Aidshilfe NRW plant Treffen für HIV-infizierte Jugendliche

Jugendliche halten die Hände übereinander

Aidshilfe NRW plant Treffen für HIV-infizierte Jugendliche

Von Susanne Schnabel

  • Welt-Aids-Konferenz beginnt am Montag (23.07.2018) in Amsterdam
  • Eines der Themen: Wie hilft man betroffenen Jugendlichen?
  • Die Aidshilfe NRW engagiert sich für diese kleine Zielgruppe

In Deutschland sind nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 90.000 Menschen mit HIV infiziert, jährlich stecken sich etwa 3.100 Menschen an. Darunter eine kleine Gruppe, die oft in Vergessenheit gerät: Kinder unter 15 Jahren. In Deutschland infizieren sich jährlich rund 25 Kinder mit HIV.

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Laut Deutscher Aids-Gesellschaft ist die Gefahr der Ansteckung bei der Geburt und beim Stillen am größten, wenn die Mutter nicht weiß, dass sie das HI-Virus in sich trägt.

Das ist besonders tragisch, denn infizierte Schwangere können gesunde Babys zur Welt bringen. Durch präventive Maßnahmen kann die Übertragung des Virus auf das Kind verhindert werden.

Jugendliche können sich auch durch Geschlechtsverkehr infizieren. "Ich habe eine junge Frau kennengelernt, die sich beim ersten Sex mit HIV infiziert hat", sagt Petra Hielscher von der Aidshilfe NRW. "Sie ist mittlerweile erwachsen und es geht ihr gut. Die modernen Medikamente sind gut verträglich und haben wenig Nebenwirkungen", so Hielscher.

Sie arbeitet seit vielen Jahren mit betroffenen Familien. In NRW leben schätzungsweise knapp 50 Mädchen und Jungen mit dem Virus.

Erstes Treffen im Herbst geplant

"Für HIV-positive Jugendliche stellen Pubertät, erste Liebe und Sexualität ganz besondere Herausforderungen dar. Vieles lässt sich am besten mit anderen in der gleichen Situation und Altersstufe besprechen", sagt Hielscher.

Deshalb bietet die Aidshilfe NRW gemeinsam mit den Aidshilfen Dortmund und Düsseldorf im Oktober erstmals ein landesweites Treffen an.

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Auf dem Programm stehen Themen wie Liebe und Sex, Outing oder Familiengeheimnis und der Stress, täglich Medikamente schlucken zu müssen. "Es ist normal - auch bei Jugendlichen mit anderen chronischen Krankheiten -, dass sie keine Medikamente mehr einnehmen möchten", erklärt Hielscher.

Therapie bietet Chance zu normaler Sexualität

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"Dabei bietet eine gute Therapie den Jugendlichen die Chance zu einer normalen Sexualität," so Hielscher. Wenn die Medikamente so gut wirken, dass die Viren im Blut nicht mehr nachweisbar sind, können infizierte Personen ihren Partner selbst bei ungeschütztem Verkehr nicht anstecken. Kondome zu verwenden sei natürlich dennoch wichtig, denn sie schützen auch vor anderen Krankheiten, die beim Sex übertragen werden.

Bei der Welt-Aids-Konferenz vom 23. bis 27. Juli in Amsterdam ist Petra Hielscher eine von 15.000 Teilnehmern. Hielscher: "Familien, Kinder und Jugendliche sind dort ein großes Thema."

Stand: 23.07.2018, 06:30

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