Video-Dates und Spaziergänge: So hat Corona das Dating verändert

Dating in Corona-Zeiten

Video-Dates und Spaziergänge: So hat Corona das Dating verändert

Von Lena Sterz

Jemanden auf der Tanzfläche oder an der Theke kennenlernen, das geht seit März fast nicht mehr. Stattdessen sind Video-Dates und lange Spaziergänge wichtiger fürs Dating geworden.

Wer mit offenen Augen an Seen, in Parks und anderen beliebten Spazier-Routen in NRW unterwegs ist, bemerkt sie schon von weitem: Die Spaziergeh-Dates. Sie haben sich online verabredet und sind offline an gestylten Haaren, häufigem Lächeln und einem etwas größeren Abstand, als andere Spaziergänger ihn einhalten, zu erkennen.

Die 28-jährige Greta, Marketing-Managerin aus Münster, findet diese Form des Kennenlernens super: "Ich bin totaler Fan von Spaziergeh-Dates und frage mich, warum man da nicht vorher schon mal drauf gekommen ist. Beim Nebeneinanderherlaufen sind die Gedanken viel freier, als wenn man stocksteif im Café sitzt."

Dating in Zeiten der Pandemie

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 21.11.2020 03:27 Min. Verfügbar bis 20.11.2021 WDR 5 Von Lena Sterz


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Intime Video-Dates

Neben Spaziergeh-Dates findet sie auch einem zweiten Trend, den Corona in die Dating-Welt gebracht hat, gar nicht so schlecht: Video-Dates. "Das ist manchmal fast intimer als wenn man sich draußen trifft. Man ist ja quasi gezwungen dem anderen die ganze Zeit in die Augen zu gucken." Außerdem bekäme man manchmal auch eine digitale Wohnungsführung. Einige ihrer Freundinnen hätten aber weniger gute Erfahrungen damit gemacht: "Die andere Person kam in echt dann plötzlich doch ganz anders rüber als im Video."

Greta hat besonders im ersten Lockdown mehr online gedatet als früher und lag damit im Trend: Schon Ende März meldete die App-Tinder einen Nutzungsrekord und auch die Dating-Plattform Parship sprach von einem leichten Zuwachs.

Flirten in Corona-Zeiten Hier und heute 06.11.2020 09:18 Min. Verfügbar bis 06.11.2021 WDR

Umfrage: Manche daten mehr, andere dafür weniger

Die Single-Plattform Gleichklang.de hat im November ihre Mitglieder befragt, welche Bedeutung das Online-Dating für sie im Moment hat - 425 haben sich beteiligt. 70 Prozent der Befragten erlebten das Online-Dating in der Corona-Zeit als eine psychische Unterstützung. 31 Prozent gaben an, dass sie wegen Corona mehr Interesse am Online-Dating hätten.

Fast genauso viele gaben jedoch an, dass sie wegen Corona weniger online daten als vorher, 15 Prozent wollen damit erst wieder starten, wenn die Corona-Zeit vorbei ist.

Für Greta aus Münster ist das Online-Dating trotz der neu entdeckten Spaziergeh-Dates nur ein schlechter Ersatz. "Am Hansaring mit meinen Mädels an der Theke stehen, dabei spontan Leute kennenlernen - dass das aktuell nicht geht, ist für mich das Schlimmste an Corona."

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1LIVE Hacks mit Bastian Bielendorfer 03.02.2020 01:04 Min. Verfügbar bis 02.02.2021 1LIVE


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Was macht Tinder mit der Liebe?

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Stand: 21.11.2020, 10:23