Wegen Corona: Die Mülltonnen quellen über

Wegen Corona: Die Mülltonnen quellen über

Von Matthis Jungblut

  • Tonnen voll: Mehr Hausmüll in der Corona-Krise
  • Sorge vor illegaler Müllentsorgung
  • Abfallbetriebe bitten um Mithilfe

Die Mülltonnen vieler Mehrfamilienhäuser in NRW sind voll wie lange nicht. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Home-Office und Einschränkungen im Privatleben führen dazu, dass viele ihre Zeit zu Hause verbringen. Restaurantbesuche fallen weg, der Weg in die Kantine ebenso, und viele kochen deutlich häufiger als früher. Das Ergebnis: Die private Müllmenge steigt.

Gewerblicher Müll deutlich weniger

Was viele zu Hause beobachten, kann der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) als Dachverband der Entsorgungsunternehmen in Deutschland bestätigen: Die Menge an privatem Müll nimmt derzeit zu. Der gewerbliche Müll wird weniger, und dabei fällt vor allem der ausbleibende Müll aus Schulen und Kindergärten ins Gewicht.

Mülltrennung in den Städten

WDR 4 11.03.2020 01:47 Min. Verfügbar bis 11.03.2021 WDR 4 Von Ann-Kristin Pott

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Trotzdem gibt es nach WDR-Recherchen auch lokale Unterschiede. In Wuppertal zum Beispiel hat der Hausmüll auch deshalb zugenommen, weil er vermehrt zur illegalen Müllentsorgung genutzt wird.

"Da wird Bauschutt in den Restmüll gegeben oder Elektroschrott in die gelbe Tonne," berichtet ein Sprecher am Mittwoch (01.04.2020). Das liegt vor allem daran, dass alle fünf Recyclinghöfe in Wuppertal derzeit geschlossen sind.

Auch Sperrmüll wurde anfangs häufiger bestellt. Wuppertal appelliert mittlerweile an die Bürger, Entrümpelungen und Gartenarbeiten auf die Zeit nach Corona zu verschieben oder den Müll eine Zeit lang zu Hause zu lagern.

Die Wertstoffhöfe in NRW sind aber nicht grundsätzlich geschlossen. Die jeweiligen Entsorgungsunternehmen können darüber frei entscheiden. In Wuppertal habe nicht mehr gewährleistet werden können, dass die gesetzliche vorgeschrieben Kontaktsperre eingehalten werde, so ein Sprecher.

Illegale Müllentsorgung wegen geschlossener Wertstoffhöfe?

Auch in Köln bestätigen die Abfallwirtschaftsbetriebe eine Zunahme an illegalem Sperrmüll. Auch hier könnte der Grund sein, dass eines der Wertstoff-Center geschlossen ist.

Der kommunale Abfallentsorger EDG in Dortmund hat dagegen noch alle sechs Recyclinghöfe in Betrieb und beobachtet keine Zunahme an illegaler Entsorgung. Dafür eine andere Beobachtung: Die Straßen sind längst nicht mehr so vermüllt wie vor der Corona-Krise.

Abfallbetriebe bitten um Mithilfe

Viele kommunale Abfallbetriebe bitten wegen des erhöhten Hausmüllaufkommens um die Mithilfe der Menschen.

  • Der Müll soll zerkleinert werden, so dass möglichst viel in die Tonnen passt.
  • Wo es geht, sollte man versuchen, Müll zu vermeiden (das betrifft auch Entrümpelungen und Aufräumaktionen).
  • Wenn die Tonne voll ist, soll kein Müll neben die Tonne gestellt werden.

Recycling: Informationskampagne zur Mülltrennung

WDR 5 Profit - aktuell 10.03.2020 04:09 Min. Verfügbar bis 10.03.2021 WDR 5

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Stand: 02.04.2020, 06:00

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