Das erste lange, lockere Wochenende in NRW

Das erste lange, lockere Wochenende in NRW

  • Erstes langes Wochenende nach den Corona-Lockerungen
  • Viele Menschen in NRW unterwegs, einige Verstöße
  • Schlaglichter aus Köln, OWL, dem Bergischen und der Grenzregion

Am Samstag (23.05.2020) sah es in der Kölner City fast wie immer aus: Viele Menschen beim entspannten Einkaufsbummel. Wären da nicht die Masken, die Desinfektionsmittel und die Hinweise auf die Abstandsregeln gewesen. Die Tische der Außengastronomie waren gut besetzt - aber mit Abstand oder Plexiglas-Schutz. Also kein Grund für Polizei und Ordnungsamt einzuschreiten. Es waren halt nur viele Menschen, die statt #zuhause lieber wieder draußen waren.

Zeltparty in Köln aufgelöst

Ganz anders war es am Samstagabend in Köln-Marsdorf: Dort hat die Polizei nach eigenen Angaben eine illegale Party verhindert. Zeugen berichteten, dass rund 100 Menschen von einer Stadtbahn-Haltestelle aus auf einem Feldweg unterwegs waren. In der Nähe vom Autobahn-Kreuz Köln West fand die Polizei ein Zeltlager mit einer professionell eingerichteten Musikanlage. Sie wurde samt Stromgenerator beschlagnahmt. Gegen den 23-jährigen Veranstalter wurde ein Verfahren eingeleitet. Die Polizei sprach Platzverweise aus und nahm von einigen Uneinsichtigen die Personalien auf.

Deutsch-niederländische Grenze: Kein Ansturm

Insbesondere an den Tagen mit geschlossenen Geschäften bei uns, und geöffneten in den Niederlanden - also Donnerstag und Sonntag - war ein großer Ansturm aus NRW befürchtet worden. Der ist zwar ausgeblieben, aber es waren immer noch zahlreiche Deutsche in den Niederlanden einkaufen. Am Sonntag sagten im niederländischen Venlo mehrere Passanten aus NRW dem WDR, dass sie bei den Nachbarn einkaufen, weil dort keine Maskenpflicht besteht.

OWL: Tierpark in Bielefeld und Freilichtmuseum zufrieden

Menschen stehen vor einem Park Schlange

Tierpark Olderdissen in Bielefeld

Der beliebte Tierpark Olderdissen in Bielefeld hatte nach den Lockerungen einen ersten Ansturm erlebt. Doch am langen Wochenende lief alles geregelt ab. Nicht mehr als 1.000 Menschen dürfen gleichzeitig auf das rund 16 Hektar große Gelände, der Besuch ist auf maximal drei Stunden beschränkt. Am Sonntagmittag (24.05.2020) teilte der Park mit, dass sich alle Besucher an die Abstandsregeln gehalten hätten. Bis Sonntagmittag waren knapp 10.000 Besucher dort, verteilt über vier Tage.

Im Freilichtmuseum Detmold waren die Betreiber angenehm überrascht, wie diszipliniert sich die Besucher an die Corona-Regeln gehalten haben.

Bergisches Land: "Beratungsresistente" Herren in Nümbrecht

Der Vatertag ist nach Angaben der zuständigen Polizeistationen im Bergischen Land weitestgehend störungsfrei verlaufen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen - ein Fußballspiel auf einem Bolzplatz in Remscheid oder 20 Besucher eines Biergartens in Velbert ohne Mindestabstand - war es für die Ordnungshüter der wohl arbeitsärmste Vatertag seit langer Zeit. Wie ein Polizeibeamter meinte: endlich mal ein positiver Nebeneffekt von Corona.

Ähnlich ruhig war es an den Freizeit-Hotspots wie der Balkantrasse in Wermelskirchen oder der Bevertalsperre bei Hückeswagen sowie den sonst stark besuchten Wanderrouten: Hier mussten die Ordnungskräfte bislang nur ganz vereinzelt einschreiten. In Nümbrecht zum Beispiel stieß die Polizei am Samstag in einer Bäckerei auf vier "beratungsresistente" ältere Herren. Weil sie sich weigerten, sich auseinander zu setzen oder die Bäckerei zu verlassen, wurde Anzeige wegen Ordnungswidrigkeit erstattet.

Generell waren wegen der kühlen Witterung im Bergischen Land nur wenig Menschen unterwegs.

Düsseldorf - viele Wolken, keine Störungen

Der Sonntag sieht auch in Düsseldorf ruhig aus, die Polizei dort meldet keine besonderen Vorkommnisse. Auch am Rhein sind keine Menschenmassen unterwegs, denn auch dort ist es bedeckt und nieselt zwischendurch.

Letzten Endes hat in den Regionen also etwas so Banales wie das Wetter Einfluss darauf, wie locker es die Menschen mit den Lockerungen nahmen.

Stand: 24.05.2020, 17:58

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