US-Wahl: Ticker vom Donnerstag (05.11.2020) zum Nachlesen

US-Wahl: Ticker vom Donnerstag (05.11.2020) zum Nachlesen

  • Bidens Chancen auf den Wahlsieg steigen
  • Trump erhebt weiter haltlose Vorwürfe, Sender brechen Übertragungen ab
  • Trump-Klagen in Michigan und Georgia abgewiesen
  • Alle Entwicklungen zu den Wahlen in den USA hier im Live-Ticker

Präsidentschaftswahl in den USA: Ob Donald Trump im Amt bestätigt wird oder sein Herausforderer Joe Biden das Rennen macht - hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

03.46 Uhr: Backen und Schlafen als Ablenkung

Lady Gaga empfiehlt Schlafen, Katy Perry rät zum Kekse backen: zwei Tage nach den US-Präsidentschaftswahlen gaben die beiden Sängerinnen auf Twitter Tipps, um die lange Auszählung der Stimmen gut zu überstehen. Unter dem Hashtag "Zählt jede Stimme" postete Perry (36) am Donnerstag ein Video von Keksen, die beim Backen aufgehen. Dazu erscheinen Hinweise wie "Alle guten Dinge brauchen Zeit", "habt Geduld" und "Demokratie ist das Warten wert". "Schlaf und Ausruhen sind wichtig", mahnte Lady Gaga. Beide Popstars hatten sich während des Wahlkampfs für Biden stark gemacht.

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03.24 Uhr: Weitere Republikaner distanzieren sich von Trump

Donald Trump findet mit seinen Forderungen nach einem Auszählungsstopp bei der Wahl kaum Rückhalt in seiner Partei. Etliche republikanische Senatoren stellten sich teils offen gegen ihn. Der Mehrheitsführer der Parlamentskammer, Mitch McConnell, sagte, es sei grundsätzlich nicht ungewöhnlich, dass sich jemand zum Sieger einer Wahl ausrufe, wie Trump das - wenn auch vorschnell - getan hatte. Aber: "Zu behaupten, die Wahl gewonnen zu haben, ist etwas anderes, als die Auszählung zu beenden."

Senator Marco Rubio wies Trump via Twitter zurecht: "Dass es Tage dauert, legal abgegebene Stimmen zu zählen, ist KEIN Betrug." Seine Senatskollegin Lisa Murkowski aus Alaska mahnte, dass "alle geduldig sein" müssten, während Ergebnisse eintrudelten.

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03:04 Uhr: Biden holt weiter auf in Georgia und Pennsylvania, Trump in Arizona

Das Rennen um die US-Präsidentschaft bleibt weiter eng und spannend. Neuesten Zahlen zufolge konnte Joe Biden seinen Rückstand auf Donald Trump in Georgia auf 2.497 Stimmen verkürzen, in Pennsylvania liegt er nur noch 50.671 Stimmen hinter dem Präsidenten. Umgekehrt sieht es in Arizona aus: Dort büßt Biden seinen großen Vorsprung auf Trump Stück für Stück ein. Derzeit sind es nur noch 46.257 Stimmen. Sollte Biden in Pennsylvania gewinnen, ist er der Wahlsieger - egal, wie das Rennen in den anderen fünf noch offenen Staaten läuft.

02.44 Uhr: Kritik an Trump aus den eigenen Reihen

Donald Trump hat sich nach seiner Pressekonferenz scharfe Kritik von Mitgliedern seiner Partei eingehandelt. "Es gibt keine Rechtfertigung für die Äußerungen des Präsidenten heute Abend, die unseren demokratischen Prozess untergraben", schrieb der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Der Kongressabgeordnete Adam Kinzinger forderte, für Betrugsvorwürfe Beweise vorzulegen und sie vor Gericht zu präsentieren. "Hören Sie auf, entlarvte Falschinformationen zu verbreiten... Das wird langsam verrückt", schrieb er auf Twitter. Vize-Präsident Mike Pence bekundete unterdessen seine Loyalität zu Trump.

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02.10 Uhr: Memes und Witze über die Wahl

Seit drei Tagen hängen Millionen von Menschen vor den Bildschirmen und warten auf das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl. Neben ernsthaften und konstruktiven Beiträgen sorgt das natürlich auch für viele humorvolle Posts. In den USA bekommt vor allem der Bundesstaat Nevada viel Spott ab für seine Auszählung im Schneckentempo. Auch in Deutschland kommt man auf komische Ideen:

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01.30 Uhr: Sender brechen Übertragung von Trump-Statement ab

Die Nachrichtensender ABC, CBS und NBC haben die Übertragung des Statements von Donald Trump abgebrochen. MSNBC-Moderator Brian Williams drehte Trump nach wenigen Sätzen den Ton ab und korrigierte dessen haltlose Behauptungen, es habe massiven Wahlbetrug gegeben. Bei CNN zeigte man das Statement ganz, blendete aber währenddessen ein, dass Trumps Aussagen falsch und unbelegt seien. Auf Twitter trendete kurz nach dem Auftritt der Hashtag "TrumpMeltdown" ("Trumps Zusammenbruch").

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01.15 Uhr: Betrug? Trump bleibt Beweise schuldig

Derzeit gibt es keine Hinweise auf massiven Betrug bei der US-Präsidentschaftswahl. Dennoch bleibt Präsident Trump bei seinen Anschuldigungen, die Demokraten würden die Wahl "stehlen" und das System sei "korrupt". Auf Twitter werden seine Statements inzwischen regelmäßig verborgen, im Weißen Haus kann er noch frei sprechen. Also trat er vor die Presse und wiederholte seine Vorwürfe. Beweise lieferte er keine, dafür jede Menge Unwahrheiten. So behauptete er, in den Staaten, die derzeit noch nicht entschieden wären, hätten Demokraten die Kontrolle über den Wahlablauf. In Georgia, wo sich während seiner Rede sein Vorsprung auf 3.600 Stimmen reduzierte, sind der Gouverneur und der "Secretary Of State" jedoch Republikaner. Trump kündigte erneut an, vor das Oberste Gericht zu ziehen. Er werde mit "einer Menge Klagen" gegen das Wahlergebnis vorgehen.

