Hitze und Wasserknappheit - so ist die Lage in NRW

Hitze und Wasserknappheit - so ist die Lage in NRW

  • In Borgholzhausen nähert sich die Trinkwasserreserve einer kritischen Grenze
  • Bedarf an Trinkwasser ist massiv gestiegen
  • Experten sehen aber grundsätzlich keinen Wassermangel in NRW

Es ist heiß in Nordrhein-Westfalen. Die Temperaturen liegen über 35 Grad und das treibt den Wasserverbrauch in die Höhe. Die Menschen trinken viel, duschen oft und wässern häufig ihre Gärten. Das ist eine Selbstverständlichkeit, aber das scheint sich zu ändern.

Beispielsweise in Borgholzhausen. "Der massiv gestiegene Frischwasserbedarf der letzten Tage, kann angesichts der gesunkenen Grundwasserstände aktuell nicht mehr gedeckt werden. Die Reserve im Trinkwasserspeicher ist in einen kritischen Bereich gesunken und auch die Löschreserve für die Feuerwehr ist in Gefahr", hat Bürgermeister Dirk Speckmann mitgeteilt.

Auch an anderen Orten sollen sich Bürger einschränken

Rasensprenger

Die Borgholzhausener müssen Wasser sparen. Auch in anderen Orten sollen sich die Bürger einschränken, damit weiterhin Wasser aus dem Hahn kommt. Die Wasserversorger können den Bedarf nicht decken, wie in etwa Stemwede im Kreis Minden-Lübbecke. Die Wasserwerke liefern dort 3.000 Kubikmeter Wasser am Tag, aber die Bürger verbrauchen 1.000 Kubikmeter mehr.

Talsperren gut gefüllt

Eine Totale über den Rursee

Gewaltig: der Rursee von oben

Wasser ist aber grundsätzlich keine Mangelware in NRW, glaubt André Niemann, Wasserexperte der Uni Duisburg-Essen. "Überall dort, wo die Wasserversorgung der Menschen durch Oberflächen nahes Grundwasser gedeckt wird, bekommen die Städte Probleme. Einfach weil die Grundwasserspiegel durch die Trockenheit der vergangenen Jahre gesunken sind. Das betrifft das Münsterland und Ostwestfalen. Aber überall da, wo Talsperren und Tiefengrundwasser aus dem Wasserhahn kommen, ist genug Wasser da."

Bergisches Land, Eifel und weite Teile des Ruhrgebiets müssten sich vorerst keine Sorgen machen. Laut Wupperverband sind die Pegelstände aber geringer als üblich. Die Wuppertalsperre ist noch zu 40 Prozent gefüllt, die Bever sogar noch zu 60 Prozent. Beide Talsperren geben bei den derzeitigen Temperaturen regelmäßig Frisch-Wasser an die Wupper ab – allerdings weniger als in den Vorjahren. Auch die große Dhünn ist als einziges reines Trinkwasserreservoir noch gut gefüllt. Allerdings sei das kein Freibrief für Wasserverschwendung

Hitzewelle: Wasser-Knappheit in Westfalen

WDR 5 Mittagsecho 10.08.2020 03:53 Min. Verfügbar bis 10.08.2021 WDR 5

Download

Stand: 10.08.2020, 15:29

Aktuelle TV-Sendungen