Corona-Live-Ticker: Pinkwart: "Soforthilfe soll Existenzen sichern"

Corona-Live-Ticker: Pinkwart: "Soforthilfe soll Existenzen sichern"

  • Wirtschaftsminister Pinkwart in der Aktuellen Stunde
  • Betrug mit Atemschutzmasken
  • Lufthansa schließt Germanwings
  • Laschet: Infektionsgeschehen verlangsamt sich
  • Alle aktuellen Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Pinkwart äußert sich zu Soforthilfen

Andreas Pinkwart

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart

NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP) sagte in der Aktuellen Stunde am Dienstag (07.04.20), dass für Bund und Länder die Liquidität der Unternehmen im Vordergrund stehe.

Man habe sich entschieden, dass das Hauptgewerbe mit einem Zuschuss gefördert werden solle. Aber auch im Nebengewerbe sieht Pinkwart Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung, sofern es Mitarbeiter in Festanstellung gäbe.

Die betrieblichen Sachverhalte seien wichtiger als die privaten, damit Existenzen gesichert bleiben könnten. Bei der Versteuerung der Soforthilfe-Auszahlungen müsse man keinen Verwendungszweck angeben, es werde aber vorausgesetzt, das man sich an die Vorgaben halte.

"Wir haben immer wieder versucht das Programm zu erweitern", betonte Pinkwart. "Wenn Bund und Land drei Milliarden Euro in NRW bereitstellen, ist das ein enormer Beitrag das Unternehmertum zu unterstützen". Ebenfalls sei das Gründer-Stipendium für Start-Ups verlängert worden. Zudem überlege man noch, wie man auch Start-Ups helfen könne, die nach dem 31.12.2019 gegründet wurden.

Lufthansa schließt Germanwings

Als Reaktion auf die Corona-Krise stellt die Lufthansa den Flugbetrieb ihrer Kölner Tochter Germanwings ein. Zudem sollen etliche Flugzeuge auch anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag (07.04.2020) in Frankfurt mitteilte. Germanwings führt mit 1.400 Mitarbeitern und 30 Flugzeugen seit Jahren Flüge für die ebenfalls in Köln ansässige Eurowings durch. Wie es mit Mitarbeitern und Maschinen weitergeht, ist noch nicht bekannt.

Betrug mit Atemschutzmasken

Zwei Vertriebsfirmen sollten nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft Traunstein rund zehn Millionen Masken für knapp 15 Millionen Euro an das Land NRW liefern. Nordrhein-Westfalen habe dafür bereits rund 14,7 Millionen Euro an ein Schweizer Vertriebsunternehmen gezahlt, teilte die Behörde am Dienstag (07.04.2020) mit.

Die Vertriebsfirmen leisteten laut Mitteilung eine Anzahlung von rund 2,4 Millionen Euro an die vermeintlichen Lieferfirmen. Als die Masken nicht wie geplant ankamen, habe der Geschäftsführer am 30. März Anzeige erstattet. Offenbar noch rechtzeitig: mehr als zwei Millionen des überwiesenen Geldes seien inzwischen auf Konten im Ausland entdeckt und eingefroren worden, berichtete die Staatsanwaltschaft.

Laschet: Infektionsgeschehen in unserem Land verlangsamt sich

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Dienstag (07.04.2020) betont, dass sich NRW bei der Eindämmung der Coronavius-Pandemie auf dem richtigen Weg befindet. "Das Infektionsgeschehen in unserem Land verlangsamt sich weiter. Wir liegen im Schnitt der deutschen Bundesländer etwas besser", erklärte Laschet. "Alle Maßnahmen, die wir getroffen haben, wirken. Man merkt, dass sich die Menschen an die Regeln halten." Am Montag habe der für die Berechnung der Dynamik des Infektionsgeschehens wichtige Verdoppelungszeitraum der Infektionszahlen bei 11,1 Tagen gelegen.

Wann es eine Lockerung der Schutzmaßnahmen geben wird, konnte Laschet noch nicht sagen. Am Mittwoch tage der Expertenrat, und es würden erste Zwischenergebnisse erwartet. Für das Osterfest bat er die NRW-Bürger um Durchhaltevermögen. "Es ist schmerzhaft, dass Menschen sich nicht begegnen können. Wir müssen das bis Sonntag aufrechterhalten, um nachher bessere Perspektiven zu haben", betonte Laschet.