00.25 Uhr: Ex-Berater Bolton: Trump handelt "unverantwortlich"

Der frühere Nationale Sicherheitsberater John Bolton hat seinen Ex-Chef Donald Trump scharf kritisiert. Es gebe keinen Hinweis auf Wahlbetrug, wie US-Präsident Trump dies behaupte, sagte Bolton am Donnerstagabend im ZDF. Was der US-Präsident mache, sei "unverantwortlich" und "beispiellos". Bolton sagte weiter, es gebe viele Republikaner, denen es unangenehm sei zu sehen, dass Trump es nicht gelinge, sein eigenes Interesse vom Interesse des Landes zu trennen. Bolton, einst enger Vertrauter von Trump, war 2019 vom US-Präsident geschasst worden.

00.17 Uhr: Trump kündigt Statement an

US-Präsident Donald Trump will sich im Weißen Haus äußern. Seine Ansprache wurde für Freitag um 00.30 Uhr deutscher Zeit angesetzt. Seit der Wahlnacht, in der er sich während der laufenden Auszählung zum Sieger erklärte, war Trump nicht mehr vor die Kameras getreten.

23.40 Uhr: Facebook und Twitter gegen Trump und seine Anhänger

Wegen Aufrufen zu Protesten gegen eine weitere Auszählung der Stimmen hat Facebook eine Gruppe von Trump-Unterstützern gelöscht. Die Gruppe "Stop the Steal" ("Stoppt den (Wahl-)Diebstahl") habe die "Delegitimierung des Wahlprozesses" angestrebt, teilte der Konzern mit. Einige ihrer mehr als 300.00 Mitglieder hätten "besorgniserregende Aufrufe zur Gewalt" geäußert.

Auch Trump selbst kann seine gerne in GROSSBUCHSTABEN geschriebenen Anschuldigungen und Falschinformationen nicht mehr wie gewohnt auf Twitter veröffentlichen. Drei seiner acht Tweets von heute wurden verborgen, da sie "umstritten und möglicherweise irreführend" seien.

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23.22 Uhr: Biden: "Demokratie ist manchmal chaotisch"

Joe Biden hat die Amerikaner aufgerufen, angesichts der andauernden Auszählung aller Stimmen geduldig und besonnen zu bleiben. "Die Demokratie ist manchmal chaotisch. Sie erfordert manchmal auch ein bisschen Geduld", sagte Biden am Donnerstag in seiner Heimatstadt Wilmington im Bundesstaat Delaware. Die Demokratie in den USA habe sich über 240 Jahre bewährt und sei ein Beispiel für die ganze Welt, sagte er. Er und seine Vize-Kandidatin Kamala Harris seien sehr zuversichtlich, dass sie nach Auszählung der Stimmen die Wahl gewonnen haben werden. "Deswegen bitte ich alle, die Ruhe zu bewahren", sagte Biden. "Der Ablauf funktioniert, das Auszählen wird zu Ende gebracht."

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23.09 Uhr: Trumps Vorsprung in Georgia unter 10.000 Stimmen

Überholt Joe Biden auf der Zielgeraden noch Donald Trump in Georgia? Es sieht danach aus, denn mit jedem Update wird der Vorsprung von Trump kleiner. Aktuell sind es nur noch 9.525 Stimmen, ausgezählt sind 98 Prozent der Stimmen. CNN zufolge stammt ein Großteil der noch ausstehenden Stimmen aus der Großstadt Atlanta und deren Vororten. In diesen hat Biden einen teils deutlichen Vorsprung.

22.46 Uhr: Ist Arizona blau oder nicht?

Noch immer gibt es verschiedene Einschätzungen, ob Joe Biden in Arizona gewonnen hat oder nicht. Während der Sender Fox den Bundesstaat schon seit Mittwochmorgen Joe Biden zuschlägt und somit blau färbte, ist dort laut Edison Research, das mit den Fox-Konkurrenten ABC, CBS, CNN und NBC kooperiert, das Rennen noch offen. Fox begründete die Entscheidung damit, dass die meisten noch ausstehenden Stimmen aus der Briefwahl sowie aus Maricopa County stammten. Dort liegt die Großstadt Phoenix, die von Fox Biden zugerechnet wird. Tatsächlich geht es dort aber relativ knapp zu: Biden hat 51,5 Prozent, Trump 47,2. Im gesamten Bundesstaat hat Biden einen Vorsprung von 67.906 Stimmen. Laut Wahlamt stehen noch circa 450.000 Stimmen zur Auszählung aus.

Interessanterweise gilt Fox News als Trumps Sprachrohr, viele Beobachter sprechen dem Nachrichtenender die nötige journalistische Unabhängigkeit und Ausgewogenheit ab. Trump soll über den Vorstoß des Senders sehr verärgert gewesen sein.

22.33 Uhr: Richter weisen weitere Trump-Klage zurück

Donald Trump versucht in mehreren Bundesstaaten, mit juristischen Mitteln eine drohende Niederlage bei der Präsidentschaftswahl abzuwenden. Ob das gelingt, ist zweifelhaft. Nachdem am Donnerstagmittag (Ortszeit) bereits eine Klage in Michigan abgewiesen wurde, entschied wenige Stunden später auch in Georgia ein Gericht gegen den Vorstoß der Republikaner. Ein Richter wies Medienberichten zufolge eine von Trump angestrengte Klage als grundlos zurück. Trumps Wahlkampfteam hatte geklagt, weil angeblich 53 zu spät per Post eingetroffene Stimmzettel berücksichtigt worden seien.

In Pennsylvania reichte das Wahlkampfteam von Trump eine weitere Klage ein. Es geht um die Möglichkeit, die Auszählung der Stimmen in Philadelphia zu beobachten. Die Stadt liegt in dem besonders umkämpften Bundesstaat Pennsylvania.

22.20 Uhr: Außenminister Maas von Trumps Verhalten irritiert

Das Geschehen in den USA "entspricht nicht ganz der demokratischen Kultur, die wir von den USA kennen", erklärt Bundesaußenminister Heiko Maas auf Twitter. Wichtig sei, dass das Ergebnis von allen akzeptiert werde. "Es ist einfach ein Gewinner zu sein, aber manchmal ist es ganz schön schwer, ein Verlierer zu sein."

