OP-Masken, FFP2, Stoffmasken - Was sind die Unterschiede?

Symbolfoto: Mundschutz während Corona-Krise im Auto

OP-Masken, FFP2, Stoffmasken - Was sind die Unterschiede?

Wie unterscheiden sich medizinische Masken von Alltagsmasken, OP-Masken von FFP2-Masken? Wo kann ich OP-Masken bekommen? Worauf muss ich beim Kauf achten? Fragen und Antworten.

Zur Eindämmung des Corona-Infektionsgeschehens ist vielerorts in NRW das Tragen medizinischer Masken Pflicht.

Wie unterscheiden sich OP-Masken, Stoffmasken und FFP2-Masken?

Die Maske ist zum Symbol der Corona-Pandemie geworden. Doch Maske ist nicht gleich Maske - die Unterschiede sind groß. Masken schützen vor Partikeln in der Luft, auch vor Aerosolen, also besonders kleinen Teilen in der Luft. Masken bestehen aus besonderen, filternden Vliesen. FFP2-Masken schützen bei korrekter Anwendung besser als Stoffmasken oder OP-Masken.

OP-Masken filtern keine Aerosole

Die medizinischen Masken oder OP-Masken wurden von Ärzten schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie verwendet. Sie schützen die Menschen in der nahen Umgebung des Maskenträgers vor Flüssigkeitsteilchen, die dieser beim Sprechen oder Husten abgibt. Sie schützen somit vor allem das Gegenüber vor Tröpfchen des Mundschutzträgers. Aerosole filtern sie nicht. Nur bei einem festen Sitz können sie auch den Träger bei vor Tröpfchen seines Gegenübers schützen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weist darauf hin, dass es sich bei den OP-Masken um Einwegprodukte handelt. Sie sollten regelmäßig gewechselt werden, spätestens, sobald sie durchfeuchtet sind.

FFP2-Masken bieten Fremd- und Eigenschutz

FFP2-Masken bieten hingegen den Fremd- und Eigenschutz. Die Zahl in der Bezeichnung weist darauf hin, wie viele Aerosole die Masken filtern können muss. "FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent und FFP3-Masken mindestens 99 Prozent der Testaerosole filtern", erklärte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Prüfung der Masken.

Masken, die vergleichbaren Schutz wie FFP2-Masken bieten, tragen in den USA die die Bezeichnung N95 und in China KN95.

FFP2-Masken im Test von Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat im Februar 2021 zehn verschiedene FFP2-Masken getestet. Lediglich eine Maske, die von 3M ("Aura 9320+") wurde dabei uneingeschränkt empfohlen. Die Masken von dm ("Mivolis FFP 2 Atemschutzmaske"), von Hygisun ("REF HS0501A") und von Rossmann ("Altapharma FFP2 Masken") wurden wegen ihres schlechten Atemkomforts gar nicht erst auf ihre Dichtigkeit geprüft. Die Stiftung warnt: "Vor allem Menschen, die vorbelastet oder nicht mehr ganz so fit sind, bekommen durch solche Masken eher schlecht Luft."

Was müssen Risikogruppen beachten?

Das Tragen von FFP2-Masken durch Personen, die einer Risikogruppe angehören wie zum Beispiel Menschen mit eingeschränkter Lungenfunktion, sollte laut Robert Koch-Institut möglichst ärztlich begleitet werden.

"Die Anwender*innen sollten über das korrekte und ggf. einmalige Tragen, die Handhabung und die Risiken aufgeklärt werden. Zudem sollten die für die Träger*innen vertretbaren Tragedauern unter Berücksichtigung der Herstellerangaben individuell festgelegt werden, um mögliche gesundheitliche Auswirkungen zu minimieren."

Was von Livinguard-Masken zu halten ist

Beliebt sind inzwischen auch antivirale Gesichtsmasken - etwa von dem Unternehmen Livinguard. Der Hersteller schreibt in einem Produktblatt: "Bakterien und Viren können über Tröpfchen und über Schwebeteile in der Luft (Aerosole) übertragen werden. Herkömmliche FFP2-Masken filtern lediglich die Tröpfchen und Partikel. Die Livinguard Maske Pro hat auch einen solchen Filter, schützt aber zusätzlich sowohl den Träger vor Infektionen als auch die Umgebung vor Ansteckung, indem sie auf jeder den Filter umhüllenden Lage über 99 Prozent der Mikroorganismen vernichtet."

Der Hersteller betont, dass seine Masken nach EN 14683:2019 als medizinische Gesichtsmaske Typ I zertifiziert seien und damit auch in der aktuellen Situation einsetzbar. Seit dem 25.01.2021 ausgelieferte Masken dieses Typs seien direkt mit der entsprechenden CE-Kennzeichnung bedruckt.

Maskenträger mit einer früher produzierten Version können ein Zertifikat ausdrucken oder auf ihren Smartphones mit sich führen, um zu belegen, dass ihre Maske dem von Bund und Ländern am 19.01.2021 konkretisierten Beschluss zur Eindämmung der Corona-Pandemie entspricht.

Stoffmasken unsicherer als OP-Masken

Stoffmasken haben meist keine Filterwirkung. Sie sind unsicherer als OP-Masken, können aber trotzdem helfen, die Ausbreitung von Viren zu vermeiden, indem sie beim Sprechen und Ausatmen Tröpchen zurückhalten. Aus je mehr Schichten die Stoffmasken bestehen, desto sicherer sind sie.

Für alle drei Masken gilt: Sie bieten keinen hundertprozentigen Schutz gegen Viren. Experten warnen daher vor einem falschen Sicherheitsgefühl. Wichtig ist also nicht nur die Art der getragenen Maske, sondern auch das Verhalten des Trägers.

Wo können medizinische Masken gekauft werden und wie viel kosten sie?

Viele Läden bieten inzwischen OP-Masken zum Kauf an: Apotheken, Drogerien und der Onlinehandel, teilweise aber auch Supermärkte. Die medizinischen Masken sind günstiger als FFP2-Masken. Je nach Händler kostet eine Maske zwischen 30 Cent und einem Euro. Teilweise werden die Masken einzeln, teilweise nur in Großpackungen mit zehn oder mehr Stück verkauft.

Gibt es für medizinische Masken ein Qualitätssiegel?

Es gibt verschiedene Typen medizinischer Masken. Masken mit dem Kennzeichen "R" weisen besonders gut Flüssigkeit und Aerosole ab. Eine Maske des Typs II filtert mehr Bakterien als eine Typ I-Maske. Wer beim Kauf auf Nummer sicher gehen möchte, sollte also auf den Typ der Maske achten.

Außerdem sollten Verbraucher auf das CE-Kennzeichen auf der Verpackung achten. Nur dann handelt es sich wirklich um ein geprüftes Medizinprodukt. Auch FFP2-Masken müssen die Bedingungen für das CE-Zeichen erfüllen, darüber hinaus auch die europäische Norm EN149. Beiden ist auf zugelassenen Marken aufgedruckt.

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Stand: 26.02.2021, 15:54