Wie eine Lockerung der Maßnahmen aussehen wird, hänge auch von den Ergebnissen der Studie des Virologen Hendrik Streeck im Kreis Heinsberg ab. "Die Studie von Professor Streeck wird uns Daten liefern, wie viele Menschen bereits infiziert sind und wie hoch die Dunkelziffer ist", so Laschet. "Die können wir dann auf das ganze Land hochrechnen. Wir werden dann wissen, welche Maßnahmen welchen Effekt haben."

Söder erwartet Maskenpflicht

Im Zuge einer schrittweisen Lockerung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Krise wird es nach Meinung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in Deutschland eine Pflicht geben, einfache Schutzmasken zu tragen. "Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben, die dann notwendig ist", sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München.

Schwerkranke als Testpersonen

Besonders schwer erkrankte Corona-Patienten dürfen künftig mit dem noch nicht zugelassenen Wirkstoff Remdesivir behandelt werden, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Das hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn genehmigt, wie ein Sprecher am Dienstag (07.04.2020) bestätigte. Der Wirkstoff wurde von einem US-Pharmaunternehmen ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt.

Es gebe erste Anzeichen für eine Wirksamkeit auch gegen das Coronavirus, hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA vergangenen Freitag festgestellt und einen Einsatz des Mittels für Schwerkranke ohne Behandlungsalternative empfohlen. "Die Ergebnisse laufender klinischer Prüfungen bleiben abzuwarten", sagte ein Sprecher der deutschen Arzneimittelbehörde. Die Kosten bei solchen sogenannten Härtefallprogrammen trägt der Hersteller. Die behandelnden Ärzte oder Kliniken wenden sich in solchen Fällen direkt an den Hersteller.

Loveparade-Prozess vor Einstellung?

Das Landgericht Duisburg hat wegen der Corona-Krise die Einstellung des Loveparade-Strafprozesses vorgeschlagen. Damit würde der Prozess ohne Urteil beendet. Die Verfahrensbeteiligten sollen bis zum 20. April Stellung nehmen. Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie sei nicht absehbar, wann und wie die derzeit unterbrochene Verhandlung fortgesetzt werden könne, teilte das Gericht am Dienstag (07.04.20) mit.

Erst vergangene Woche hatte das Gericht wegen der Corona-Krise eine Unterbrechung von unbestimmter Dauer mitgeteilt.

Robert-Koch-Institut: Weniger neue Fälle, aber keine Entspannung

Am Dienstagmorgen (07.04.2020) hat RKI-Chef Lothar Wieler die neuesten Infektionszahlen bekanntgegeben. Demnach haben sich in Deutschland 99.225 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Davon seien 1.607 gestorben, das sei ein Plus von 173 Toten im Vergleich zu Montag (06.04.2020). "Wir können mitteilen, dass wir geschätzt 33.300 Genesene haben", sagte Wieler. "Die neu übermittelten Fälle werden geringer, von einer Entspannung kann aber nicht ausgegangen werden", so Wieler. "Wir müssen die nächsten Tage abwarten, ob sich daraus ein Trend ableitet", ergänzte er.

Laut Wieler befinden sich viele Betroffene in Behandlung, daher sei mit weiteren Toten zu rechnen. "Im Schnitt waren die Toten 80 Jahre alt, die jüngste deutsche Tote war 28 Jahre alt, litt aber an Vorerkrankungen", sagte Wieler. Das RKI teilte zudem mit, dass nun eine App mit dem Namen "Corona Datenspende" verfügbar sei. Mit der könne man an einem großangelegten Projekt zur Datenerhebung teilnehmen.

Die Reproduktionszahl der Infektionen mit dem Coronavirus liegt nach RKI-Angaben derzeit zwischen 1,2 und 1,5 und damit wieder etwas höher als zum Ende der vergangenen Woche. Am Freitag (03.04.2020) hatte Wieler den Faktor mit 1 beziffert, das heißt, dass ein Infizierter einen anderen Menschen mit dem Virus ansteckt. Sinkt die Zahl auf unter 1, gehen Virologen davon aus, dass eine Pandemie eingedämmt ist.

