Erste Erntehelfer aus Rumänien auf den Spargelfeldern in NRW

Erste Erntehelfer aus Rumänien auf den Spargelfeldern in NRW

  • Erste Erntehelfer in NRW eingetroffen
  • Flugzeuge brachten Rumänen nach Düsseldorf
  • Landwirte suchen dringend weitere Helfer

Am Donnerstag (09.04.2020) sind Arbeitskräfte für die Landwirtschaft in NRW aus Osteuropa angekommen. In Düsseldorf landeten erste Maschinen mit Erntehelfern aus Rumänien. Weitere Flugzeuge werden in den nächsten Tagen in Düsseldorf erwartet - insgesamt sollen es sechs Sonderflüge sein.

Die Bundesregierung hatte trotz der Corona-Epedemie den Einreisestopp für Ausländer gelockert, koordiniert wird die Aktion vom Deutschen Bauernverband. Vor allem bei der Spargel- und Erdbeerernte wird in den nächsten Wochen das  Know-how der Saisonarbeiter dringend benötigt.

Wie läuft es mit den ersten Erntehelfern?

Die ersten der am Gründonnerstag per Luftbrücke eingeflogenen Erntehelfer aus Rumänien haben am Karfreitag ihre Arbeit aufgenommen. Sie stechen den Spargel unter strengen Quarantäne-Regeln. 14 Tage lang müssen die rumänischen Erntehelfer unter sich bleiben, leben in kleinen Gruppen abgesondert von anderen Saisonarbeitern, die schon länger auf den Höfen sind. Auch dürfen die neuen nicht zum Einkaufen in die Stadt, das übernehmen die Bauernfamilien für sie.

Bei Spargelbauer Marco Ketelaars aus Goch am Niederrhein ist die Erleichterung groß. "Wir haben gestern 15 Rumänen am Düsseldorfer Flughafen abgeholt", erzählte er am Freitag (10.04.2020) dem WDR. Zehn von ihnen hatten schon in den Vorjahren bei den Ketelaars gearbeitet, fünf sind das erste Mal dabei. "Wir suchen immer noch händeringend Leute und freuen uns über jeden, der kommt", betonte der Landwirt.

Ein Spargelbauer aus Kevelaer, der namentlich nicht genannt werden möchte, sagte dem WDR: "Bei uns sind noch keine Erntehelfer aus Rumänien eingetroffen, dabei brauchen wir sie dringend." In Deutschland habe er kein qualifiziertes Personal gefunden. "Vielen Leuten ist offenbar nicht klar, dass Spargel und Erdbeeren Lebensmittel sind, die auch geerntet werden müssen", schimpfte er.

Wie viele Saisonarbeiter aus dem Ausland kommen eigentlich insgesamt?

Insgesamt dürfen in den Monaten April und Mai 80.000 Arbeitskräfte nach Deutschland kommen - viele davon nach NRW, beispielsweise an den Niederrhein oder nach Westfalen-Lippe. Sie bleiben üblicherweise einige Monate.

Allein in Westfalen-Lippe sind normalerweise etwa 25.000 osteuropäische Saisonarbeiter pro Jahr im Einsatz. Davon fehlten laut Landwirtschaftsverband WLV zum Saisonstart etwa 85 Prozent. Ungewissheit herrscht aktuell, ob wegen der Corona-Pandemie überhaupt alle erforderlichen Arbeitskräfte aus dem Ausland für dieses Jahr zur Verfügung stehen.

Sind alle Helfer fest gebucht?

Die ausländischen Saisonarbeiter, die - ausschließlich per Flugzeug - nach Deutschland kommen, werden von den Landwirten zumeist direkt angefragt. Teilweise sind aber auch schon komplette Maschinen zum Beispiel von Obst- und Gemüse-Vermarktern gechartert worden. Über ein Online-Portal des Deutschen Bauernverbandes können Betriebe ihre meist schon bekannten Saisonarbeiter anmelden. Für die Einreise leitet der Verband dann die Daten an die Bundespolizei weiter. Die Arbeitgeber bezahlen zunächst die Flugtickets.

Zwischenruf - Flüchtende und Erntehelfer

WDR 3 Resonanzen 08.04.2020 03:48 Min. Verfügbar bis 08.04.2021 WDR 3

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Stand: 10.04.2020, 17:09