Brand im Berliner Grunewald: Gibt es Sprengplätze in NRW?

Aktuelle Stunde 05.08.2022 42:19 Min. UT Verfügbar bis 12.08.2022 WDR Von Nils Rode

Zurückgelassene Munition auf ehemaligen Truppenübungsplätzen in NRW

Schrott-Munition: Die vergessene Gefahr im Boden

Stand: 05.08.2022, 17:09 Uhr

Im Grunewald in Berlin kämpft die Feuerwehr noch immer gegen die Flammen - und das unter Lebensgefahr. In dem brennenden Wald ist ein Sprengplatz und durch das Feuer explodiert die dort gelagerte Munition.

Sprengplätze wie den im Grunewald gibt es in NRW nicht. Aber auch hier liegen Kampfmittel im Boden: noch immer nicht beseitigte und vergessene Bomben, Phosphorgranaten und Blindgänger.

Jahrzehntelange militärische Übungen in nordrhein-westfälischem Waldgebiet

Jahrzehntelang hat das Militär auf nordrhein-westfälischem Boden operiert: Bundeswehr, NATO, britische Alliierte und sie alle haben in dieser Zeit verschiedene Waffensysteme getestet, haben mit Pistolen und Gewehren unterschiedlicher Kaliber geschossen und auch Granaten und Bomben ausprobiert. Das alles auf abgesperrtem Terrain, auf Truppenübungsplätzen. Die meisten dieser Areale sind mittlerweile aufgegeben und geräumt, die Überreste der Kampfmittel aber liegen noch dort im Boden.

Von einigen dieser ehemaligen Truppenübungsplätze ist kaum mehr etwas zu sehen. Sie sind jetzt Naturschutzgebiete. So zum Beispiel der Stilleking im Märkischen Kreis, der Vogelsang im Nationalpark Eifel oder auch die ehemaligen Stützpunkte in Haltern und Wahner Heide bei Köln. Dort gehen jetzt Menschen spazieren, fahren Fahrrad oder picknicken. Aber: Auch auf diesen aufgegebenen und geräumten Truppenübungsplätzen besteht die Gefahr, dass vergessene bzw. zurückgelassene Munition herumliegt. Oft ist Gras drüber gewachsen und sie ist nicht zu sehen.

Personal- und Budgetmangel für Aufräumarbeiten

Die ehemaligen Truppenübungsplätze sind riesige Gebiete und es ist unklar, wo genau überhaupt noch Munition liegt bzw. liegen könnte. Um das herauszufinden, braucht es viel verfügbares Fachpersonal und viel Geld - beides ist nicht vorhanden.

Auf den ausgewiesenen - also erlaubten - Wegen droht keine Gefahr. Anders sieht es abseits der Wege aus. Dort können noch Blindgänger aller Art im Boden liegen. Oft gibt es Warnschilder, aber nicht überall. Wie auch beim Besuch im Wald gilt: Auf den Wegen bleiben und offenes Feuer vermeiden. Das gilt auch für Zigaretten. Gerade in Verbindung mit Feuer können vergessene Kampfmittel extrem gefährlich werden.

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