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21.55 Uhr: Greta Thunberg empfiehlt Donald Trump zu "chillen"

Die Umweltaktivistin Greta Thunberg hat sich erneut per Twitter zu den Wahlen in den USA geäußert. Oder eher gesagt zum Verhalten des amtierenden Präsidenten. "Chill Donald, Chill!", rät sie Donald Trump (zu deutsch: "Entspann dich, Donald"). Auch an seiner Aggressionsbewältigung sollte er arbeiten. Damit nahm Thunberg ironisch Bezug auf einen fast gleichlautenden Tweet, den ihr Trump im vergangenen Jahr geschrieben hatte.

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21.48 Uhr: Trump-Klage in Michigan abgewiesen

Eine Richterin im Bundesstaat Michigan hat eine Klage der Rechtsanwälte von Donald Trump abgewiesen. Der amtierende Präsident wollte den Stopp der Auszählung erreichen. 99 Prozent der Stimmen sind dort gezählt. Demnach hat Joe Biden die Wahlleute von Michigan gewonnen. Trump kündigte auch Klagen wegen angeblichen Wahlbetrugs in anderen Bundesstaaten an, in denen Biden vorne liegt.

20:40 Uhr: Biden will versöhnen

Während Donald Trump auf Spaltung setzt, will Joe Biden ein Präsident für alle Amerikaner sein und ein Stück weit die tiefe Spaltung des Landes überwinden. "Let me be clear: I campaigned as a proud Democrat, but I will govern as an American president", sagte er für den Fall seines Wahlsiegs. Auf deutsch: "Um es klar zu sagen: Ich bin angetreten als stolzer Demokrat, aber ich werde regieren als ein amerikanischer Präsident."

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20:33 Uhr: Warum man Trump wählt

Viele Menschen, die sich abgehängt fühlen, haben wieder Trump gewählt. Warum? ARD-Wahlbeobachter Jörg Schönenborn sagte dazu unter anderem: "Wenn dann so ein Radikalo wie Trump auf der Bühne auftritt, tut das meiner Seele gut. Dann fühle ich mich gut, egal was der sagt und ob ich das teile. Dass jemand die Wut rausbringt, die ich auch teile, das macht es ein Stück leichter. Weil ich ausdrücken will, dass ich wütend bin und die Veränderungen mir Sorge bereiten. So hat Trump die ländlichen, sich entvölkernden Regionen noch stärker an sich gebunden."

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20:27 Uhr: Entertainerin Gayle Tufts ist "erschöpft"

Einblicke in ihr Gefühlsleben gab die deutsch-amerikanische Entertainerin Gayle Tufts in der "Aktuellen Stunde": "Ich habe das Gefühl, es ist ein bisschen alles außer Kontrolle geraten. Trump sieht alles wie eine riesige Reality-TV-Produktion. Ich sehe nicht, was er erreichen will, außer zu gewinnen. Vielleicht ist es einfach ein Moment, wo wir realisieren, wie tief diese Spaltung ist und wie viel Arbeit wir vor uns haben, um wieder zusammenzukommen. Wir sind alle erschöpft."

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20:20 Uhr: Forderung nach Auszählungsstopp kurios

ARD-USA-Korrespondent Torben Börgers schätzt die Trump-Forderung nach einem Auszählungsstopp der Stimmen so ein: "Das Kuriose daran ist gerade bei den Trump-Anhängern: Sie fordern 'Stoppt die Auszählung' - allerdings nur da, wo Donald Trump vorne liegt. Wo er zurückliegt, da fordern auch sie, zählt jede Stimme, so wie es das andere Lager auch fordert."

20:11 Uhr: Warum dauert die Auszählung in einigen Staaten so lange?

Die Antwort darauf hat ARD-USA-Korrespondent Torben Börgers: "Das Rennen ist extrem eng in den entscheidenden Bundesstaaten. Da liegen die Kandidaten teilweise nur einige tausend Stimmen auseinander und da wollen die Verantwortlichen auf gar keinen Fall Fehler machen. Das hat unter anderem nochmal die Wahlleiterin in Pittsburgh/Pennsylvania betont. Und dort werden vor allem Dingen Briefwahlstimmen ausgezählt. Und die sind nicht so einfach auszuwerten. Da müssen unter anderem Unterschriften verglichen werden auf den Briefwahlzetteln und den Melderegistern für die Wähler."

Andrej Hunko (Die Linke), als internationaler Wahlbeobachter in den USA, erklärt das in der "Aktuellen Stunde" am Beispiel Pennsylvanias so: "In Pennsylvania darf der ganze Prozess der Briefwahl-Auszählung erst nach Schluss der Wahllokale beginnen. Und deshalb dauert das entsprechend lange. Das macht sich Trump jetzt zunutze, um Vorwürfe von Manipulation aufzustellen."

19:23 Uhr: Trump klagt auch in Nevada

Das Wahlkampfteam von Donald Trump reicht nun auch eine Klage im Bundesstaat Nevada ein. Der Trump-Vertraute und frühere US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, behauptete in Las Vegas, derzeit würden "illegale" Stimmzettel gezählt. Dies sei "inakzeptabel".

Der frühere Generalstaatsanwalt von Nevada, der Republikaner Adam Laxalt, sagte, es gebe Berichte über zahlreiche "Unregelmäßigkeiten". So seien Stimmzettel im Namen von Toten abgegeben worden. Außerdem seien die Stimmen von tausenden Menschen gezählt worden, die während der Corona-Pandemie ihren Wahlkreis verlassen hätten und deswegen dort nicht mehr hätten wählen dürfen.

18:35 Uhr: WDR Livestream zur Lage am Freitagmorgen

Egal wie die Stimmenauszählung endet, Donald Trump wird sich wohl kaum geschlagen geben und die Bundesstaaten, in denen Joe Biden als Sieger hervorgeht, mit Klagen überziehen. Die Lage in den USA wird also auch in den kommenden Tagen unklar und kompliziert bleiben. Eine Einordnung der Zustände liefert morgen früh um 7 Uhr unser seit einem Jahr in Oregon lebender WDR-Kollege Cornelius Metzger - im WDR Youtube-Livestream. Ebenfalls zu Gast: die ehemalige ARD-USA-Korrespondentin Martina Buttler. Unsere User können wie immer Fragen stellen, die unsere Experten gerne beantworten.

18:20 Uhr: CNN - Biden legt in Nevada zu

In Nevada hat Joe Biden seinen Stimmenvorsprung von rund 8.000 auf 12.000 Stimmen ausgebaut. Das berichtet CNN. 88,3 Prozent der Stimmen sind ausgezählt. Aktueller Stand: Biden liegt bei 49,5 Prozent, Trump bei 48,5.

