So bekommen Ü-70-Jährige und Vorerkrankte einen Impftermin

Älterer Herr mit Rollator auf dem Weg ins Impfzentrum

So bekommen Ü-70-Jährige und Vorerkrankte einen Impftermin

Auch Vorerkrankte können in NRW nun gegen Corona geimpft werden. Seit Anfang April können auch Über-70-Jährige einen Impftermin vereinbaren. Was ist zu beachten?

Anfang April hat in NRW die Corona-Impfung der Über-70-Jährigen und ihrer Lebenspartner begonnen. Chronisch Kranke und andere Vorerkrankte können sich laut Gesundheitsministerium schon seit Ende März impfen lassen, wenn es freie Impfstoffkontingente gibt. Wie also kommt man zu einem Impftermin?

Impfung von Über-70-Jährigen in NRW jahrgangsweise

Die Impfung von Menschen ab 70 Jahren soll in NRW "jahrgangsweise erfolgen", teilte das NRW-Gesundheitsministerium mit. Losgegangen ist es am 8. April mit den 79-Jährigen. Im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein können sich seitdem auch alle 78-Jährigen einen Termin besorgen.

Terminvergabe online oder telefonisch

Die Impfung erfolgt in den landesweit 53 Impfzentren und deren Außenstellen. Möglich ist die Terminvereinbarung online unter www.116117.de. Telefonisch lässt sich der Impftermin je nach zuständiger Kassenärztlicher Vereinigung (KV) über diese beiden Rufnummern vereinbaren:

  • 0800 / 116 117 02 für den Bereich der KV Westfalen-Lippe
  • 0800 / 116 117 01 für den Bereich der KV Nordrhein

Auch Impfungen von Lebenspartnern möglich

"Wie bisher werden gemeinsame Buchungen für Lebenspartner möglich sein", teilte das Gesundheitsministerium mit. Wollen also auch Lebenspartner von Über-70-Jährigen geimpft werden, muss man das bei der Terminvereinbarung mit angeben.

Ebenso können sich weiterhin Über-80-Jährige einen Termin zur Corona-Impfung besorgen. Sie gehören der Priorisierungsgruppe 1 an und werden in NRW deshalb schon länger geimpft.

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Vorerkrankte: Auf den Hausarzt warten - oder selbst aktiv werden

Chronisch Kranke und andere Vorerkrankte werden seit dem 6. April von Hausärzten geimpft. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung rät Hausärzten, selbst auf ihre Patienten zuzugehen. Über die Hotlines und Websites der Kassenärztlichen Vereinigungen lässt sich kein Termin für eine Impfung beim Hausarzt vereinbaren.

Erfahrungen aus der Praxis zeigen zudem, dass es sinnvoll sein kann, aktiv auf die Kommunen zuzugehen. So hatten WDR-Informationen zufolge mehrere Patienten im Raum Düsseldorf und Neuss kurzfristig Impftermine vereinbaren können, nachdem sie eine formlose Mail-Anfrage an ihre Stadtverwaltung geschickt hatten.

Nachweis über Vorerkrankung erforderlich

Vorerkrankte, die sich impfen lassen wollen, müssen ein ärztliches Attest vorlegen. Eine konkrete Diagnose müsse dabei nicht angegeben werden, heißt es im Erlass des Ministeriums. Es reicht, wenn im Attest steht, dass man der Personengruppe angehört, die nun impfberechtigt ist.

Diese Vorerkrankten sind impfberechtigt:

Wer zu den Vorerkrankten gehört, die nun in NRW impfberechtigt sind, steht in der Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums:

  • Personen mit Trisomie 21 oder einer Conterganschädigung
  • Personen nach Organtransplantation
  • Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression
  • Personen mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen, Personen mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung
  • Personen mit Muskeldystrophien oder vergleichbaren neuromuskulären Erkrankungen
  • Personen mit Diabetes mellitus mit Komplikationen
  • Personen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung
  • Personen mit chronischer Nierenerkrankung
  • Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 40)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.

Kontaktpersonen von Schwangeren und Pflegebedürftigen

Wer viel Kontakt mit Schwangeren oder pflegebedürftigen Personen hat, soll ebenfalls bei den Impfungen priorisiert werden. Allerdings ist dies laut NRW-Gesundheitsministerium eine "Kann"-Regelung - die Kommunen sind nicht dazu verpflichtet. Auch die Anzahl der Kontaktpersonen, die geimpft werden, ist je nach Kommune unterschiedlich und hängt von der Impfstoffsituation ab. Im Köln darf derzeit eine Schwangere zwei Kontaktpersonen bei den Impfzentren angeben. Die Impfungen haben dort bereits begonnen. Das Gleiche gilt für Münster.

Stand: 13.04.2021, 14:45