Wie verhält man sich unter Quarantäne?

 Ein Mitarbeiter in einen Sicherheitsanzug weist einen Fahrgast in einer U-Bahn-Station an.

Wie verhält man sich unter Quarantäne?

  • Kontaktpersonen müssen von anderen getrennt werden
  • Hygiene im Haushalt extrem wichtig
  • Angehörige, Freunde und Nachbarn können im Alltag helfen
  • Betroffene müssen sich selbst überwachen

Um ein weiteres Verbreiten des neuen Coronavirus zu verhindern, müssen Menschen, die in direktem Kontakt mit Infizierten waren, 14 Tage in häusliche Quarantäne.

Warum 14 Tage?

Der Zeitraum von zwei Wochen richtet sich nach der maximalen Inkubationszeit, also nach der Zeit, die zwischen der Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus und dem Auftreten der ersten Symptome der Erkrankung COVID-19 vergeht.

Was müssen Kontaktpersonen beachten?

Für diese sogenannten Kontaktpersonen legt das Gesundheitsamt im Einzelfall das konkrete Vorgehen fest. Zu den Empfehlungen kann gehören, zuhause zu bleiben, Abstand von Dritten zu halten, auf regelmäßige Händehygiene sowie eine gute Belüftung der Wohn- und Schlafräume zu achten und Haushaltsgegenstände (Geschirr, Wäsche, etc.) nicht mit Dritten zu teilen, ohne diese zuvor wie üblich zu waschen.

Wie organisieren sich Betroffene zu Hause?

Generell sollte im Haushalt nach Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts nach Möglichkeit eine zeitliche und räumliche Trennung der Kontaktperson von anderen Haushaltsmitgliedern erfolgen. Eine zeitliche Trennung kann zum Beispiel dadurch erfolgen, dass die Mahlzeiten nicht gemeinsam, sondern nacheinander eingenommen werden. Eine räumliche Trennung dadurch , dass sich die Kontaktperson in einem anderen Raum als die anderen Haushaltsmitglieder aufhält.

Wenn die Möglichkeit besteht, sollte etwa ein eigenes Badezimmer genutzt werde. Hygieneartikel sollten nicht geteilt werden und die Wäsche sollte regelmäßig und gründlich gewaschen werden. Hustenetikette ist wichtig. Für Sekrete aus den Atemwegen empfiehlt sich die Verwendung von Einwegtüchern. Kontaktoberflächen wie Tisch oder Türklinken sollten regelmäßig mit Haushaltsreiniger gereinigt werden.

Wer kümmert sich zum Beispiel um alltägliche Einkäufe?

Angehörige, Freunde und Nachbarn können die Kontaktperson im Alltag zum Beispiel durch Einkäufe unterstützen. Enger Körperkontakt sollte dabei aber vermieden werden. Auch können sie helfen, indem sie für gute Belüftung der Wohn- und Schlafräume sorgen und auf regelmäßige Händehygiene achten.

Wer überprüft, wie es den Kontaktpersonen geht?

Menschen unter häuslicher Quarantäne werden zudem vom Gesundheitsamt betreut und unterstützt. Vertreter des Amtes werden sich täglich bei den Betroffenen melden. Dennoch müssen sie ihre Gesundheit auch selbst überwachen, indem sie:

  • Zweimal täglich Fieber messen.
  • Ein Tagebuch führen, bezüglich Symptomen, Körpertemperatur, allgemeinen Aktivitäten und Kontakten zu weiteren Personen.

Was passiert, wenn ich mich nicht an die Quarantäne halte?

Wer sich einer Quarantäne-Anordnung widersetzt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Das besagt § 75 des Infektionsschutzgesetzes.

Gibt es eine Entschädigung für Verdienstausfälle?

Die Anordnung einer Quarantäne ist rechtlich im Infektionsschutzgesetz geregelt. Erwerbstätige, die wegen einer angeordneten Quarantäne einen Verdienstausfall erleiden, haben in der Regel einen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung.

Was ist, wenn die Kita meines Kindes geschlossen wird?

Grundsätzlich gilt: Man muss klären, ob die Kinderbetreuung nicht anderweitig sichergestellt werden kann. Und vor allem: Immer mit dem Arbeitgeber sprechen. Vielleicht kann man Homeoffice machen oder das Kind mitbringen. Wenn Alleinerziehende die Versorgung des Kindes nicht sicherstellen können, dürfen sie zu Hause bleiben.

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt regelmäßiges Händewaschen mit Seife. Beim Husten oder Niesen sollte möglichst kein Speichel oder Nasensekret in die Umgebung versprüht werden. Die Wahrscheinlichkeit, an einer „normalen“ Grippe zu sterben, liege bei 0,1 bis 0,2 Prozent. Beim Coronavirus liege der Wert bei ein bis zwei Prozent. 80 Prozent der Infizierten hätten nur milde Symptome, wie Husten, Schnupfen oder Fieber. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten. 

Stand: 06.03.2020, 10:41