Zu viele Menschen: Bonn sperrt Altstadtstraßen

Weil trotz der Corona-Regeln zu viele Menschen die berühmte Kirschblüte in Bonn bewundert haben, sperrt die Stadt von diesem Mittwoch (08.04.20) an Straßen in der Altstadt. "Leider hat sich seit Beginn der Kirschblüte Ende vergangener Woche gezeigt, dass die Anziehungskraft dieses Naturschauspiels größer ist als die Bereitschaft, das Kontaktverbot zu befolgen und Abstand zu halten", sagte der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) laut Mitteilung vom Dienstag. Er habe gehofft, dass Appelle "bei den Menschen ankommen".

An acht Stellen sollen laut Mitteilung am Mittwochvormittag Absperrbaken aufgestellt werden. Die Stadt werde den Zugang kontrollieren.

Studie geht von enormer Pleitewelle aus

Dass die Coronakrise nicht alle Unternehmen unbeschadet überstehen werden ist klar. Wie viele aber werden in die Insolvenz müssen? Eine Studie des Kreditversicherers Coface geht von einem starken Anstieg der Firmenpleiten in Deutschland aus. Für 2020 erwarten die Autoren einen Zuwachs der Unternehmensinsolvenzen um 11 Prozent, wie aus der in Mainz veröffentlichten Studie hervorgeht. Im Januar waren die Fachleute nur von einem Anstieg um zwei Prozent ausgegangen.

Im internationalen Vergleich dürften sich die Firmenpleiten in Deutschland aber noch eher in Grenzen halten. Weltweit geht der Kreditversicherer von einem Anstieg der Firmenpleiten um 25 Prozent aus. Die stärkste Zunahme erwartet Coface in den USA. Hier dürfte die Zahl der Pleiten im laufenden Jahr um 39 Prozent steigen. Auch in Großbritannien wird ein vergleichsweise starker Zuwachs um ein Drittel erwartet.

Britischer Premier Johnson auf Intensivstation - bei Bewusstsein

Der mit dem Coronavirus infizierte Boris Johnson ist wegen einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes auf die Intensivstation verlegt worden. Wenn es nötig wird, soll Außenminister Dominic Raab die Amtsgeschäfte übernehmen. Am Sonntagabend (05.04.20) war Johnson ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der Premier sei bei Bewusstsein, hieß es aus Regierungskreisen. Er sei "vorsichtshalber" auf die Intensivstation verlegt worden - für den Fall, dass er ein Beatmungsgerät benötigen sollte.

Wünsche für die rasche Genesung Johnsons kamen unter anderen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump.

Bundespolizei verstärkt Grenzüberwachung in NRW

Um mögliche Gefahren für die öffentliche Gesundheit abzuwehren, will die Bundespolizei am bevorstehenden Osterwochenende ihre Grenzüberwachung in Nordrhein-Westfalen verstärken. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurden die Dienststellen in Aachen und Kleve darüber informiert, dass an den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden in dieser Zeit mit einem erhöhten Reiseaufkommen gerechnet wird.

Ziel der zusätzlichen Maßnahmen sei unter anderem die Identifizierung von Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert seien. Dafür solle ein "permanenter und lageorientierter Kontroll- und Überwachungsdruck" gewährleistet sein.

"Online-Semester" ab 20. April

Das neue Semester an den nordrhein-westfälischen Hochschulen wird am 20. April als "Online-Semester" starten. Das hat Ministerium für Kultur und Wissenschaft gemeinsam mit den Landesrektorenkonferenzen der Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) sowie der Kunst- und Musikhochschulen vereinbart.

Der Semesterstart wurde bereits Mitte März auf den 20. April verschoben. Da im Moment jedoch nicht feststeht, ob die derzeit geltenden kontaktreduzierten Maßnahmen am 20. April auslaufen können, wird die Vorlesungszeit online beginnen. "Damit geben wir den mehr als 780.000 Studierenden in Nordrhein-Westfalen und unseren Hochschulen Planungssicherheit für die kommenden Monate", sagte Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen am Dienstag (07.04.20).

Ostermesse live erleben mit dem WDR

Kölner Dom 360 Grad

Mit dem WDR kann man zu Ostern trotz Corona doch in den Kölner Dom - und sogar die Gottesdienste live erleben. Zumindest virtuell. Dazu macht der WDR die gotische Kathedrale im Internet rundum erlebbar. Und in der Osternacht (21.30 - 23.30 Uhr) sowie am Ostersonntag (10 - 12 Uhr) und Ostermontag (10 - 12 Uhr) werden die beeindruckenden Rundum-Innenaufnahmen mit dem Audio-Livestream der Ostermessen untermalt. Damit ermöglicht der WDR die Teilnahme an einer Messe, obwohl der Kölner Dom derzeit für Gottesdienste gesperrt ist.

