Vonovia und Deutsche Wohnen: Das bedeutet die Mega-Fusion für Mieter

Vonovia und Deutsche Wohnen: Das bedeutet die Mega-Fusion für Mieter

Durch die Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen könnte der größte deutsche Wohnungskonzern entstehen. Mieter fürchten steigenden Mieten und schlechte Betreuung. Zurecht?

Die Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen wollen sich zusammenschließen. Welche Dimension hat die Fusion?

Derzeit gibt es ungefähr 20 Millionen Wohnungen in Deutschland. Der neu geschaffene Konzern besäße dann rund 500.000 Wohnungen und wäre laut WDR-Wirtschaftsexpertin Anne Schneider "der größte Player" im Land. Einsprüche vom Kartellamt sind eher nicht zu erwarten. Dafür ist der Anteil immer noch zu klein und zu ungleich über das Land verteilt: 156.000 Wohnungen des neu geschaffenen Konzerns sind in Berlin, 100.000 in NRW.

Vonovia-Mieter klagen jetzt schon oft über anonyme Betreuung und schlechte Erreichbarkeit der Verwaltung. Wird sich das verschlimmern, wenn wie angekündigt jährlich Kosten von 105 Millionen Euro eingespart werden sollen?

Die beiden Konzerne haben angekündigt, die Kosteneinsparungen vor allem bei den IT-Systemen und durch einen besseren Einkauf zu erzielen. Zudem soll der Firmensitz dann in Bochum sein. In Berlin, wo die "Deutsche Wohnen" derzeit ihren Sitz hat, soll dann nur noch eine Dependence vertreten sein.

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) sagte im WDR, sie habe Vonovia bisher als verlässlichen Partner erlebt. Sie versprach aber: "Wohnen ist Daseinsvorsorge - und wenn wir merken, dass Vermieterinnen und Vermieter schlecht mit Mietern umgehen, dann rücken wir auch den Vermietern auf den Leib."

Ist mit raschen Mieterhöhungen zu rechnen?

In Berlin soll ein "Wohnpakt" geschlossen werden zwischen der Stadt und dem Konzern. Ziel ist es offenbar auch, die aktuelle Situation zu befrieden. Die Deutsche Wohnen hat angekündigt, dass die Mieten drei Jahre lang nur um ein Prozent steigen sollen und danach zwei Jahre lang in Höhe der Inflation.

Im Gespräch ist außerdem, dass Vonovia dem Land Berlin 20.000 Wohnungen verkauft. Die Berliner Regierung setzt darauf, viel kommunalen Wohnraum anzubieten, um die Mietpreise unter Kontrolle zu halten. Das Land NRW hat dagegen kein Interesse an so einem Angebot: Bauministerin Scharrenbach sagte, sie wolle sich lieber darauf konzentrieren, dass neue Grundstücke erschlossen und Bauvorschriften gelockert werden.

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Und was ist mit den betroffenen Wohnungen in NRW?

In NRW wird sich durch den Deal voraussichtlich erstmal wenig ändern. Das sieht auch WDR-Expertin Schneider so: "Die Konzerne haben derzeit keine Lust auf negative PR", sagte sie am Dienstag. Auch ohne einen "Wohnpakt" wie in Berlin können Unternehmen die Mieten nicht einfach beliebig erhöhen. In vielen Großstädten gibt es Kappungsgrenzen und Mietspiegel.

Beobachter des Wohnungsmarktes in NRW sehen aber schon seit längerem eine Tendenz bei "Vonovia", Mieten eher an der obersten Grenze der Preisspanne anzusetzen. Zudem laufen u.a. in Dortmund Klagen gegen den Konzern wegen überhöhter Nebenkostenabrechnungen.

Stand: 26.05.2021, 08:44

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