Emotionale Trauerfeier nach Explosion in Leverkusen

Trauerfeier nach Explosion in Sondermüllverbrennungsanlage

Emotionale Trauerfeier nach Explosion in Leverkusen

Von Erik Butterbrodt

Der Chemparkbetreiber Currenta hat am Freitag mit einer Trauerfeier der Opfer der Explosion Ende Juli in Leverkusen gedacht. Der Betriebsrat fordert die Aufklärung des Unglücks und mehr Sicherheit im Werk.

Es sind drei Sätze, die im Ohr bleiben und mit denen Currenta-Geschäftsführer Frank Hyldmar sich während der Trauerfeier auf dem Flugplatz Kurtekotten an die Belegschaft des Chemparkbetreibers wendet. „Sie sind nicht allein. Wir sind nicht allein. Wir stehen hier alle gemeinsam zusammen.“

Die Trauer sitzt tief

Er drückt Anteilnahme und Zusammenhalt aus. Trösten will er damit auch die Angehörigen der sieben verstorbenen Mitarbeiter, die bei der Explosion in der Sondermüllverbrennungsanlage vor sechseinhalb Wochen ums Leben gekommen sind. Die Menschen legen Blumen nieder, viele von ihnen weinen während der Trauerfeier. Den Verlust und das Unglück haben sie noch lange nicht verarbeitet, das ist zu spüren.

Betriebsrat fragt nach Sicherheit im Chempark

Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, vor allem aus der Belegschaft von Currenta, hören die Worte des Geschäftsführers an diesem Tag bei der Trauerfeier. Auch der Betriebsrat richtet sich in einer Ansprache an seine Kolleginnen und Kollegen. Gegenüber dem WDR macht dessen Chef Artur Oblong deutlich, dass nicht nur eine lückenlose Aufklärung erwartet wird. Ganz besonders eine Frage sei durch die Explosion eines Tanks am 27. Juli in den Mittelpunkt gerückt: „Ist die Arbeit im Chempark Leverkusen sicher oder nicht?“, so Oblong.

Ursache noch nicht abschließend geklärt

Currenta betont am Freitag erneut, alles auf den Prüfstand stellen zu wollen. „Etwas ist schiefgelaufen. Und wir müssen jetzt hier verstehen: Was ist passiert? Und wenn wir das wissen, dann werden wir alles tun, um gegebenenfalls Prozesse und Anweisungen zu ändern.“, sagt Frank Hyldmar. Er bekräftigt, die Ermittlungsbehörden würden bestmöglich unterstützt. Eine solche Tragödie dürfe sich nicht wiederholen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter. Nach einem ersten Zwischenbericht steht bislang nur fest, dass die Explosion durch eine chemische Reaktion hervorgerufen wurde, die einen Überdruck im Tank erzeugte. 

Große Anteilnahme

Bei der Trauerfeier in Leverkusen wird deutlich: Es wird noch lange dauern, bis die Menschen in der Stadt das Unglück verarbeitet haben. Für die Angehörigen der Opfer hat der Betriebsrat von Currenta eine Spendenaktion gestartet. Ein Kondolenzbuch, das bei der Gedenkfeier ausliegt, füllt sich rasant. In ihm stehen die Namen auch derer, denen immer noch die Worte für das Geschehene fehlen. Es soll später für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vervielfältigt werden.

Stand: 10.09.2021, 19:42

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