Für Ukrainer in Deutschland: Geld fürs Wohnen - wer zahlt und wie komme ich an das Geld?

Stand: 05.04.2022, 17:00 Uhr

Wir beantworten Fragen für Ankommende und Helfende - auf Ukrainisch und Deutsch. Hier: Geld fürs Wohnen - wer zahlt und wie komme ich an das Geld?

Leere Mietwohnung

Wer aus der Ukraine nach Deutschland kommt, benötigt eine Bleibe. Erstaufnahmeeinrichtungen oder Ankunftszentren sind für viele erste Anlaufstellen. Doch für gegebenfalls längere Zeit will dort niemand leben.

Kann ich eine eigene Wohnung mieten?

Ja, selbstverständlich. Sie müssen nicht in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnen. Auf Wohnungssuche können Sie sich begeben, sobald Sie eine Aufenthaltserlaubnis haben. Dafür müssen Sie sich und gegebenenfalls Ihre Angehörigen als Flüchtlinge registrieren lassen. Das ist beispielsweise möglich

  • in einer Erstaufnahmeeinrichtung
  • in einem Ankunftszentrum
  • in einer Ausländerbehörde.

Was, wenn ich kein Geld für die Miete habe?

Wer kein eigenes Einkommen oder Vermögen für die Miete hat, kann sich vom deutschen Staat unterstützen lassen. Dafür müssen Sie sich an das Sozialamt in der Kommune wenden, in der Sie derzeit leben.

Auf Wohnungssuche: Ein roter Stift auf Vermietungsanzeigen

Das Sozialamt kommt für Mietkosten jedoch nur bis zu einer bestimmten Höhe auf. Zudem müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Erkundigen Sie sich daher unbedingt vor der Wohnungssuche beim Sozialamt danach, wie hoch die Miete sein darf und was sonst noch zu beachten ist. Jede Stadt hat hier andere Regeln. Oft gibt es beispielsweise keinen Zuschuss bei befristeten Mietangeboten oder Mietangeboten mit Staffelmiete.

Kann ich wohnen, in welchem Bundesland ich will?

Alle, die aus der Ukraine in Deutschland ankommen, werden seit dem 16. März 2022 einem Bundesland zugeteilt. Darum kümmern sich Verantwortliche des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Davon ausgenommen sind nach Angaben der Organisation ProAsyl Menschen, die nach ihrer Ankunft privat etwa bei Freunden oder Angehörigen unterkommen.

Die meisten Menschen aus der Ukraine bekommen also zunächst vorgeschrieben, wo in Deutschland sie wohnen. Diese sogenannte Wohnsitzauflage wird aufgehoben, sobald

  • eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
  • eine Berufsausbildung oder
  • ein Studium

aufgenommen werden. "In diesen Fällen können Betroffene dann in eine andere Stadt umziehen", heißt es seitens der Organisation ProAsyl.

Wie gehe ich bei der Wohnungssuche am besten vor?

In einigen Städten helfen Ihnen Organisationen bei der Wohnungssuche. Das können beispielsweise Nachbarschaftstreffs oder Vereine sein. Eine Stelle für Migrationsberatung in der Stadt, in der Sie sich aufhalten, hat gegebenenfalls Anschriften von Treffs und Vereinen. Bitten Sie auch Freunde umd Bekannte um Hilfe. Fragen Sie, ob sie jemanden kennen, der eine Wohnung vermietet oder einen Nachmieter sucht.

Bei der Suche brauchen Sie ein bisschen Geduld - und eine Portion Glück: Es ist nicht leicht, eine Wohnung zu bezahlbaren Preisen zu finden. Vor allem nicht in Großstädten.

Wie kann ich mich bei der Wohnungssuche vor Betrügern schützen?

Seien Sie bei der Wohnungssuche vorsichtig. Denn es gibt Betrüger, die versuchen, die Wohnungsnot auszunutzen. Seien Sie misstrauisch, wenn die Wohnung

  • viel zu günstig ist (sie könnte etwa versteckte Mängel haben)
  • Sie vorab Geld online überweisen sollen
  • die Kaution direkt bei der Besichtigung in bar zu zahlen ist.

Zahlen Sie unter keinen Umständen Geld vor der Unterzeichnung eines Mietvertrags.

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