Kommentar zum Triell: Laschet sucht Streit - Scholz lässt ihn abtropfen

Kommentar zum Triell: Laschet sucht Streit - Scholz lässt ihn abtropfen

Von Sabine Henkel

An diesem Abend ist klar geworden: Annalena Baerbock hat keine Chance mehr auf das Kanzleramt. Die Befragung der Bürgerinnen und Bürger nach dem Triell zeigt: Sie sind ganz und gar auf Scholz-Kurs.

Der SPD-Kanzlerkandidat räumte in fast allen Kategorien die meisten Prozente ab. Ernüchternd für Armin Laschet. Dabei hatte die Union all ihre Hoffnungen in dieses Triell gesetzt. Ihr Kanzlerkandidat sollte den Umschwung einleiten, CDU und CSU in den Umfragen wieder nach vorne bringen. Der Funke aber sprang nicht über.

Laschets Attacken auf Scholz zeigten keine Wirkung - weder die zu den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft im Finanzministerium, noch die zu den Verwicklungen in Cum-Ex-Skandal oder zu Wirecard. Zu komplex, zu kompliziert. Kaum jemand konnte folgen, erstaunlich, dass nach diesem fiskalpolitischen Manöver überhaupt noch jemand weiter zuschaute.

Rote-Socken-Attake von Laschet

Sabine Henkel

Sabine Henkel

Was es zu sehen gab? Drei Kandidaten in blau, zwei mit roten Krawatten. Vielleicht trug Laschet rote Socken, zu sehen war das nicht. Aber die Rote-Socken-Attacke kam natürlich. Laschet meinte zu wissen, dass Scholz auch eine Koalition mit den Linken eingehen würde. Der SPD-Kanzlerkandidat ließ das abtropfen wie er es immer macht und blieb auch diesmal die Antwort schuldig. Seine Antwort auf die Frage, ob man auch Saskia Esken bekommt, wenn man Scholz wählt: "Wenn man Scholz wählt, bekommt man Scholz als Bundeskanzler."  

Es ging dann noch um Digitalisierung, Klima- und Steuerpolitik und Corona natürlich. Der Erkenntnisgewinn hielt sich in Grenzen, was weniger an den Kandidaten lag, sondern an der Dramaturgie der Sendung.

Scholz in Umfragen vorne

Am Ende sagten 43 Prozent der befragten Zuschauerinnen und Zuschauer, dass sie Scholz im Falle einer Direktwahl zum Kanzler wählen würden. 19 Prozent würden Armin Laschet wählen, noch weniger Baerbock. Dabei hatte die grüne Kandidatin recht locker aufgespielt. Es war ihr anzumerken, dass sie nicht den gleichen Druck auszuhalten hatte, der auf Laschet lastet. Baerbock muss nicht ins Kanzleramt, Laschet schon, sonst dürfte seine politische Karriere zu Ende sein. Scholz wirkte wie immer: scholzig gelassen. Nur bei den Attacken zu Finanzfragen nahm sein Gesicht mal kurz die Farbe seiner Krawatte an.

In den einminütigen Schlussstatements hatten dann alle drei ein Schlagwort parat. Baerbocks war "Aufbruch", "Solidarität" das von Scholz und "Vertrauen" hatte Laschet ausgewählt. Damit hatte er schließlich schon einmal Erfolg: bei der Wahl zum Parteivorsitz.

Stand: 13.09.2021, 20:26

Kommentare zum Thema

28 Kommentare

  • 28 Stefanie Ritz 14.09.2021, 14:55 Uhr

    Sehr geehrter Herr Scholz, gibt es denn Belege für Ihre These dass die steigenden Zahlen daher rühren, dass die UNGEIMPFTEN krank werden, ins Krankenhaus kommen und auch dort versterben? Also wenn ich mir z.B. meine Heimatstadt Mönchengladbach anschaue ist seit Juli dort niemand mehr an Covid verstorben, ach entschuldigung doch, eine Dame Jahrgang 1921 hat es nicht mehr geschafft. Wo sind denn endlich mal Belege für Ihre Behauptungen. Und 2 G ist sowas von nutzlos, da sich gerade die Geimpften reihenweise auf ihren Partys anstecken, siehe Münster! Märchen....alles Märchen. Ich wähle dieses Jahr aus genau diesem Grund die Partei die niemand wählen darf - dort darf ich aber noch ein gesunder Mensch sein.

