Nach UEFA-Entscheidung: NRW lässt die Regenbogen leuchten

Nach UEFA-Entscheidung: NRW lässt die Regenbogen leuchten

Die UEFA-Entscheidung, das Münchener EM-Stadion nicht bunt anleuchten zu lassen, wollen Fans in NRW nicht einfach hinnehmen. Ihr Protest ist breit, kreativ - und ziemlich bunt.

Das Münchener Stadion darf beim EM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn heute Abend (Mittwoch, 21 Uhr) nicht in Regenbogen-Farben beleuchtet werden - so hat es die UEFA entschieden. Applaus dafür gibt es nur wenig, umso schärfer ist der Protest von Fans und Vereinen.

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Die Freunde des Fußballs wollen es aber nicht bei Worten belassen und dafür sorgen, dass der Spieltag heute trotzdem schön bunt wird. Motto: Wenn München schon nicht leuchten darf, dann soll es NRW tun.

In Köln das Stadion, in Dortmund das U

Nicht ganz NRW, natürlich. An öffentlichen Gebäuden soll es keine Beleuchtung geben. Aber einige Stadien sollen regenbogen-bunt angestrahlt werden. In Köln und Düsseldorf waren die Organisatoren besonders schnell dabei. Stephan Keller, Oberbürgermeister von Düsseldorf, wo in drei Jahren die EM ausgetragen wird, sagte: "Düsseldorf steht für eine weltoffene und tolgerante Gesellschaft". Deswegen werde dort wie in Köln "vom Rhein aus ein sichtbares Zeichen für Respeket, Toleranz und Friede gesetzt".

NRW lässt Regenbogen leuchten

Das Münchener EM-Stadion durfte nicht in Regenbogenfarben beleuchtet werden. Trotzdem gab es beim Spiel gegen Ungarn zahlreiche Solidaritätsbekundungen mit der LGBTQ-Bewegung: Überall in NRW leuchteten die Farben des Regenbogens - eine Auswahl.

Das Dortmunder Opernhaus erstrahlt in Regenbogenfarben

Das Dortmunder Opernhaus erstrahlte in den Farben des Regenbogens.

Das Dortmunder Opernhaus erstrahlte in den Farben des Regenbogens.

Auch der Dortmunder U-Turm war bunt beleuchtet. Regisseur Adolf Winkelmann, der das U immer wieder für seine Videoinstallationen nutzt, sagte dem WDR: "Der U-Turm lässt sich nichts vorschreiben. Ich spiele die Regenbogenflagge morgen gegen Homophobie und für die Freiheit sexueller Orientierung."

Nicht weit vom U-Turm entfernt leuchtete auch der Florianturm.

Auch das Deutsche Fußballmuseum, ebenfalls in Dortmund, wurde von einer Regenbogenfahne geschmückt.

In Köln war es ebenfalls bunt, hier am RheinEnergieStadion.

In Düsseldorf erstrahlte die Merkur Spiel-Arena während des Fußballspiels.

In Köln wird zudem das Rathaus entsprechend beflaggt, die KVB-Linie 9 fährt schon seit Längerem mit Regenbogenfahne. Auch in Bonn wehte vor dem Rathaus die Flagge.

Duisburg, Bochum und Aachen ziehen nach

Die Duisburger zogen nach, lassen neben dem Stadtwerketurm das MSV-Stadion leuchten. Auch der Aachener Tivoli soll bunt strahlen. Bochum beleuchtet einen kleinen Teil des Stadions, außerdem wird der Oberbürgermeister selbst die Regenbogen-Flagge vor dem Rathaus hissen.

Das Dortmunder U bei Nacht

Das Dortmunder U bei Nacht

Die Bielefelder und Dortmunder dagegen wollen nicht mitmachen, Begründung: technische Probleme. Dafür werden die beiden Dortmunder Wahrzeichen, der Florian und das U, in Farbe getaucht. Regisseur Adolf Winkelmann, der das U immer wieder für seine Videoinstallationen nutzt, sagte dem WDR: "Der U-Turm lässt sich nichts vorschreiben. Ich spiele die Regenbogenflagge morgen gegen Homophobie und für die Freiheit sexueller Orientierung."

Regenbogen auf Flaggen und der Brust

Das Brandenburger Tor mit Regenbogen-Beleuchtung

Die Berliner wollen das Brandenburger Tor beleuchten

Auf Stoff statt Licht setzen die Krefelder, die Flaggen vor dem Rathaus aufziehen wollen. Regenbogen-Fahnen gibt es auch in Paderborn vorm Stadion und dem Trainingsgelände, dazu sind sie auch in den sozialen Netzwerken zu sehen.

Erstrahlt das Münchner Stadion doch?

Möglicherweise wird es auch in München bunt, trotz UEFA-Verbots: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat schon beschlossen, das Windrad gegenüber anstrahlen zu lassen. Auf Twitter kursiert auch die Idee, im Stadion mit Regenbogen-T-Shirts zu erscheinen. Und der User Rayk Anders fragt sich ganz offen, was eigentlich passiert, wenn München den Regenbogen trotzdem anschaltet:

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Eine Idee, die Münchens OB Reiter begeistert. "Mir als altem Revoluzzer würde das sehr gut gefallen."

Orban appelliert: Verbot akzeptieren - keine staatliche Entscheidung

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban appellierte am Mittwoch an die deutsche Politik, das UEFA-Verbot zu akzeptieren. "Ob das Münchner Fußballstadion oder ein anderes europäisches Stadion in Regenbogenfarben leuchtet, ist keine staatliche Entscheidung", sagte Orban, der das Spiel nicht besuchen wird.