17:55 Uhr: Trump will Beweise für Wahlbetrug haben

Donald Trump behauptet auf Twitter, Beweise für Wahlbetrug in Bundesstaaten zu haben, die Joe Biden für sich beansprucht. Welche Bundesstaaten das sind und welche Beweise das sein sollen, sagt er nicht. Twitter hat den Tweet mit einem entsprechenden Warnhinweis versehen.

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17:35 Uhr: Beide Lager geben sich siegessicher

Bidens Wahlkampfmanagerin gibt sich siegessicher: Der Wahlsieg stehe unmittelbar bevor, sagt Jen O'Malley Dillon. Sie erwarte, dass Biden in Nevada gewinne. Und auch in Pennsylvania sehe es gut aus.

Auch Trumps Wahlkampfberater Jason Miller ist optimistisch. Spätestens am Freitagabend werde klar sein, dass Trump weitere vier Jahre im Amt bleiben werde, sagt Miller. Er gehe davon aus, dass es weitere juristische Schritte Trumps in Pennsylvania und auch in Nevada geben werde. Kurios: Trump twitterte bereits, den Bundesstaat Pennsylvania gewonnen zu haben.

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16:46 Uhr: Trump fordert erneut Stopp der Stimmenauszählung

Donald Trump hat erneut gefordert, die laufende Stimmauszählung nach der Präsidentschaftswahl zu beenden. "Stoppt die Auszählung", schrieb der Präsident in Großbuchstaben auf Twitter. In mehreren wichtigen Bundesstaaten, in denen noch kein Sieger ausgerufen wurde, läuft nach wie vor die Auszählung der Wählerstimmen, unter anderem in Arizona, Georgia, Nevada und Pennsylvania.

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16:18 Uhr: Aktueller Stand der Stimmenauszählung

In den noch nicht entschiedenen Bundesstaaten Pennsylvania, North Carolina, Georgia und Nevada zählen Wahlhelfer rund um die Uhr Stimmen aus. Trump benötigt eine Mehrheit in allen vier Staaten, falls sich in Arizona das bisherige Ergebnis für Biden bestätigen sollte.

Ein Wahlhelfer legt einen Stimmzettel auf einen Haufen anderer Dokumente.

In den Swingstates Arizona, Georgia und Pennsylvenia werden wieterhin die Stimmen ausgewertet.

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox News hat Biden bislang die Stimmen von 264 Wahlleuten sicher. Andere Medien wie der Sender CNN und die "New York Times" sahen Biden erst bei 253 Stimmen. Grund dafür ist, dass sie den Staat Arizona noch nicht für entschieden halten. Am Donnerstag führte Biden dort bei einem Auszählungsstand von 86 Prozent mit 50,5 Prozent vor Trump mit 48,1 Prozent.

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So sieht es im einzelnen aktuell aus:

PENNSYLVANIA (20 Stimmen für die Wahlversammlung): Der Vorsprung für Trump ist mit zunehmender Auszählung von Briefwahlstimmen geschrumpft. Zuletzt waren es bei einem Auszählungsstand von schätzungsweise 89 Prozent 50,5 Prozent für Trump und 48,2 Prozent für Biden.

NORTH CAROLINA (15 Stimmen): Auch in dem Ostküsten-Staat gibt es noch keine Entscheidung. Bei einem Auszählungsstand von schätzungsweise 95 Prozent lag Trump mit 50,1 Prozent vor Biden (48,7 Prozent). In North Carolina werden auch noch Briefwahlstimmen gezählt, die bis zum 12. November eingehen.

GEORGIA (16 Stimmen): In dem Südstaat gibt es ein denkbar enges Kopf-an-Kopf-Rennen um die Mehrheit. Bei Auszählung von 96 Prozent der Stimmen führte Trump mit 49,6 Prozent, Biden kam vorläufig auf 49,2 Prozent. Vor allem Stimmen aus dem Großraum Atlanta waren noch zu zählen - traditionell eher eine Hochburg von Bidens Demokratischer Partei.

NEVADA (6 Stimmen): Dort führte Biden bei einem Auszählungsstand von etwa 86 Prozent mit 49,3 Prozent vor Trump (48,7 Prozent).

Amerika wählt! Die US-Präsidentschaftswahl 2020 in Bildern

Der Kampf ums Weiße Haus ist längst kein Rennen mehr um Wählerstimmen. Es droht eine juristische Schlammschlacht. Und auf den Straßen gibt es Proteste.

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Donald Trump gegen Joe Biden: Es geht um jede Stimme. Bei den US-Wahlen gibt es in einigen Bundesstaaten ein Kopf-an-Kop-Rennen.

Donald Trump gegen Joe Biden: Es geht um jede Stimme. Bei den US-Wahlen gibt es in einigen Bundesstaaten ein Kopf-an-Kop-Rennen.

Da viele Wähler per Briefwahl abgestimmt haben, dauert die Auszählung an. Zum Ärger von Trump.

Während der US-Präsident die weitere Auszählung juristisch unterbinden will, formiert sich überall im Land Widerstand. Der Kampf um die Stimmen wird zum Kampf um die Urne. Auch auf den Straßen. Am Tag danach herrscht in Washington mehr denn je Ungewissheit.

Am Union Square in New York kam es in der Wahlnacht zu teils gewalttätigen Protesten.

Die friedliche Stimmung kippte - nicht nur in New York.

Trump-Fans fordern - teilweise bewaffnet -, die Auszählung in den umkämpften Staaten wie Georgie und Pennsylvania zu beenden.

Hier in Phoenix (Arizona) beten Trump-Anhänger während eines Protestmarsches.

Trauriger Höhepunkt: In Detroit (Michigan) belagerten Anhänger des Präsidenten ein Wahllokal, um den Stopp der Auszählung zu erzwingen. Mittlerwile wird weiter gezählt. Unter Politzeischutz.

Überall im Land regt sich Widerstand aufseiten der Demokraten: "Jede Stimme zählt" - so das Credo der Demonstranten.

"Verteidigt die Ergebnisse", heißt es auf Schildern der Demonstranten.

Oder hier: "Jede Stimme zählt - jede Stimme muss gezählt werden".

