Freibäder in Corona-Sorgen: Fällt die Badesaison aus?

Freibäder in Corona-Sorgen: Fällt die Badesaison aus?

Von Peter Fischer

  • Kleinen Freibädern in NRW drohen hohe Einnahmeverluste
  • Vorbereitungen auf Badesaison laufen trotz Corona-Maßnahmen
  • Schwimmbecken müssen gefüllt werden

In den Freibädern in NRW wird zurzeit kräftig gearbeitet. Alle bereiten sich auf die Badesaison vor.

Aber niemand weiß jetzt, Mitte April, ob und wann sie überhaupt öffnen dürfen. Die Ungewissheit macht vor allem den kleinen privaten Bädern zu schaffen.

Alle Vorbereitungen vergeblich?

Eines dieser "Bürgerbäder" gibt es in Fröndenberg-Dellwig. Eine Art Familienbetrieb mit einer angestellten Schwimmmeisterin.

Eine Person putzt einen Schwimmbadbereich

Danielle Werner bereitet das Becken vor

Sie schrubbt gerade das Planschbecken. "Schade, wenn wir wegen Corona nicht aufmachen könnten und alle Vorbereitungen umsonst wären," sagt Danielle Werner.

Becken darf nicht trocken liegen

Dramatischer drückt das der Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH aus. "Ohne Badegäste hätten wir etwa 80.000 Euro Verlust. Dazu noch 13.000 Euro wegen nicht verkaufter Saisonkarte", sagt Dirk Weise. "Und Rücklagen haben wir keine."

Eine Schnecke in eimem leeren Schwimmbecken

Trockene Becken werden ein Problem

Und noch ein Problem: Das 50-Meter-Becken ist bereits leer, gereinigt und gestrichen. Bis spätestens Mitte Mai müssen 2,5 Millionen Liter Frischwasser rein. Sonst könnten durch den Druck im Erdboden Risse in dem leeren Schwimmbecken entstehen.

Instandhaltung ist teuer

Diese Sorge hat der Schwimmverein SV Neptun in Krefeld zwar nicht. Denn das Wasser in einem Natursee reinigt sich von selbst. Doch Stege, Geländer und Treppen des Sommerbades müssen instandgehalten werden.

Das wäre kaum möglich, wenn die Badesaison ausfiele. Denn der SV Neptun hätte dann keine Einnahmen, und kommunale Zuschüsse bekommt er auch nicht.

Rat: Soforthilfe des Landes beantragen

Hartwig Carls-Kramp ist Vorsitzender des bundesweiten "Netzwerks Bürgerbäder". Er rät den kleinen Betrieben, unbedingt Soforthilfe des Landes NRW zu beantragen. Denn die meisten privat geführten Freibäder haben nicht mehr als fünf Mitarbeiter.

Carls-Kramp leitet zugleich die Betreibergesellschaft des Schwerter "Elsebades". Es gehört zu den größeren Bürgerbädern im Land. Dank des Zuschusses von der Stadt und Geld vom finanzkräftigen Förderverein mit seinen 900 Mitgliedern kann das Elsebad zumindest die Gehälter der drei Angestellten bezahlen.

Städtische Bäder bleiben gelassen

Während die privaten Freibäder um ihre Existenz fürchten, bleiben die kommunalen Bäder gelassen. Städte wie Dortmund, Hamm und Hagen haben sich mit dem Problem noch nicht auseinandergesetzt.

Schwerte - Elsebad

Wasser im Freibad - in diesem Sommer auch?

Auch da laufen die Vorbereitungen, und die Verantwortlichen warten die Entwicklung ab. Sollten Einnahmen wegbrechen, könnten die aus anderen Bereichen der kommunalen Etats ausgeglichen werden, heißt es in der Bäderverwaltungen.

Stand: 16.04.2020, 06:00