  • 27 Dieter Burr 13.09.2021, 21:36 Uhr

    Habe jetzt mal Triels und Vierells angeschaut und bin entsetzt . Für mich in Kürze Linke - Zeigt Ihre Ahnungslosigkeit und keine Finanzierungsidee Grüne - 272 Seiten Programm verschleiert alles was man will - das was ich verstehe wollen alles kontrollieren AfD - hat sich gut präsentiert aber die Ansätze sind weit weg von dem was ich für gut verstehe CSU - gab schwaches Bild ab FDP - für mich klar was die Ziele betrifft und m.E. Ehrlich und offen SPD - Scholz überspringt Skandale die er zu verantworten hat — nie konkret — Kanzler wäre für mich ein Schock CDU - Laschet hat gezeigt was er kann und was nicht - kleineres Übel ? ———- Wen soll man wählen? ———- Politiker und Gehobene Beamte müssen persönlich haften - könnte viel positiv verändern — - —— Tendenz habe ich im Moment für FDP Aber ????

  • 26 klaus drössler 13.09.2021, 18:22 Uhr

    ich denke jeder weiss doch insgeheim,dass das rentensystem in der form nicht bleiben wird,dass ohne kernkraft die klimaziele nicht erreicht werden können,dass ohne einbeziehung von beamten und selbständigen in die solidargemeinschaft es nicht funktionieren wird mit dem sozialstaat.drum war das für mich mal wieder viel blabla von allen,auch wenn ich von der ausstrahlung her klar meine favoriten habe.

  • 25 Herr Klug 13.09.2021, 16:51 Uhr

    Wer bitte unseren noch Ministerpräsidenten aus NRW wählt,hatt für die Zukunft keine Augen....Er ist ein lobbyist vom Rwe lässt den Hambacher Forst räumen gesetzeswiedrig.... er schreibt ein Buch und klaut Texte.... er lacht über die armen Menschen der Flut was gut im TV zu sehen war.... er soll in Aachen Printen verkaufen als Clown meiner Meinung nach

    Antworten (1)
    • haino 13.09.2021, 21:53 Uhr

      ah, die Zukunft liegt also bei Wirecard-Fiasko und Cum-Ex-Debakel unseres noch Finanzminister bzw. Denunziantentum um min 7,8 Bio € für Kohleausstieg, Benzien/Diesel-Autoaustieg und sonstige Grün-Rot Sp... Ideen hereinzuholen.

  • 24 Hans-Georg Hummel 13.09.2021, 16:25 Uhr

    Eine für einen Kanzlerkandidaten unwürdige rote Sockenkampagne von Laschet, gespickt mit Halbwahrheiten. Dabei ist er es der gefälscht (Noten), gelogen (Kohlekommission) und Steuern (sein Buch) hinterzogen hat. Sachlich ergoss sich sein Beitrag in Allgemeinplätze. Leider waren da Scholz und Baerbock nicht viel besser. Für den Zuschauer war das ein Trauerspiel und die Moderatoren waren sich erkennbar auch nicht einig. Dem Wähler bleibt nur die Wahl des kleinsten Übels.

  • 23 Peter Schmid 13.09.2021, 15:24 Uhr

    Herr Laschet hat meiner Meinung nach in der Geschichte in der Schule gefehlt. Aus meiner Sicht hat Willy Brandt, Helmut Schmidt, Gerhard Schröderals Kanzler für Deutschland herausragendes geleistet. Auf diese Art wird er mit seiner Verleumdungstour nicht zum Erfolg kommen.

    Antworten (1)
    • Frank Druhm 13.09.2021, 15:48 Uhr

      Seh geehrter Herr Schmid, solange Sie von Außen-, Ost- und Sicherheitspolitik sprechen, haben Sie Recht. Herrn Laschet ging es jedoch um Wirtschafts- und Finanzpolitik. Die war und ist - auch in der sog. Großen Koalition - kein Ruhmesblatt. Das Geld, das der Staat ausgeben will, muss erst verdient werden. Und die oft gescholtenen Unternehmen (bis hin zum Einzelunternehmer) werden sich auch nach der Wahl danach richten müssen, was auf dem Weltmarkt nachgefragt wird und, wo man es preiswert mit einer ausreichenden Zahl von Fachleuten produzieren kann. Und Politiker sind selten auch Unternehmer.

  • 22 CS 13.09.2021, 14:55 Uhr

    Es ist schon erstaunlich, dass Hr. Scholz nach den Wahlumfragen solche Sympathiewerte erzielt, wo er doch ein ganzes Paket zwielichtiger Verstrickungen zu schultern hat, die jedem anderen Verantwortlichen zumindest den Job kosten würden. Wer bitte braucht einen aalglatten Politiker als Kanzler mit solchen Erinnerungslücken ?? Das hatten wir doch alles schon. Statt einer Schuldenbremse (entspr. Entlastung für zukünftige Generationen) kündigt er eine Wirtschaftsbremse und Steuererhöhungen aus der "Mottenkiste" sozialdemokratischer Finanzinkompetenz an (Spitzensteuersatz am Ende mit Auswirkungen für nahezu jeden beruflich tätigen Versorger). Die vollst. Abschaffung des "Soli" hat die SPD schließlich auch schon erfolgreich verhindert. Wen soll das denn begeistern ? Wer übrigens meint, dass wir heute eine "Zweiklassenmedizin" hätten, wird Jahre nach Einführung der Bürgerversicherung bitter erleben, was eine Zweiklassenmedizin wirklich bedeutet. ..