"Du bringts uns nicht zum Schweigen". Eine klare Botschaft an Präsident Trump.

Auch in Oregon setzten Polizeikräfte gegen Demonstranten Schlagstöcke ein.

Mancherorts brannte gar die US-Flagge.

15:53 Uhr: Warum dauert die Stimmenauszählung so lange?

In Deutschland wäre es unvorstellbar, dass am Wahltag nach Schließung der Wahlkabinen kein Ergebnis vorliegt. Warum also dauert das in den USA so lange? Das hat sehr viel mit dem Briefwahl-Boom zu tun. Laut CNN haben 2016 rund 46 Millionen Wähler ihre Stimme per Brief abgegeben, 2020 sind es mehr als 100 Millionen. Und das dauert eben, bis diese Stimmen alle gezählt sind. Wahlberechtigt in den USA sind rund 239,2 Millionen Menschen.

15:29 Uhr: OSZE wirft Trump Amtsmissbrauch vor

Auf Twitter prangerte Trump ein angebliches "Verschwinden" republikanischer Wählerstimmen an, ohne dafür irgendwelche Belege zu präsentieren. Sein persönlicher Anwalt Rudy Giuliani warf den Demokraten vor, gefälschte Wahlzettel eingeschickt zu haben. Auch er legte keine Belege vor.

Hinter einen großen Banner mit der Aufschrift "every vote counts - count every vote" stehen viele Demonstranten.

Nachdem Präsident Trump aufgerufen hatte, die Auswärtung der Stimmen zu beenden, gab es in mehreren US-Städten Proteste.

Nach Ansicht der OSZE-Beobachter gibt es keine Grundlage für diese Vorwürfe. "Trumps Manipulationsvorwürfe sind haltlos", sagte Missionsleiter Michael Link der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Trumps nächtlicher Auftritt sei "ein grober Missbrauch des Amtes" gewesen.

15:05 Uhr: Was steckt hinter Trumps Klagedrohungen?

Donald Trump hat seine Wahlbetrugs-Vorwürfe wiederholt und eine Klagewelle in mehreren US-Bundesstaaten angekündigt. Was bezweckt er damit? Kirk Junker, Professor für US-amerikanisches Recht an der Uni Köln, sagte dem WDR dazu: "Trump hat die vielen verschiedenen Klagen als Ablenkung eingereicht." Er habe Angst, die Wahl zu verlieren.

Trump müsse zudem erklären, was die jeweiligen Staaten falsch gemacht hätten. Das könne er nicht: "Eine Klage muss auf einen gesetzwidrigen Akt begründet sein. Er macht viel Lärm."

Einen besonders interessanten Aspekt für Trumps Verhalten lieferte der Politologe Johannes Thimm von der Forschungsgruppe Amerika der Stiftung Wissenschaft und Politik im WDR5 Morgenecho: "Donald Trump hat viel zu verlieren mit dieser Wahl, nicht nur das Amt des Präsidenten. Es gibt alle möglichen Verfahren, die gegen ihn laufen wegen Steuergeschichten, Korruption, Verstößen gegen rechtsstaatliche Prinzipien. Bisher hat ihn die Immunität des Amtes geschützt."

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Unser WDR-Kollege Cornelius Metzger, der seit einem Jahr in Oregon lebt, beschreibt derweil die Stimmung dort so: "Die Menschen hier stehen nach wie vor voll und ganz hinter ihrem Präsidenten. Die stehen auch dahinter, dass Trump angekündigt hat, das Ergebnis von Gerichten prüfen zu lassen."

14:27 Uhr: Ausschreitungen in einigen US-Städten

Mehrere Polizisten stehen um einen am Boden liegende Person.

In der Wahlnacht kam es in mehreren US-Stätdten zu gewaltsamen Protesten und Ausschreitungen gegen die Polizei.

In mehreren US-Städten hat es teils gewaltsame Proteste gegeben. In Portland im Bundesstaat Oregon kam es am Mittwochabend (Ortszeit) zu Ausschreitungen am Rande einer Demonstration. Zahlreiche Menschen forderten, jede Stimme zu zählen. Medienberichten zufolge wurden Schaufensterscheiben zerstört. Laut Polizei wurden Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen. Auch die Nationalgarde sei aktiviert worden.

In New York City kam es nach einem Bericht der "New York Times" zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizeibeamten. Die Polizei meldete, sie habe mehr als 20 Personen festgenommen, die einen friedlichen Protest hätten kapern wollen. Auch in Chicago und Philadelphia wurden Proteste gemeldet, in Minneapolis blockierten mehrere Hundert Demonstranten eine Bundesstraße.

In Detroit im Bundesstaat Michigan versammelte sich eine Gruppe von Demonstranten vor einem Auszählungsbüro und skandierte "Stoppt die Auszählung". Auch in Phoenix im Bundesstaat Arizona versammelten sich mehrere Dutzend Demonstranten vor einem Behördengebäude, in dem Stimmen ausgezählt wurden, wie bei CNN zu sehen war. Einer CNN-Reporterin zufolge forderten einige den Stopp der Auszählung. Andere wollte, dass alle Stimmen gezählt werden. Einige hätten Waffen wie Automatikgewehre dabei gehabt.

13:00 Uhr: Es bleibt spannend

Donald Trump hat noch immer eine Chance, zu einer zweiten Amtszeit zu kommen, sagte ARD-Reporter Torben Börgers in Washington in der Tagesschau. Allerdings: "Wenn Joe Biden heute Arizona und Nevada gewinnt, dann ist er in der Tat der nächste Präsident der Vereinigten Staaten." Das Ergebnis könne heute noch im Laufe des Tages kommen.

"Gelingt ihm das nicht, dann richten sich alle Augen wieder nach Pennsylvania." Dort führe Trump, dessen Vorsprung schmelze jedoch mit jeder ausgezählten Briefwahlstimme. "Und dort wird erst für morgen ein Ergebnis erwartet."

12:33 Uhr: Erstmals schwule schwarze US-Kongressabgeordnete

In den US-Kongress sind zum ersten Mal zwei schwarze und offen homosexuell lebende Männer gewählt worden. Sie werden ab Januar an New York im Repräsentantenhaus vertreten. Beide gehören den Demokraten an: der 33-jährige Harvard-Absolvent und Anwalt Mondaire Jones und das 32 Jahre alte New Yorker Stadtratsmitglied Ritchie Torres.

