Faktencheck: Luftanhalten ist kein Corona-Selbsttest

Eine Frau atmet in die kalten Morgenluft.

Faktencheck: Luftanhalten ist kein Corona-Selbsttest

  • Kettenbrief empfiehlt Luftanhalten als Selbsttest auf Corona 
  • Faktencheck zeigt: Virus häufig zuerst im Rachen 
  • Atemprobleme können Warnsignal für andere Erkrankungen sein 

Ein über verschiedene Messenger verschickter Kettenbrief behauptet, dass sich jeder durch Luftanhalten auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen könne. Angeblich hätten Infizierte Probleme, für zehn Sekunden die Luft anzuhalten – doch die Nachricht ist falsch. 

Wenige Corona-Infizierte in Deutschland haben Atemnot 

Laut Robert-Koch-Institut leiden bislang nur drei Prozent der in Deutschland infizierten Personen unter Atemnot. Die häufigsten Symptome hierzulande sind trockener Husten und Fieber. 

Außerdem vermehrt sich das Virus zu Beginn der Ansteckung vor allem im Rachen und nicht in der Lunge. Bei den bisher üblichen Corona-Tests wird deswegen auch ein Abstrich aus Mund, Nase oder Rachen genommen.   

Einen Corona-Schnelltest gibt es bislang nicht

Auch wenn Forscherinnen und Forscher auf der ganzen Welt an einem Corona-Schnelltest arbeiten, gibt es bislang keine weit verbreitete Variante, die ein zuverlässiges Ergebnis liefert. Aktuell wird in Deutschland jeder Rachenabstrich in einem Labor untersucht - das dauert in der Regel zwischen fünf Stunden und zwei Tagen.

Der im Kettenbrief beschriebene 10-Sekunden-Schnelltest wird angeblich von Experten in Taiwan empfohlen. Doch selbst dort bestreiten Ärzte die Aussagekraft eines solchen Selbstversuchs. 

#CoronaWatch: Kann ich mich durch Luftanhalten selbst testen? 00:56 Min. Verfügbar bis 14.04.2021

Probleme beim Luftanhalten müssen abgeklärt werden 

Auch wenn Probleme beim Luftanhalten kein Beleg für eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind: Sie sollten von einem Arzt abgeklärt werden. Auch Krankheiten wie Asthma oder eine verschleppte Erkältung können die Ursache sein.   

Stand: 27.03.2020, 06:00