Verschwörungstheorien statt Falschmeldungen

In Zeiten der Corona-Pandemie haben sogenannte alternative Nachrichtenmedien im deutschsprachigen Raum nur wenige Falschmeldungen verbreitet - stattdessen neigen sie stärker zur Veröffentlichung von Verschwörungstheorien. Zu diesem Ergebnis kommen Kommunikationswissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) in einer aktuellen Untersuchung.

Untersucht wurden seit Anfang Januar bis zum 22. März 120.000 Posts auf Facebook, von denen 15.000 von den alternativen, der Rest von klassischen Medien kamen. Laut WWU habe es kein nennenswertes Maß an frei erfundenen Nachrichten gegeben. "Vielmehr hat sich gezeigt, dass sich die Alternativmedien während der Corona-Krise gerne die Faktenlage zurechtbiegen und Gerüchte sowie einzelne Verschwörungstheorien verbreiten. Diese Medien vermischen in ihren Veröffentlichungen das Leugnen des Klimawandels, die Migrantenkrise, Weltuntergangstheorien und das Coronavirus", erläuterte der Leiter der Studie, Prof. Dr. Thorsten Quandt.

Verkehrsministerium: Wegen Infektionsgefahr auf Oster-Reisen verzichten

Mit einem Appell hat sich das NRW-Verkehrsministerium nochmals an die Bürger gewendet: Alle sollten an den Osterfeiertagen auf vermeidbare Fahrten mit Bus und Bahn verzichten. Nur so könne die Infektionsgefahr so gering wie möglich gehalten werden.

"Das ist auch an den sonnigen Ostertagen wichtig. Wenn viele Menschen mit dem Zug unterwegs sind, steigt das Infektionsrisiko. Ziel ist es, die Ansteckungsgefahr zu vermeiden, gerade für die Menschen, die derzeit die medizinische Versorgung und die Versorgung im Alltag sicherstellen. Deswegen sollte auf Fahrten verzichtet werden, wenn sie nicht zwingend notwendig sind", schreibt das Ministerium am Dienstag (07.04.2020).

20.000 Euro Spende für Obdachlose

Der Verein "Kunst hilft geben e.V." aus Köln hat 20.000 Euro für Obdachlose gesammelt. "In dieser außergewöhnlichen Corona-Krisenzeit möchten wir solidarisch sein mit den vielen Obdachlosen in Köln. Schätzungsweise 600 Obdachlose ohne festen Wohnsitz gibt es in Köln, die täglich auf der Straße ums nackte Überleben kämpfen. Sie sind mehr denn je jetzt auf Obdachlosenhilfeeinrichtungen angewiesen," sagte Dirk Kästel, Vorstandsvorsitzender und Initiator.

"Wir hoffen, dass auch andere unseren Appel aufgreifen und Geld spenden, dass wir gerne an die Helden der Obdachlosenhilfe in Köln geben: die Hauptamtlichen und viele ehrenamtliche Helfer,“ so Kästel.

Zeltplätze und Schwimmbäder für Obachlose freigeben

Obdachlose brauchen in der Corona-Krise konkrete Unterstützung, denn es fehlt neben der Schlafgelegenheit häufig auch die Möglichkeit zu duschen. "Die Kommunen mögen bitte prüfen, ob sie gezielt für Obdachlose den Zugang zu den sanitären Anlagen in Freibädern und Turnhallen ermöglichen", fordert Dr. Frank Johannes Hensel, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW (LAG FW).

Auch Zeltplätze könnten für Obdachlose freigegeben werden, denn Touristen blieben schließlich weg. Dort könnten Obdachlose viel einfacher die notwendigen Abstandsregelungen einhalten und sich selbst vor Ansteckungen schützen als in Mehrbettzimmern von Gemeinschafts-Notunterkünften, sagte Hensel.

Corona-Bonds: "Eine alte Diskussion in neuen Schläuchen"

WDR 5 Mittagsecho 07.04.2020 04:41 Min. Verfügbar bis 07.04.2021 WDR 5

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Jugendämter sind geöffnet - und für die Krise gerüstet

Im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie haben die Jugendämter vor einer erhöhten Gefährdungslage für Kinder und Jugendliche in Deutschland gewarnt. "Geschlossene Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen stellen viele Familien vor besondere Herausforderungen", sagte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter (BAG), Lorenz Bahr.