Jones und Torres seien in armen Verhältnissen aufgewachsen, schrieb die "New York Times". Auf Twitter bedankte sich Jones, dass dieser einen "offen schwulen, schwarzen Kerl", der mit Lebensmittelmarken aufgewachsen sei, gewählt habe.

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"Es ist die Ehre meines Lebens, einen Stadtteil zu repräsentieren, der mit systemrelevanten Arbeitern gefüllt ist, die ihr Leben riskiert haben, damit New York City leben kann", twitterte Torres mit Blick auf die im Sommer schwer von der Corona-Pandemie getroffene Stadt.

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Torres gewann einen als einkommensschwach geltenden Bezirk, zu dem Teile der Bronx gehören. Er beschreibe sich als schwarz und als Latino und wird auch der erste offen schwule Latino im Kongress sein, so die "New York Times". 

12:29 Uhr: Biden holt in Georgia auf

Zwischenstand des Edison Research Centers aus dem Schlüsselstaat Georgia: Nach Auszählung von 96 Prozent der Stimmen kommt Präsident Trump auf 49,6 Prozent, Herausforderer Biden liegt bei 49,2 Prozent. Der Vorsprung von Trump hat sich damit noch weiter verringert.

12.14 Uhr: Laschets Tipp für Niederlagen

Kritik an Donald Trump? NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) retweetete ein Video, in dem der republikanische Präsident George Bush 1992 dem demokratischen Wahlsieger Bill Clinton gratuliert. Bush respektiert darin die Mehrheitsentscheidung der Wähler.

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11.54 Uhr: Ex-Außenminister sieht "kein Zurück in die alten Zeiten"

Angesichts der schwierigen innenpolitischen Lage in den USA rechnet der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) damit, dass das diese zunächst weitgehend mit ihren internen Problemen beschäftigt sein werden.

"Das Land ist - egal, wer Präsident ist - unfassbar tief gespalten und wird deshalb auf mittlere Frist insbesondere als Ordnungsmacht in der Welt ausfallen", sagte Gabriel dem Bayerischen Rundfunk. Egal, wer Präsident der USA werde, "es gibt kein Zurück in die alten guten Zeiten, in denen Amerika fast ein europäisches Land war", sagte Gabriel weiter.

11.18 Uhr: Was passiert bei einer Niederlage Trumps?

Donald Trumps Verhalten sei ein Signal an seine Anhänger, sich bereit zu halten, sagte die US-Journalistin Melinda Crane im WDR 5-"Morgenecho". Was im Falle einer Wahlniederlage Trumps in den USA passiere, sei derzeit schwer zu sagen. "Es ist gut möglich, dass viele Anhänger Trumps nicht schnell bereit sind, Joe Biden als den legitimen Präsidenten zu akzeptieren."

11.05 Uhr: OSZE kritisiert Trump

Die Wahlbeobachter der OSZE haben bei der Präsidentenwahl laut ihrem Leiter keine Unregelmäßigkeiten registriert. "Wir haben das untersucht. Wir haben keinerlei Regelverstöße feststellen können", sagte der FDP-Politiker Michael Georg Link im rbb-Inforadio.

Dies gelte sowohl für den Wahltag selbst als auch zuvor bei der Briefwahl. "Es gab keine systemische Beeinträchtigung oder gar Manipulation." Es werde allerdings noch dauern, bis das endgültige Ergebnis feststehe. "Deshalb bleiben unsere Experten noch im Lande und werden das noch weiter unter die Lupe nehmen."

10.27 Uhr: Russland besorgt über Unklarheit

Russland äußert sich besorgt über die andauernde Hängepartie in den USA. Der Mangel an Klarheit nach der Präsidentenwahl könnte negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die globale Entwicklung insgesamt haben, erklärt das Präsidialamt in Moskau. Weiter äußern wollte es sich nicht.

10.02 Uhr: "Je enger das Ergebnis wird, desto mehr Stress in der Bevölkerung"

WDR-Journalist und Podcaster Jan Koch beobachtet die US-Wahl vor Ort in New York. In der aktuellen Folge unseres Podcasts 0630 sagt er: "Je enger das Ergebnis wird, desto mehr Stress in der Bevölkerung, prognostizieren Experten." Dann würde Trump in den Swing States auf eine gerichtliche Lösung hinarbeiten, in den ohnehin gespaltenen USA würde das wohl für Unruhen sorgen. In Arizona, Pennsylvania oder Nevada zählen Wahlhelfer weiter Stimmen - "die Wahlhelfer werden als Heroes bezeichnet, als Helden - die durchsetzen, dass alles demokratisch abläuft", erzählt Koch.

9.46 Uhr: Kopf-an-Kopf-Rennen in Arizona

Im Bundesstaat Arizona wird das Rennen wieder enger: Laut Edison Research kommt Trump nach Auszählung von 86 Prozent der Stimmen jetzt auf 48,1 Prozent - Biden auf 50,5 Prozent. Zuvor waren es noch 47,9 zu 50,7 Prozent.

Sollte Biden Arizona gewinnen, hätte er 264 Stimmen im Electoral College. Mit 270 Stimmen hat ein Kandidat dort die Mehrheit. Dann würde ihm zu einem Sieg noch sieben Stimmen fehlen.

09:29 Uhr: Juncker kritisiert Trump

"Als ob jemand versuchen würde, vor der Landung aus dem Flugzeug auszusteigen, damit er als Erster festen Boden unter den Füßen hat", kritisierte Jean-Claude Juncker, ehemaliger Präsident der EU-Kommission, bei WDR 2 Donald Trumps Verhalten. Es sei ein Unding, wenn ein Regierungschef sich dem Wählervotum entziehen wolle.

Juncker appellierte an die EU, die eigene Rolle in der Welt zu stärken: "Wir müssen unsere Verteidigungsanstrengungen nach oben korrigieren."

09.17 Uhr: Republikaner gewinnen wohl Senat

Bei der zusammen mit der US-Präsidentenwahl abgehaltenen Wahl von 35 der 100 Senatsmitglieder haben sich demokratische Hoffnungen auf entscheidende Zugewinne vorerst nicht erfüllt. Etliche Wahlkreise, in denen ein Wechsel für möglich gehalten wurde, gingen erneut an republikanische Amtsinhaber.

