Osteransprache: Laschet plädiert für Exit-Strategie

Ansprache des Ministerpräsidenten zur Corona-Pandemie 04:26 Min. Verfügbar bis 12.04.2021

Osteransprache: Laschet plädiert für Exit-Strategie

Von Andreas Poulakos

  • Ministerpräsident wendet sich an NRW-Bevölkerung
  • Schwere negative Folgen der Corona-Schutzmaßnahmen
  • Plädoyer für Rückkehr zur Normalität

In einer so noch nie dagewesenen Fernsehansprache hat sich Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Ostersonntag (12.04.2020) direkt an die Menschen in NRW gewandt. Die Corona-Krise werde auch in Zukunft jedem Einzelnen noch viel abverlangen, so seine Botschaft. Gleichzeitig forderte er einen "Fahrplan" für eine Normalisierung des öffentlichen Lebens - in kleinen, wohlüberlegten Schritten.

Es sei schmerzhaft, dass Kinder an diesem Osterfest ihre Großeltern nicht sehen dürfen. Aber dies sei der außergewöhnlichen Situation geschuldet: "Wir feiern Ostern, das Fest des Lebens, nicht – damit wir so Leben retten."

Laschet: "Ausbreitung des Virus verlangsamt sich von Tag zu Tag"

Einen besonderen Dank richtete Laschet an alle, die an Ostern hart für das Allgemeinwohl arbeiten müssen: Ärzten und medizinischem Personal, Polizisten und Verkäufern in Supermärkten. "Der Weg, den wir gemeinsam eingeschlagen haben, ist richtig. Die Ausbreitung des Virus verlangsamt sich von Tag zu Tag."

Trotz aller Erfolge seien die negativen Auswirkungen der Krise unübersehbar, so Laschet: "Ich denke an die Hunderttausenden, die leiden unter Kurzarbeit, unter schon eingetretener oder drohender Arbeitslosigkeit." Kollektiver Verzicht sei nur dann weiterhin möglich, wenn es auch eine "Aussicht auf Normalisierung" gebe.

Experten wollen Schulen öffnen

Es brauche jetzt einen Fahrplan, "der uns den Weg zurück in eine verantwortungsvolle Normalität aufzeigt". Er bezieht sich dabei auf eine von der NRW-Landesregierung eingesetzte Expertengruppe, die am Samstag vorgeschlagen hatte, unter anderem Schulen, Unis und den Einzelhandel nach und nach wieder zu öffnen. Laschet will das Papier bei den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch (15.04.2020) zur Diskussion stellen.

Widerspruch aus Bayern

Ganz ohne Widerspruch wird Laschets Vorstoß wohl nicht bleiben. Vor allem aus Bayern gibt es Bedenken. "Es wird auch nach den Osterferien nicht einfach so weitergehen können wie vorher. Wer zu früh lockert, riskiert einen Rückfall", sagte der bayrische Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Ähnlich äußerte sich Sachsens Landeschef Michael Kretschmer (CDU). Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), forderte in der ARD eine "Hygieneoffensive".

Für Armin Laschet ist die Zeit aber offenbar reif: "Mit vielen kleinen, vorsichtigen Schritten", so Laschet, könne man nun in eine neue "Phase des Miteinanders" eintreten. Doch eine Rückkehr in das Leben vor der Krise dürften die Menschen nicht erwarten. "Nichts wird wie es war."

Stand: 12.04.2020, 21:35