Laschet: "Ostern besser ohne die Großeltern feiern"

Armin Laschet über Schutzmasken 03:14 Min. Verfügbar bis 26.03.2021

Laschet: "Ostern besser ohne die Großeltern feiern"

  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zur Corona-Krise
  • Weltweiter Kampf um Atemschutzmasken
  • Anträge für Finanzhilfen ab Freitag online
  • "Ostern ohne die Großeltern feiern"

Es sind Beschränkungen, die sich in Deutschland wohl kaum jemand vorstellen konnte: Schulen und Kitas sind geschlossen, selbst kleinste Versammlungen verboten, Restaurants und Geschäfte weitgehend dicht. Hinzu kommen unabsehbare wirtschaftliche Folgen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Donnerstag (26.03.2020) Fragen der WDR-Zuschauerinnen und -Zuschauer beantwortet.

Fehlendes medizinisches Schutzmaterial soll bald kommen

Über knappe Atemschutzmasken sagte Laschet, es kümmere sich ein ganzer Stab von Menschen rund um die Uhr um deren Beschaffung. Das Problem sei, dass es weltweit einen Kampf um die Masken gebe. Fünf Millionen Masken seien bestellt, und man erwarte deren Ankunft jeden Tag. Jedoch sei es auch schon vorgekommen, dass Atemschutzmasken auf dem Weg nach Deutschland verloren gegangen sind. Nach ihrer Ankunft sollen die Masken zuerst an Kliniken und Pflegeeinrichtungen verteilt werden, im Anschluss dann an weitere Bereiche "bis hin zur Kassiererin im Supermarkt", so Laschet.

Zahnärzte sollen nur im Notfall behandeln

Welche Ärzte und medizinischen Einrichtungen derzeit geöffnet hätten und welche Behandlungen dort durchgeführt werden, liege oft im Ermessen der Praxis. So rät beispielsweise das Gesundheitsministerium laut Laschet, dass Zahnärzte derzeit nur Schmerzpatienten und Notfälle behandeln. Alle anderen Behandlungen sollten nicht stattfinden. Auch Physiotherapien sollten nur stattfinden, wenn diese medizinisch erforderlich seien. Jede Praxis müsse selbst entscheiden, ob sie geöffnet bleibe und wie sie entsprechende Schutzmaßnahmen umsetzen könne.

Laschet will Pflegekräfte besser bezahlen

Weiter betonte Laschet, dass nach dem Ende der Corona-Krise ein Umdenken im medizinischen Bereich stattfinden müsse. Man müsse in der Pflege besser bezahlen und dieses Berufsfeld attraktiver machen, sagte er. Zudem müsse man es erreichen, Schutzkleidung und Pharmamittel im Inland zu produzieren, anstatt auf China zu setzen.

Menschen aus Pflegeberufen, die aktuell ihre Hilfe anbieten wollen, sollten sich direkt an die Kliniken wenden oder die Corona-Hotline des Landes NRW anrufen.

WDR extra: Corona-Krise – Ihre Fragen an den NRW-Ministerpräsidenten WDR extra 26.03.2020 43:56 Min. UT DGS Verfügbar bis 26.03.2021 WDR

Unternehmer plagen Existenzängste

Zu der wirtschaftlichen Soforthilfen erklärte der Ministerpräsident, dass es für Unternehmen Hilfen auf mehreren Ebenen gebe: Steuervorauszahlungen würden gestundet. Es gebe Darlehen und zusätzlich Direkthilfen vom Land oder vom Bund, je nach Betriebsgröße. Ab Freitag (27.03.2020) sollen dann die Antragsformulare für Bundes- und Landesmittel im Internet abrufbar sein. Die Anträge sollen binnen weniger Tage bearbeitet werden. Beschäftigte mit 450-Euro-Jobs wie etwa in der Taxibranche, so Laschet weiter, könnten allerdings nicht mit Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld rechnen.

"Es wird faire Abiturprüfungen geben"

Den Abiturienten verspricht Armin Laschet faire Prüfungen. Dabei werde wohl jeder berücksichtigen, dass die Verhältnisse im Moment schwierig seien. Wann die Schule wieder los geht, soll zum Ende der Osterferien entschieden werden. Dann werde man sich die Infektionszahlen anschauen. Die Sorge einiger Schüler, dass die Sommerferien verkürzt werden müssen, teilte Armin Laschet im Augenblick nicht.

Zur unterschiedlichen Ausstattung der Schulen in Bezug auf digitalen Lernmittel verwies Laschet auf den "Digitalpakt" des Landes. Allerdings seien noch längst nicht alle Schulen entsprechend ausgestattet. Dies müsse nach der Krise mit einer neuen Dynamik fortgesetzt werden.

Ostern feiern? Nur im kleinen Kreise der Familie

Sofern die Familie in einer Wohnung lebe, sei ein gemeinsames Osterfest natürlich möglich. Ansonsten sollten Familien nicht zusammen kommen, betonte der Ministerpräsident. Es gehöre zu den schmerzhaften Dingen, die jeder akzeptieren müsse im Moment. Vor allem dürften die Enkel nicht ihre Omas und Opas besuchen.

Zahlreiche Anworten in unseren FAQs

Viele Fragen zum Coronavirus und zum Umgang mit der Krise haben wir bereits in unseren FAQ-Beiträgen in der WDR-aktuell-App und auf wdr.de beantwortet. Haben Sie weitere Fragen an uns, die über die Sondersendung mit dem Ministerpräsidenten hinausgehen? Dann schicken Sie uns eine E-Mail an coronavirus@wdr.de!

Stand: 27.03.2020, 10:31

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