Die Kinder- und Jugendhilfe sei jedoch für die Krise gerüstet. Die Jugendämter seien voll erreichbar und gingen jedem Hinweis auf eine Kindeswohlgefährdung nach, so Bahr. "Es kommt jetzt darauf an, dass Angehörige, Freunde und Nachbarn wachsam sind", rät er. Auch Aktivitäten mit den Kindern an der frischen Luft seien – mit dem nötigen Abstand – weiterhin möglich.

Handelsblatt: Regierung will 12-Stunden-Schichten zulassen

Die Bundesregierung plant wegen der Corona-Pandemie für bestimmte systemrelevante Berufe offenbar Abweichungen vom Arbeitszeitgesetz. Das "Handelsblatt" zitiert aus einem Entwurf, nach dem die Arbeitszeit in bestimmten Berufen auf bis zu zwölf Stunden verlängert werden darf. Die tägliche Ruhezeit könne von elf auf neun Stunden verkürzt werden. Erarbeitet habe den Entwurf das Arbeitsministerium im Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium. Diese Maßnahmen sollen bis Ende Juni befristet sein.

Für welche Branchen soll die Regelung gelten? Es geht laut Bericht vor allem um Beschäftigte in der Herstellung, Verpackung und beim Einräumen von Waren des täglichen Bedarfs und um Menschen, die Arzneimittel und Medizinprodukte herstellen und vertreiben. Arbeitnehmer in der Landwirtschaft, der Energie- und Wasserversorgung, von Apotheken und Sanitätshäusern sollen auch an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden dürfen.

Merkel-Statement zu neuen Maßnahmen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte in einer Pressekonferenz am Montag (06.04.2020), es würde Deutschland nur gut gehen, wenn es Europa gut geht. Insbesondere in der Sicherung von Arbeitsplätzen müsse man europaweit gemeinsam agieren.

Der Beschaffungsstab im Gesundheitsministerium sei voran gekommen, aber noch nicht so sehr wie man es sich wünsche. "Wir müssen hart arbeiten, damit Krankenhäuser, Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, damit das Personal dort wirklich ausreichend und auch nicht von Tag zu Tag lebend, mit den entsprechenden Schutzgütern ausgestattet ist."

Außerdem habe man eine Modifikation des bereits bestehenden KfW-Programms (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zur Vergabe von Darlehen verabschiedet. Das neue Programm beinhalte eine mögliche Haftungsfreistellung für Unternehmen von 100 Prozent bis zu einer Höhe von 800.000 Euro.

Umfrage: Deutsche gelassen im Umgang mit dem Virus

Die Deutschen gehen erstaunlich gelassen mit dem neuen Coronavirus um. Im Vergleich zu 2019 stieg die Sorge vor einer schweren Erkrankung lediglich um 6 Punkte von 35 auf 41 Prozent, heißt es in einer repräsentativen Umfrage der R+V-Versicherung zu den Ängsten der Deutschen. Das sei in diesem Bereich der zweitniedrigste Wert seit 1992. Den niedrigsten (35 Prozent) gab es im vergangenen Jahr. "Das ist eine sensationelle Nachricht. Das hat mich echt erstaunt", sagt Manfred Schmidt, Politikwissenschaftler an der Universität Heidelberg.

Bayer stellt Test- und Beatmungsgeräte

Der Pharmakonzern Bayer hat damit begonnen, Geräte aus den eigenen Laboren an Kliniken und Medizin-Labore zu verleihen. Damit sollen mehr Corona-Tests in Deutschland durchgeführt werden können. Auch dringend benötigte Beatmungsgeräte will die Firma zur Verfügung stellen.

Die Initiative dazu kam aus den Reihen der Bayer-Mitarbeiter selbst. Nach WDR Informationen sollen auch Bayer-Mitarbeiter freigestellt werden um in Laboren zu helfen.

Quarks Extra: Corona – die wichtigsten Fakten Quarks 31.03.2020 29:42 Min. UT DGS Verfügbar bis 31.03.2025 WDR

So verbreitet sich die Atemluft beim Husten:

Stand: 07.04.2020, 21:25