behandschuhte Hände halten einen Covid PCR-Test

PCR-Tests: Was bei unseren Nachbarn besser läuft

Stand: 24.01.2022, 19:50 Uhr

In Deutschland werden die Kapazitäten für PCR-Tests knapp. Dabei werden bei uns im europäischen Vergleich ohnehin nur wenige Menschen getestet. Woran liegt das?

Von Andreas Schneider

Alleine in Wien werden pro Woche rund 2,4 Millionen PCR-Tests gemacht - bei weniger als zwei Millionen Einwohnern in der österreichischen Hauptstadt. Für ganz Deutschland gibt das RKI die Testkapazitäten derzeit mit 2,8 Millionen an - bei etwa 83 Millionen Einwohnern. Vergleicht man ganz Österreich mit Deutschland, dann werden bei unseren Nachbarn pro 100.000 Einwohnern mehr als 40 mal so viele PCR-Tests gemacht wie bei uns.

Auch im europäischen Vergleich sieht es düster aus. Nur drei Länder testen laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) pro 100.000 Einwohner weniger als Deutschland: Polen, Ungarn und Rumänien.

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Im Fall von Österreich liegt das auch an der Durchführung der Tests: Alle Proben werden zu Pooltests zusammengefasst - ähnlich wie in NRW bei Kita- und Grundschulkindern sowie Schülern und Schülerinnen an Förderschulen. Das bedeutet, dass zehn Proben auf einmal getestet werden und nur später individuell überprüft werden, wenn der gesamte Pool positiv war. Weil das in Österreich bei jeder Probe passiert, spart das Zeit und Kapazitäten.

Zu Hause gurgeln statt ins Testzentrum

Außerdem können sich die Menschen in Österreich Testkits an Tankstellen und Supermärkten holen, mit der enthalten Flüssigkeit gurgeln und die Kits wieder zurückbringen. Die Proben werden dann im Labor analysiert. So kostet ein PCR-Test in Österreich nur sechs Euro.

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