Ob deren Mehrheit von 53 der 100 Sitze halten wird, war in der Nacht noch nicht entschieden. Aus Alaska, North Carolina und von einem Sitz in Georgia lagen noch keine Endergebnisse vor.

Ob seine Partei den Senat kontrolliert, ist entscheidend für die Macht des Präsidenten. Bisher stand das Verhältnis bei 53 zu 47 für die Republikaner, die damit die Entscheidungsmehrheit für den ebenfalls republikanischen Präsidenten Trump sicherten.

08.51 Uhr: Skepsis bei Trumps juristischen Chancen

Donald Trumps juristisches Vorgehen werde am noch ausstehenden Endresultat der Wahl wohl nichts ändern, sagte Johannes Thimm, USA-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, im WDR5 Morgenecho. Das Vorgehen Trumps sei widersprüchlich: In einigen Staaten wolle er die Stimmenzählung stoppen lassen und in anderen fortsetzen.

Trump habe ohne Beweise gerade auch in den letzten beiden Tagen von Wahlbetrug gesprochen und sich damit ein Stück weit diskreditiert. "Meine Hoffnung ist, dass das amerikanische System funktioniert und die Justiz ihre Unabhängigkeit bewahrt."

08.30 Uhr: Oberstes US-Gericht entscheidet auch gegen Trump

US-Experte Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin ist sich sicher: Der Supreme Court werde unabhängig von Trump entscheiden. "Ich warne vor der Lesart, dass die von Trump ernannten Richter willfährige Marionetten sind. Das kann man nicht belegen."

Etliche Urteile, die der Supreme Court gerade in den letzten Tagen in Sachen Wahlrecht und Wahlverfahren gefällt hab, richteten sich gegen den erklärten Willen des Präsidenten. 

08.16 Uhr: Bewaffnete Trump-Anhänger in Arizona

Vor einem Behördengebäude in Arizona, in dem Stimmen der US-Präsidentenwahl ausgezählt werden, hat sich in der Nacht eine große Gruppe von Trump-Anhängern versammelt. Mehrere unter ihnen hätten Waffen wie Automatikgewehre gehabt, berichtete eine Korrespondentin des Nachrichtensenders CNN.

Auf Fernsehbildern waren zahlreiche Personen auf dem Parkplatz vor dem Gebäude im Bezirk Maricopa County zu sehen, zu dem unter anderem die Stadt Phoenix gehört.

07.54 Uhr: Rat der Union an die Republikaner

Man müsse den Republikanern das Recht zubilligen, dass Wahlvorgänge überprüft werden, sagte Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, im WDR5 Morgenecho. Allerdings rät er zur Zurückhaltung.

"Ich finde, der gute Ratschlag an alle republikanischen Politiker müsste doch jetzt sein, dass sie die Auszählung abwarten, dass sie sorgfältig analysieren und dass sie vor allem drauf setzen, dass sie den Senat halten."

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07.31 Uhr: Toter wird gewählt - was heißt das?

In North Dakota wurde ein bereits im Oktober verstorbener Republikaner gewählt. Was bedeutet das? Muss neu gewählt werden? Nein, sagte Kirk Junker, Professor für US-Recht an der Universität Köln im Livestream von WDR aktuell.

Da die Wahlliste bereits vor der Wahl gedruckt worden sei, könne das immer passieren - auch in anderen Ländern. Eine solche Ausnahme sei nicht repräsentativ, so Junker. Das sei kein Hinweis auf ein Bruch des Rechtssystems.

07.20 Uhr: Trumps Angst vor dem Staatsanwalt

Warum geht Trump vor Gericht? Er hat wohl nicht nur Angst, die Wahl zu verlieren, sagte Kirk Junker, Professor für US-Recht an der Universität Köln im Livestream von WDRaktuell.

Es gebe offenbar auch einen persönlichen Grund: Trump befürchte bei einer Niederlage, dass die Staatsanwaltschaft New York wegen seiner Steuern gegen ihn vorgehen könnte.

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07.10 Uhr: Was ist mit Georgia?

Georgia könnte noch an Biden gehen. In diesem Bundesstaat liegt Trump zwar derzeit mit 30.000 Stimmen vorn, sagt ARD-Korrespondentin Martina Buttler.

Aber: Es müssen noch 90.000 Briefstimmen ausgezählt werden. Das könnte ein Vorteil für Biden sein.

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06.57 Uhr: Biden braucht noch einen weiteren Staat

Joe Biden steht offenbar kurz vor der Ziellinie. Nach seinem Triumph in Michigan trennt ihn nur noch ein weiterer Staat vom Einzug ins Weiße Haus. Nach Siegen in Michigan und Wisconsin hat der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden beste Chancen aufs Weiße Haus. Mit Michigan und Wisconsin hatte sich Biden am Mittwoch einen Teil der sogenannten Blauen Mauer zurückgeholt, also einer Reihe von früheren demokratischen Hochburgen unter den Bundesstaaten.

05.41 Uhr: Trump-Anhänger protestieren in Arizona

Auch in Arizona haben sich Trump-Anhänger vor einem Gebäude versammelt, in dem Stimmen ausgezählt werden. Im Gegensatz zu Michigan, wo Trump-Anhänger forderten, die Auszählung zu stoppen ("Stop the count"), erklangen in Phoenix Sprechchöre wie "Count the vote" ("Zählt die Stimmen"). Das dürfte daran liegen, dass Trump dort hinter Biden liegt.

Nach Auszählung von 84 Prozent der Stimmen liegt Biden bei 50,7 Prozent, Trump bei 47,8. Auf einem Video, das der Sender CNN zeigte, war zu sehen, wie Sicherheitskräfte einschritten. Eine Reporterin berichtete, manche der Demonstranten trügen automatische Waffen.

03.42 Uhr: Nächstes Update aus Nevada erst am Abend

Joe Biden fehlen noch sechs Wahlmänner für die Präsidentschaft. Genau sechs sind in Nevada zu vergeben, wo er mit einem knappen Vorsprung von 0,6 Prozentpunkten bzw. 7.647 Stimmen führt. Doch bis es ein Update aus Nevada gibt, wird es bis Donnerstagabend deutscher Zeit dauern.

