Städte hätten eine ganze Reihe von "Puffern" vorbereitet. Anders als noch bei der Flüchtlings-Krise 2015 hätten sie Unterbringungsmöglichkeiten bewusst freigehalten, damit schnell auf eine neue Lage reagiert werden kann. Wie viele Geflüchtete nach NRW kommen werden, das wisse man aber nicht, sagte Lewe weiter.

Manche Städte nannten bereits genaue Zahlen, wie viele Ukraine-Flüchtlinge sie kurzfristig aufnehmen können. Der Bürgermeister der Stadt Herne sprach am Montag von 400, die Gemeinde Rommerskirchen im Rhein-Kreis Neuss nannte die Zahl 50.

Konkrete Zahlen, wie viele Geflüchtete schon da sind, gibt es aber kaum. In Wuppertal sollen bereits 20 angekommen sein, weitere 80 werden erwartet. In Düren werden 50 Flüchtlinge aus der Ukraine für Dienstag erwartet.

Wie kann man selbst Flüchtlingen in NRW helfen?

Wer Flüchtlingen helfen und zum Beispiel eine Unterkunft anbieten will, der findet oftmals bei seiner Kommune den richtigen Ansprechpartner. Nach Angaben des Städtetags NRW beginnen viele Kommunen nun, die Hilfsangebote zu koordinieren. Manchmal gibt es zentrale E-Mail-Adressen, an die man sich wenden kann - zum Beispiel in Düsseldorf die Adresse ukraine-hilfe@duesseldorf.de.

Es gibt aber auch Initiativen wie die Website www.elinor.network/gastfreundschaft-ukraine, wo man Unterkünfte melden kann. Deutschlandweit haben dort nach eigener Auskunft schon zehntausende Menschen Übernachtungsmöglichkeiten angeboten. Hinter der Initiative stecken das Unternehmen elinor, die GLS Bank, die Öko-Suchmaschine Ecosia und die Spendenplattform betterplace.org.

An wen kann man Geld spenden, um zu helfen?

Spenden-Aktionen für die Ukraine gibt es viele. Wer Geld spenden möchte, kann das zum Beispiel auf das Gemeinschaftskonto von "Bündnis Entwicklung Hilft" und "Aktion Deutschland Hilft". Dahinter stecken zahlreiche bekannte Organisationen.

Konto: DE53 200 400 600 200 400 600
Stichwort: ARD / Nothilfe Ukraine

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