Ostern feiern in Corona-Zeiten: Kirche geht auch online

St. Lambertus in Düsseldorf

Ostern feiern in Corona-Zeiten: Kirche geht auch online

  • Karwoche ohne Gottesdienst
  • Liturgie auch im Livestream
  • Segen an der Haustür

Die Corona-Krise lässt Gläubige in NRW enger zusammenrücken - auch wenn sie in der Osterzeit keine Gottesdienste besuchen dürfen. Ein besonderes Zeichen der Gemeinschaft aller Christen wird am Ostersonntag deutlich zu hören sein: Dann läuten um 9.30 Uhr die Glocken aller katholischen und evangelischen Kirchen in NRW gleichzeitig.

Corona-Krise: "Menschen haben das Bedürfnis zu helfen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 18.03.2020 05:27 Min. Verfügbar bis 18.03.2021 WDR 5

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Die Botschaft kommt auch digital

Es schmerze zwar, dass in diesem Jahr die hohen Feiertage nicht mit festlichen Gottesdiensten gefeiert werden, sagt Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Aber dann müsse man die Botschaft eben "auf vielerlei Weise unter die Leute bringen".

Sowohl evangelische und katholische Kirchen in NRW setzen bei ihren Gottesdiensten zu Ostern auf Übertragungen im Fernsehen, Radio und besonders im Internet. Die Streams kommen aus Gemeinden der rheinischen, westfälischen und lippischen Kirche sowie aus den Bistümern Köln, Paderborn, Münster, Aachen und Essen.

Alle Landeskirchen und Bistümer informieren auf ihren Internetseiten über die kommenden Übertragungen. Zusätzlich bieten viele evangelische Ortsgemeinden Online-Gottesdienste an, die man etwa über kirchevonzuhause.de finden kann. Auch im Radio sind die NRW-Kirchen in der Karwoche präsent. Einen Überblick gibt es auf der Seite kirche-im-wdr.de.

Einsamer Erzbischof

So streamt das Erzbistum Paderborn die liturgischen Feiern am Gründonnerstag, Karfreitag und in der Osternacht auf einem eigenen Youtube-Kanal. Erzbischof Hans-Josef Becker will die Messen nicht vom großen Altarraum im Dom, sondern aus der kleineren Krypta halten. Dort fühle man sich nicht so verloren wie im verlassenen Hauptschiff des Doms, hieß es zur Begründung.

Seelsorge im Zeichen des neuartigen Coronavirus Lokalzeit Münsterland 20.03.2020 03:52 Min. Verfügbar bis 20.03.2021 WDR Von Matthias Schmidt

Ironischerweise erreichen die Kirchen durch ihre mediale Offensive anscheinend viel mehr Menschen als zu gewöhnlichen Zeiten. Allein die täglichen Messen aus der Marienbasilika in Kevelaer werden von durchschnittlich 600.000 Menschen angeklickt.

Segen mit Lieferdienst

Doch auch die persönliche Seelsorge gibt es noch - zumindest mit dem gebotenen Abstand. In Jülich (Kreis Düren) bringt zum Beispiel der katholische Pfarrer Josef Wolff mit seinem Diakon den Segen auf Wunsch direkt zur Haustür.

Die Übertragung der Predigt und die Segnung übers Internet sei schön und gut, erklärt Wolff. "Aber wenn er plötzlich konkret vor Ihrer Haustüre steht, Sie die Türe aufmachen und ihn dann konkret sehen, hat das noch mal eine ganz andere Tiefe und Dichte."

Stand: 05.04.2020, 13:51