Erst dann wollen die dortigen Behörden frische Informationen zum Stand der Auszählung veröffentlichen. In Nevada sind rechtzeitig per Post verschickte Stimmzettel gültig, wenn sie bis zum späten Nachmittag am 10. November eintreffen.

03.15 Uhr: Biden will Klimaabkommen wieder beitreten

Sollte Joe Biden zum US-Präsidenten gewählt werden, hat er bereits Pläne für seinen ersten Tag im Amt. Er werde dafür sorgen, dass die USA wieder dem Pariser Klimaabkommen beitreten würden, schrieb er auf Twitter. Am Mittwochmorgen waren die USA offiziell aus dem Abkommen ausgetreten. Die Ankündigung hatte Präsident Trump schon vor drei Jahren gemacht.

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02.40 Uhr: Röttgen bemängelt Trumps "fehlenden Respekt für die Demokratie"

Dass Donald Trump sich vorzeitig zum Sieger der US-Wahl ernannt hat, wird von Norbert Röttgen (CDU) scharf kritisiert. "Das zeigt den völlig fehlenden Respekt für die Grundregeln der Demokratie", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag im WDR.

Trumps Verhalten sei keine Überraschung, so habe man ihn schon in den vergangenen vier Jahren erlebt. "Er weiß ja, dass das falsch ist. Aber das ist Teil des Meinungskampfes, in den er jetzt einsteigt", sagte er weiter. Den Kampf ums Weiße Haus werde Trump verlieren, prognostizierte Röttgen. Als "Versöhner" und "Brückenbauer" sei ein möglicher Präsident Biden eine gute Besetzung.

02.22 Uhr: Trump-Unterstützer protestieren in Michigan

Dutzende Unterstützer von US-Präsident Donald Trump haben nach der US-Wahl einen Auszählungsstopp der Stimmen in Michigan gefordert. "Stoppt die Auszählung!" und "Stoppt die Abstimmung!", riefen wütende Protestierende vor und im TCF Center in Detroit, wo Stimmen ausgezählt wurden. Das war auf Videos von lokalen Medien zu sehen. Polizisten hielten die Trump-Unterstützer davon ab, in den Auszählungsbereich vorzudringen. Der Protest in Detroit begann kurz bevor Biden zum Sieger der Wahl in Michigan erklärt wurde.

Laut einer Umfrage des Forschungszentrums Norc tendierten Trump-Unterstützer eher dazu, dem Auszählungsprozedere zu misstrauen. Demnach waren sich nur rund sechs von zehn Befragten mit Präferenz für Trump sicher, dass Stimmen fehlerfrei gezählt werden. Unter Biden-Wählern hatten fast acht von zehn Vertrauen in den Prozess.

02.02 Uhr: 60.000 Stimmen für Rapper Kanye West

Nicht nur Donald Trump und Joe Biden, auch der Rapper Kanye West stand in den USA zur Wahl - zumindest in zwölf der 50 Bundesstaaten. Insgesamt konnte er knapp 60.000 Stimmen holen, meldete die "New York Times". Mit dem Wahlausgang hatte der Ehemann von Reality-Star Kim Kardashian natürlich nichts zu tun. Doch das entmutigte ihn offenbar nicht. West deutete via Twitter eine erneute Kandidatur in vier Jahren an und postete dort die Botschaft "KANYE 2024".

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01.40 Uhr: Trump geht juristisch gegen Abstimmungen in drei Staaten vor

Nach Michigan und Pennsylvania hat US-Präsident Donald Trump nun auch im umkämpften Georgia juristische Schritte gegen das Abstimmungsprozedere eingeleitet. Sein Wahlkampfteam und die republikanische Partei baten am Mittwoch einen Richter, die Beschlagnahmung von Wahlzetteln anzuordnen, die am Wahltag am Dienstag nach 19.00 Uhr (Ortszeit) eingegangen waren.

Trumps Vorsprung in Georgia war zuletzt geschrumpft. Er liegt dort nur noch ein Prozent vor Biden. Auch in Pennsylvania kam durch die Briefwahlergebnisse Bewegung ins Rennen. Lag Trump in der vergangenen Nacht noch knapp 14 Prozent vor Biden, sind es nach Auszählung von 87 Prozent der Stimmen nur noch 3,3 Prozent.

01.18 Uhr: Toter Kandidat holt Mandat in North Dakota

In North Dakota hat ein Kandidat einen Sitz im Regionalparlament gewonnen, der bereits vor einem Monat nach einer Infektion mit dem Coronavirus verstorben war. Der Republikaner David Andahl holte posthum etwa ein Drittel und damit die meisten Stimmen in seinem Wahlbezirk, wie örtliche Behördenvertreter am Mittwoch mitteilten. Andahls Mandat im Kongress des Bundesstaats soll nun von einem anderen Republikaner übernommen werden.

00.31 Uhr: Trump sieht sich weiter als Sieger in Michigan

Joe Biden hat in Michigan die Mehrheit, doch Donald Trump akzeptiert das Ergebnis offenbar nicht. Er twitterte: "Zusätzlich beanspruchen wir den Staat Michigan falls es tatsächlich eine große Zahl heimlich weggeworfener Stimmzettel gab, wie weithin berichtet wurde!" Auch in Georgia, Pennsylvania und North Carolina sieht sich Trump deutlich vorne.

Entschieden ist dort aber noch nichts für ihn. Im Gegenteil: Wie CNN meldete, ist Trumps Vorsprung in Georgia auf 60.000 Stimmen geschrumpft. Trump liegt dort bei 50,0 %, Biden bei 49,8. Twitter versah Trumps Nachrichten umgehend mit Warnhinweisen.

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00.13 Uhr: Nevada-Ergebnis früher erwartet

In Nevada könnte sich die US-Präsidentschaftswahl in den kommenden Stunden entscheiden. Der für Wahlen zuständige stellvertretende Innenminister Wayne Thorley schrieb in einer SMS an die Nachrichtenagentur AP, noch am Mittwoch (Ortszeit) sollten weitere Auszählungsdaten veröffentlicht werden.

Allerdings war unklar, wie viele und ob sie ausreichen würden, um Joe Biden den Weg zum Sieg zu ebnen. Er führte dort nach vorläufigen Ergebnissen vor Donald Trump. Mit den 6 Wahlmännern aus Nevada hätte Biden die erforderliche Mehrheit von 270.

Stand: 06.11.2020, 07:00

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