  • 21 Jan Wolf 13.09.2021, 14:40 Uhr

    Im Großen und Ganzen kann man dieses Theater doch einfach auch weglassen. Die Journalisten Illner und ihr Co. waren einfach nur billig in ihrem Auftreten (anders RTL). Dieses dumme Herumgehacke auf bestimmten Themen und die Unterstellung, dass die Wähler das ja so brennend interessieren würde... Wenn 20% oder mehr links wählen, dann muss sich das auch bei der Regierung widerspiegeln, aber lassen wir das. Scholz überzeugte mich erneut, und Herr Laschet? Zugegeben, er ist nicht mein Freund, hat er doch seinerzeit als zuständiger Minister in NRW mit dem KiBiz die Existenz zahlreiche Kindertagesstätten zerstört. Als Landeschef schon untauglich, wage ich mir nicht vorzustellen, wie er als Kanzler agiert. Sein Auftreten fußte nur darauf, anderen deren Fehler vorzuwerfen, selbst hat er fast nichts Konstruktives in dieser Runde gebracht. Frau Baerbocks künstliches, offenbar einstudiertes und falsch angewendetes Lächeln konnte mich samt Ihrer "Aufbruch"-Apelle keineswegs von ihr überzeugen...

    Antworten (1)
    • Wahrheitsucher 13.09.2021, 15:28 Uhr

      Ja ja der Herr Scholz, falls er im schlimmsten Fall doch Kanzler wird, dann kann ich darauf warten, dass es einen Kassensturz geben wird. Und dann fehlen plötzlich 80 Milliarden für die Wohltaten. Vielleicht stehlen beim Steuerzahler, weil die guten Taten nicht finanzierbar sind und die Rentner, die bereits doppelt besteuert werden.

  • 20 Barbara Meyer-Raad 13.09.2021, 14:07 Uhr

    Es konnten nur Fragen beantwortet werden, die auch gestellt wurden. Leider harmonierte das Journalistenpaar überhaupt nicht, sondern v a. Frau Illner gefiel sich in Selbstdarstellung, sie fielen sich gegenseitig ins Wort verpassten die Chance, gezielt die Kandidatin/die Kandidatin auf Inhalte ihrer Programme festzunageln. Kein Informationsgewinn also.

    Antworten (1)
    • Brigitte 13.09.2021, 14:42 Uhr

      Ja, das sehe ich auch so: der Journalist und die Journalistin waren jedeR für sich schlecht vorbereitet und arbeiteten überhaupt nicht zusammen. So sind auch keine neuen Erkenntnisse zu gewinnen.

  • 19 Anonym 13.09.2021, 14:01 Uhr

    Es konnten nur Fragen beantwortet werden, die auch gestellt wurden. Das Journalistenpaar harmoniert überhaupt nicht, gefiel sich in Selbstdarstellung (v.a. Frau Illner), und verpasste eine Chance, endlich die Kandidatin und die Kandidaten zu Inhalten ihrer Programme zu stellen.3

  • 18 Weiter so... 13.09.2021, 13:50 Uhr

    Ich weiß nicht inwieweit uns eine solche Veranstaltung weiterbringt. Es wird gelogen, weggelassen und für dumm verkauft. Sei es die "Renten sind sicher", wo einfach mal weggelassen wurde, dass es in den 90er Jahren auch ein anderes Rentenniveau gab oder bei Cum-Ex und Co., wo einfach der Mut fehlt, dass man auch Fehler während seiner Amtszeit gemacht hat. Das ist es was mir am meisten fehlt. Man erwartet doch nicht einen unfehlbaren Kanzler. Ich erwarte von einem Volksvertreter nach (eigenem) besten Wissen und Gewissen zu handeln. Jeder von uns weiß, dass dabei auch Fehler gemacht werden können. Ich kann seit 26 Jahren wählen und werde nun tatsächlich zum ersten mal die Grünen wählen, weil man einfach sagen muss, dass wir JETZT handeln müssen wenn wir überhaupt noch etwas retten wollen. Ich bin ebenso davon überzeugt, dass diese Transformation (CO2-Ziel 2030) unsere Wirtschaft wieder weltweit deutlich an die Spitze bringen wird. Noch besser finde ich VOLT, die leider die 5% reißen.

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