Merkel fordert von Deutschen Disziplin in der Corona-Krise

Merkel fordert von Deutschen Disziplin in der Corona-Krise

  • Corona-Virus: Bundeskanzlerin Merkel mahnt Disziplin an
  • Bekämpfung nur gemeinsam möglich
  • TV-Ansprache am Mittwochabend

Die Bekämpfung des Coronavirus ist für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Aufgabe von historischem Ausmaß. "Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt", sagte sie in einer Fernsehansprache, die am Mittwochabend (18.03.2020) ausgestrahlt wurde.

Es war eine Premiere in ihrer langen Amtszeit, weil Merkel sich traditionell nur in ihrer TV-Neujahrsansprache direkt an die Bürgerinnen und Bürger wendet. "Unsere Vorstellung von Normalität, von öffentlichem Leben, von sozialem Miteinander - all das wird auf die Probe gestellt wie nie zuvor."

Das Coronavirus verändert das Leben

Ein Aushang am Akademietheater weist daraufhin, dass das Theater heute geschlossen ist.

Das öffentliche Leben ist lahmgelegt

Das Coronavirus verändere das Leben in Deutschland dramatisch, sagte Merkel. Sie wisse, wie hart die Schließungen etwa von Veranstaltungsräumen, Schulen, Kitas und Spielplätzen sei. "Es sind Einschränkungen, wie es sie in der Bundesrepublik noch nie gab."

Merkel fordert Disziplin

Dennoch müssten die Vorschriften befolgt werden, betonte Merkel. Ziel müsse es sein, die Ausbreitung des Virus zu stoppen und so Zeit für die Entwicklung eines Impfstoffes zu bekommen. Das öffentliche Leben werde deswegen soweit es ginge heruntergefahren, "natürlich mit Vernunft und Augenmaß". Die Versorgung und "so viel wirtschaftliche Tätigkeit wie möglich" sollten gesichert bleiben.

"Ich appelliere an Sie: Halten Sie sich an die Regeln, die nun für die nächste Zeit gelten." Dabei ließ sie mitschwingen, dass sonst Konsequenzen gezogen werden müssten: "Wir werden als Regierung stets neu prüfen, was sich wieder korrigieren lässt, aber auch: was womöglich noch nötig ist."

Corona kann nur gemeinsam bekämpft werden

Volle Straßen und Cafés am 14.03.2020 in Würzburg

Auf Kontakte verzichten fällt vielen schwer

"Die Situation ist ernst und sie ist offen", so die Kanzlerin, die den Helfern im Gesundheitswesen ausdrücklich dankte. Das "Dringendste" sei ihr an diesem Abend die Botschaft, dass alle staatlichen Maßnahmen ins Leere gehen würden, "wenn wir nicht das wirksamste Mittel gegen die zu schnelle Ausbreitung des Virus einsetzen würden: Und das sind wir selbst", sagte die Kanzlerin. "Alle zählen, es braucht unser aller Anstrengung."

Über zehntausend Infizierte in Deutschland

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Deutschland war am Mittwochmittag auf mehr als 10.000 angestiegen, insgesamt 26 Menschen starben. Um die Ausbreitung zu verlangsamen, wurde das öffentliche Leben in den vergangenen Tagen stark eingeschränkt. Eine Ausgangssperre wie in Frankreich oder Italien gibt es bis jetzt nicht.

Stand: 19.03.2020, 18:03