Derweil kündigte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen an, wegen des umstrittenen Gesetzes zur Einschränkung von Informationen über Homosexualität gegen Ungarn vorgehen zu wollen. Das ungarische Gesetz sei eine Schande, sagte von der Leyen in Brüssel.

UEFA ändert ihr eigenes Logo

Die UEFA twitterte am Mittwochmittag eine Stellungnahme, in der sie ihr Organisationslogo mit Regenbogenfarben zeigte. Darin hieß es, die Organisation sei stolz, diese Farben zu tragen, betonte aber, sie sehe diese nicht als "politisches Symbol". Das Statement wurde mit viel Spott und Häme kommentiert.

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Stand: 23.06.2021, 18:49

Kommentare zum Thema

87 Kommentare

  • 87 DER UNBEKANNTE 24.06.2021, 12:20 Uhr

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  • 86 Volker Schatten 23.06.2021, 21:59 Uhr

    Ich finde es gut, die Regenbogenfarben zu zeigen und gegen eine unzeitgemäße Diskriminierung vorzugehen!!! Aber eine Frage an Herrn Neuer und alle anderen die hier für Offenheit eintreten: warum traut sich immer noch kein Bundesliga Profi, sich zu outen? Gibt es wirklich keine homosexuellen Fußballer in Deutschland? Bitte Kritik nicht nur nach außen senden, wo es nicht weh tut!!!!!

  • 85 Loebach Reimund 23.06.2021, 19:41 Uhr

    Das Regenbogenfarbverbot der UEFA. Was für eine grosse Feigheit und Heuchelei. Wenn es um Profit geht hört jede Moral auf

  • 84 DER UNBEKANNTE 23.06.2021, 19:14 Uhr

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  • 83 Anonym 23.06.2021, 18:54 Uhr

    Ich finde das mit den Regenbogenfarben absolut scheinheilig. Solange "schwule" Fußballer sich verstecken und verstellen müssen.

  • 82 Hermann-Josef Deitermann 23.06.2021, 18:47 Uhr

    Im WDR gab es heute ein Interwie zu diesem Thema. Ich folge der Ansicht des Interviewten, dass man sich mit der Rechtslage in Ungarn zunächst sachlich auseinandersetzen sollte. Auch die Aussagen Ihres Korrespondenten in Ungarn helfen hier nicht weiter. Bitte veröffentlichen Sie doch den Gesetztext zu den von Ihnen behaupteten Einschränkungen. Nach meiner Wahrnehmung vermitteln Sie keine Informationen sondern politische Meinungen und jeder der eine anderer Auffassungen vertritt, hat etwas gegen Minderheiten oder ist Antisemit oder hat Problme mit der Rechtschreibung.

  • 81 Peter 23.06.2021, 18:24 Uhr

    Hört doch endlich auf mit den Regenbogenfarben und Spielt einfach nur Fußball. Danke

    Antworten (1)
    • Geht doch nix an 24.06.2021, 03:47 Uhr

      Was ist dein Problem stehst du nicht zu den Leuten oder wie ich will dich sehen wie du von mehren Menschen in deinem Leben fertig gemacht wirst Weil du vielleicht schwul oder so bist es ist nicht schön runter gemacht zu werden wegen so was wir als die Flagge 🏳️‍🌈 sind stolz drauf und danken jeden einzeln da draußen das sie ein Zeichen setzten den wir sind nicht alleine Fußball hat auch was mit Respekt zu tun und ich finde jeder sollte vor jedem Respekt haben… Schade das es in manschen Ländern grade auch in Deutschland sowas vorkommen muss man muss andere zeigen das so was nicht schlimm ist nur weil sie es nicht kennen aber hey wie wurden nicht geboren um zu leiden jeder darf leben wie er es will.. wen dich die Regenbogen Farben stören dann mach den TV aus und geh ins grüne oder guck kein Fußball!!!!

  • 80 Gerhard Göddecke 23.06.2021, 17:53 Uhr

    Hoffentlich begreift der letzte homophone Honk in diesem Land, daß für seine/ihre Vorurteile in einer liberalen, aufgeklärten Gesellschaft kein Platz mehr ist. Wer allerdings mit seinen sexuellen Identitäten mit dem Kopf durch die Wand will, darf sich nicht wundern, dass er mit Beulen am Kopf sich wiederfindet. Wenn es im Fussball nicht möglich ist sich als Schwuler oder Lesbe zu outen, dann sollte der Fussball in Deutschland den Saustall im eigenen Haus erst mal aufräumen. Alle, denen der Fussball scheissegal ist, fühlen sich nämlich so langsam richtig belästigt. Wie jeder seine Sexualität auslebt ist allein seine Sache. Wenn es mit Recht und Gesetz im Einklang ist. Und es werden keine Tiere benutzt. Muss man ja in Zukunft auch mit rechnen. Denn die Hirnis in Deutschland vermehren sich ja rasant.

    Antworten (1)
    • Jamiro 23.06.2021, 20:11 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 79 DO-KM 23.06.2021, 17:19 Uhr

    Bitte nicht den 1. und 2. Schöpfungsbericht in der Genesis beliebig miteinander kombinieren!

  • 78 Jemand 23.06.2021, 17:00 Uhr

    Werden hier Kommentare von normalen Leuten zensiert

  • 77 Jamiro 23.06.2021, 16:58 Uhr

    lGBTQ+ muss mit ihren Hetrophoben sexistischen und Männer feindlichen Verhalten jetzt auch noch die EM kaputt machen traurig das ein Sender hinter Männer Hass und Intoleranz der Lgbtq+ Steht

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