Corona-Krise: Online-Antrag bringt schnelle Finanzhilfen

Frau mit Mundschutz sitzt am Computer und tippt in die Tastatur

Corona-Krise: Online-Antrag bringt schnelle Finanzhilfen

Von Peter Hild

  • Soforthilfe-Anträge online ausfüllen
  • Bezirksregierungen entscheiden schnell über Finanzhilfe
  • Hunderttausende Betriebe haben Geld schon bekommen

Bettina Grote-Busboom ist Augenoptikerin und betreibt seit vielen Jahren zwei kleine Filialen in Düsseldorf. Eine hat sie in der Krise schon zugemacht. Normalerweise wären im Frühjahr ihre umsatzstärksten Monate, erzählt sie. Ihre Einbußen schätzt sie gerade auf bis zu 70 Prozent.

Da viele ihrer Kunden erst später bezahlen, hatte sie in den vergangenen Wochen noch Einkünfte. Doch ihre monatlichen Fixkosten von rund 9.000 Euro müssen auch künftig bezahlt werden, weswegen sie um den Soforthilfe-Antrag des Landes nicht mehr herum kommt.

Antrag ohne Nachweise schnell auszufüllen

Die Augenoptikerin hat ein positives Gemüt, lacht viel, doch vor zu viel Bürokratie graut es ihr. Das Durchgehen des Antragsformulars läuft jedoch zügig: "Personalausweis hab ich, Steuernummer auch, die Handelsregister-Nummer hab ich mir in einem Ordner notiert", erzählt sie, während sie alle gewünschten Angaben in die Felder einträgt.

Neben allgemeinen Angaben zu ihrem Betrieb muss sie viele Eigenerklärungen abgeben, allerdings reicht ein einfacher Häkchen-Klick in einem Kästchen. Nachweise oder Bescheinigungen werden nicht verlangt. Nach gut fünf Minuten ist sie mit dem Antrag fertig: "Das hätte ich nicht erwartet!", sagt die Unternehmerin. "Da muss man die mal loben, die sich das so ausgedacht haben."

Bewilligung nach wenigen Minuten

Nur fünf Minuten nach Eingang ihres Antrags hat Bettina Grote-Busboom bereits den Bewilligungsbescheid über 9.000 Euro Soforthilfe der Düsseldorfer Bezirksregierung in ihrem Mail-Postfach. "Super, weiter so - wenn mal alle Anträge so schnell bearbeitet würden", scherzt sie und freut sich über die schnelle Unterstützung.

Um möglichem Missbrauch vorzubeugen, behalten sich die Behörden jedoch vor, entsprechende Unterlagen nachzufordern und die Rechtmäßigkeit zu überprüfen. Dann würde auch Bettina Grote-Busboom ihre wirtschaftliche Situation darlegen müssen. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte vergangene Woche bislang nur "vereinzelte Missbrauchsversuche" festgestellt.

hartaberfair-extra: Das Virus befällt die Wirtschaft: Wieviel bleibt von unserem Wohlstand? Hart aber fair 30.03.2020 01:59:02 Std. UT DGS Verfügbar bis 30.03.2021 Das Erste

Viel Lob von Wirtschaftsverbänden

Die Soforthilfe des Landes und die schnelle, unbürokratische Vergabe bekommt auch viel Lob von den Wirtschaftsverbänden in NRW. "Das war bisher eine großartige Performance der öffentlichen Verwaltung", sagt Andreas Ehlert, Präsident von Handwerk NRW. Nikolaus Paffenholz von der Düsseldorfer IHK spricht von einem "wichtigen Signal und einer signifikanten Hilfe, gerade für kleine Unternehmer."

Stand Montagnachmittag (06.04.2020, 17.30 Uhr) sind bei den Bezirksregierungen knapp 368.000 Anträge auf Soforthilfe eingegangen, davon wurden gut 338.000 genehmigt und insgesamt 2,8 Milliarden Euro an Zuschüssen ausgezahlt.

Stand: 07.04.2020, 09:08