Kölner Firma entwickelt App für Corona-Immunitätsausweis

Kölner Firma entwickelt App für Corona-Immunitätsausweis

Von Jörn Kießler

  • Bundesregierung will Corona-Immunitätsausweis
  • Kölner Firma entwickelt App
  • Die wichtigsten Fragen und Antworten

Mit einem Immunitätsausweis will die Bundesregierung den Bürgern in der Corona-Krise mehr Sicherheit geben. Sollte es wissenschaftlich bewiesen werden, dass Menschen, die an Covid-19 erkrankt und wieder genesen sind, immun sind, könnte ein solches Dokument den Alltag zum Beispiel im Bezug auf Reisen erleichtern.

Das Kölner Unternehmen Ubirch hat in Zusammenarbeit mit der Uniklinik, der Bundesdruckerei, dem Gesundheitsamt Köln und anderen Organisationen eine App entwickelt, die dazu genutzt werden könnte. Ab kommender Woche soll sie von Freiwilligen getestet werden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie funktioniert die App?

Ziel der App seien "weit verbreitete Antikörpertests" und zwar einfach und sicher, sagt Rainer Minz dem WDR. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Uniklinik Köln und einer der Initiatoren der App.

Menschen, die sich nach einer Covid-19-Erkrankung testen lassen, bekommen ihre Ergebnisse auf ihr Smartphone geladen. Mit der App können nur die Getesteten die Daten einsehen und verwalten. Verändern können sie oder andere die Ergebnisse jedoch nicht, da sie durch die sogenannte Blockchain-Technologie verifiziert werden.

"Der Vorteil davon ist, dass man über Blockchain nachvollziehen kann, ob die Daten geändert wurden oder nicht, ohne dass man Zugang zum Inhalt der Daten hat", sagt Stephan Noller, Geschäftsführer der Firma Ubirch, die für die Zertifizierung verantwortlich ist. Sowohl für die Besitzer des Zertifikats als auch die Stellen, die die Daten abfragen, bedeutet das Sicherheit.

Was bringt das, wenn nicht sicher ist, ob Corona-Genesene immun gegen das Virus sind?

Um hervorzuheben, dass ihre App nicht nur als Immunitätsausweis genutzt werden kann, nennen die Entwickler sie selbst "Digitales Corona Gesundheitszertifikat". Darin könnten nicht nur genesene Corona-Patienten ihre Daten speichern, sondern auch Menschen, die sich mit einem Abstrich aus Mund-, Nasen- oder Rachenraum auf den SARS-CoV-2-Erreger testen lassen, sagt Noller.

Interessant daran ist, dass Experten davon ausgehen, dass Menschen, die mit so einem Test negativ auf das Coronavirus getestet wurden, drei Tage lang nicht ansteckend sind, selbst wenn sie sich zuvor infiziert haben. "In drei Tagen könnte man mehrfach Angehörige im Krankenhaus oder Altenheim besuchen oder zur Arbeit gehen", sagt Noller. Ein solche negativer Test könnte mit Hilfe der App inklusive genauer Zeitangabe verifiziert werden.

Gibt es Kritik an der Zertifizierungs-App?

Ja. Unter anderem vom Datenschutzbeauftragten der Bundesregierung, der nicht nur darauf hinweist, dass eine solche App die sensiblen medizinischen Daten besonders schützen muss. Ulrich Kelber befürchtet auch, dass selbst ein sicherer Immunitätsausweis zur Diskriminierung des Besitzers führen könnte.

"Aktuellen Presseberichten kann man entnehmen, dass beispielsweise Geschäfte und andere Private die Nutzung ihres Angebotes von einem Immunitätsnachweis abhängig machen wollen", heißt es in einem Statement, dass der Datenschutzbeauftragte am Donnerstag (30.04.2020) veröffentlichte.

Stand: 02.05.2020, 20:30