Kinder-Betreuung in der Corona-Krise

Kinder-Betreuung in der Corona-Krise

  • "Coronafrei": NRW schließt landesweit Schulen und Kitas
  • Ziel: Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen
  • Was ist mit der Kinder-Betreuung und dem Schulstoff?

Eltern und ihre Arbeitgeber stellt die Schließung aller Schulen, Kitas und Kindertagespflegestellen in NRW ab Montag (16.03.2020) vor erhebliche Probleme und führt auch zu Unsicherheiten.

Kleinkinderbetreuung stark eingeschränkt

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) betonte am Samstag (14.03.2020) noch einmal: Alle Erzieherinnen und Tageseltern werden bereit stehen. Eine reguläre Betreuung findet in den Kindertageseinrichtungen, Heilpädagogischen Einrichtungen und Kindertagespflegestellen aber nicht statt. Es dürfen nur noch die Kinder kommen, deren Eltern in einem Job arbeiten, der in der aktuellen Situation zwingend ausgeübt werden muss. Für alle anderen Kinder gilt ein Betretungsverbot.

Welche Kinder dürfen kommen?

Zu den "unentbehrlichen Schlüsselpersonen", deren Kinder betreut werden, zählen dem Ministerium zufolge insbesondere Eltern, die im Gesundheitsektor arbeiten, in der Pflege, der Kinder- und Jugendhilfe, bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, der öffentlichen Infrastruktur, der Lebensmittel-Versorgung und zentralen Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung. Wann die Kitas wieder öffnen, lässt die Landesregierung bislang offen.

Was passiert mit den Schülern?

Die Schulen öffnen erst wieder nach den Osterferien am 19. April. Ab Montag gibt es keinen Unterricht mehr - ab Mittwoch (18.03.2020) sind sie komplett geschlossen. Mit der Maßnahme soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Darum rät die Landesregierung auch davon ab, dass Großeltern ihre Enkel betreuen. Denn für ältere Menschen ist das Virus besonders gefährlich. Sie könnten sich bei den Kindern anstecken.

Dürfen Eltern zur Betreuung der Arbeit fern bleiben?

Nur wenn trotz intensiver Bemühungen keine andere Kinderbetreuung möglich ist, dürfen Eltern der Arbeit fern bleiben. Handelt es sich um eine "verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit", wird weiterhin Gehalt gezahlt. So regelt es das Bürgerliche Gesetzbuch, Paragraf 616.

Unklar ist allerdings, was "verhältnismäßig" bedeutet. Richter lassen eine Spanne von drei Tagen bis zu zwei Wochen zu.

Weitere Möglichkeiten: Mit dem Chef über Home-Office sprechen, Überstunden abbummeln oder Arbeitsstunden auf den Morgen oder Abend verschieben. Für manche Arbeitnehmer ist auch unbezahlter Urlaub eine Option.

Enkel-Betreuung in Zeiten von Corona

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 13.03.2020 03:02 Min. Verfügbar bis 13.03.2021 WDR 5 Von Peter Hild

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Wie sieht es mit Schulstoff und Unterricht aus?

Der Unterricht werde bis zum 18. April eingestellt, heißt es vom NRW-Schulministerium.

Wie sieht es mit den Abschlussprüfungen aus?

"Wir sind zuversichtlich, dass alle Schüler ordnungsgemäß ihre Prüfungen ablegen können", sagte Gebauer. Durch flexible und dezentrale Nachschreibmöglichkeiten sei sichergestellt, dass die Prüfungen abgelegt und Abschlüsse erworben werden können.

Stand: 14.03.2020, 22:37