Der trockene Herbst und seine Folgen

Herbst im Wald

Der trockene Herbst und seine Folgen

Von Katja Goebel

  • Trockener Herbst nach Jahrhundertsommer
  • Waldbäume setzen auf Notfallplan
  • Landwirte warten immer noch auf Regen
  • Niedrigwasser im Rhein

Zur Diskussion über die Folgen des trockenen Herbstes

Verdorrtes Land, Ernteausfälle, Niedrigpegel, Waldbrände - der Jahrhundertsommer hat große Schäden angerichtet. Jetzt folgt ein trockener Oktober. Was macht das mit den Wäldern, Äckern und Flüssen in NRW?

Der Wald im Sparmodus

Hennetalsperre, Boot, See, Herbstwald

Hennetalsperre bei Meschede

Der Extremsommer machte Waldbäumen Stress. Jetzt gehen sie in den Ruhemodus über. "Die Bäume haben in diesem Jahr sehr früh ihre Früchte abgeworfen", so Michael Blaschke von Wald und Holz. "Das war ein Notfallplan. Dem Baum geht es nur noch ums eigene Überleben. Die Früchte sind nicht ausgereift und werden sich nicht vermehren." Auch das Laub wird früher abgeworfen, um wichtige Lebensstoffe einzulagern.

Wie groß der Schaden bei den Laubbäumen tatsächlich ist, werde man aber frühestens im nächsten Jahr wissen, wenn die Bäume wieder austreiben - oder nicht.

Feuchtigkeit kann Käfer stoppen

Schlimmer hat es die Nadelbäume erwischt. Schätzungsweise zwei Millionen Fichten sind tot. Schuld ist der Borkenkäfer. Wenn jetzt auch noch ein trockener Winter folgt, überleben die Schädlinge. "Was wir brauchen, sind Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und viel Feuchtigkeit. Dann verpilzt der Borkenkäfer und stirbt."

Auch Wintergetreide braucht Wasser

Für Landwirte war das ein denkwürdiges Jahr: Die Ernteschäden des Sommers sind nicht mehr auszugleichen. "Es ist immer noch staubtrocken", sagt Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW. Auch eine Stunde Nieselregen am Tag reiche da nicht aus.

Die Rübenernte laufe derzeit mit "erhöhtem Aufwand". Es sei zu trocken, um die Rüben allesamt heil aus der Erde zu bringen. Bald werde das Wintergetreide gesät. Doch auch Gerste und Winterweizen brauchten Regen. "Wir sind noch lange nicht durch."

Immer noch Niedrigwasser am Rhein

Dem Rhein fehlt weiterhin Wasser. "Es ist noch genau so dramatisch wie vor Wochen", fasst Wasserkundler Jan Böhme vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg Rhein zusammen. Die Schiffer passen sich an. Sie fahren öfter und mit weniger Fracht. Tendenziell könnten die Pegel in nächster Zeit zwar noch weiter fallen, sagt Böhme, so extrem wie im Jahr 2003 werde es aber wohl nicht. Damals lag der Pegel in Köln bei 81 Zentimetern, am Montag (08.10.2018) lag er noch bei 1,16 Metern.

Ruhr und Lenne zeigen sich hingegen laut Ruhrverband vergleichsweise unbeeindruckt von der anhaltenden Trockenheit. Dank gefüllter Talsperren ist der Wasserstand der Ruhr stabil. "Die Talsperren geben zwar mehr Wasser als üblicherweise ab, aber es gibt keine historischen Tiefstände. Auch die Gewässerqualität ist trotz des trockenen Sommers sehr gut", so Sprecherin Britta Balt.

Allerdings schlägt der Wupperverband Alarm. Die Talsperren benötigten dringend Regen. So sei die Wuppertalsperre nur zu 34 Prozent gefüllt. Auch die Solinger Sengbachtalsperre sei nur noch halb voll. Probleme mit der Trinkwasserversorgung werde es aber frühestens im nächsten Jahr geben.

Wenig Trinkwasser im Sauerland

In einigen Dörfern im Sauerland wird das Trinkwasser knapp. Sie können sich nicht mehr aus den eigenen Quellen versorgen. Sie müssen deshalb größere Wasserwerke um Hilfe bieten. Das betrifft aktuell drei Dörfer bei Schmallenberg, drei im Kreis Olpe und eins in Wittgenstein.

Experten schätzen, dass mindestens zwei Wochen Dauerregen nötig sind, um die Quellen aufzufüllen. Die Wasservereine müssen Wege finden, wie sie die Versorgung sichern, denn die Sommer werden künftig vermutlich häufiger trocken sein.

Waldbauern in Not

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 27.09.2018 03:46 Min. WDR 5

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Stand: 09.10.2018, 13:51

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Tillmann Bell 09.10.2018, 16:18 Uhr

    Wie unterstützt man eigentlich die Waldbauern bei solch einer momentanen Situation ? Für die Natur und die Umwelt machen Waldbauern mehr als die Landwirte. Und die schreien bei Ernteausfällen sofort auf.

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