Schutzmasken - ein Ausweg aus der Corona-Pandemie

Schutzmasken - ein Ausweg aus der Corona-Pandemie

  • Atemschutzmasken sind Zeichen der Corona-Krise
  • Virologen setzen auf Mundschutz, um Pandemie einzudämmen
  • Versorgungsprobleme immer noch nicht gelöst

Durch das Tragen von Atemschutzmasken könnten wir alle einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Das sagt der renommierte Virologe Alexander Kekulé. Er will deshalb nun sogar eine Maskenkampagne in Deutschland starten.

Masken schützen auch die Träger

Kekulé betont, dass Masken auch die Träger schützten, vor allem in geschlossenen Räumen. Eine wichtige Erkenntis, die hierzulande kaum verbreitet ist. In Asien raten Experten dringend zum Mundschutz, um die rasante Verbreitung des Virus über die Luft einzudämmen. "Wenn Sie sich die Daten in Hongkong ansehen, sind Masken wahrscheinlich die wichtigste Maßnahme bei der Infektionskontrolle", sagt Kekulé.

Bei noch wenigen Corona-Fällen in Deutschland vor einigen Wochen war ein flächendeckender Mundschutz nicht notwendig. "Jetzt sind wir aber in der exponentiellen Phase", sagt Kekulé. Und Schutzmasken dürften noch an Bedeutung gewinnen, wenn die derzeitigen Kontaktbeschränkungen gelockert werden.

"Das Tragen von Schutzmasken kann ich mir als guten Kompromiss vorstellen, damit zumindest die Teile der Bevölkerung, die nicht akut gefährdet sind, die Häuslichkeit wieder verlassen können", sagte Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestags, der Frankfurter Sonntagszeitung.

Mangel an Mundschutz weiterhin groß

Problem jedoch: Der Mangel an Schutzmasken ist in Deutschland weiterhin groß, selbst in Kliniken und Pflegeheimen. Ein erster Schritt aus der Versorgungskrise könnte sein, dass Unternehmen ihre Produktion umgestellt haben.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Der Autozulieferer "Prevent" beispielsweise produziert normalerweise Sitzbezüge und hat nun der Bundesregierung und dem Land NRW die kurzfristige Lieferung von Schutzbekleidung für Ärzte und Helfer angeboten. "Konkret geht es um Kittel, Schutzmasken, Kopfbedeckungen und Schutzanzüge", teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Wie wichtig Schutzmaßnahmen im persönlichen Kontakt sind, hatte schon der Chef-Virologe der Berliner Charité Christian Drosten im NDR-Podcast betont. Wenn man etwa ein Stück Tuch vor dem Mund habe, würden die großen Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen abgefangen: "Je näher dran an der Quelle, desto besser. Deswegen muss die Maske an der Quelle sein und nicht am Empfänger."

Selbst genähte Masken nur bedingt sicher

Angesichts der Lieferprobleme bei medizinischen Atemschutzmasken greifen aktuell viele Menschen selbst zur Nähmaschine. Anleitungen für Stoffmasken im Eigenbau kursieren derzeit im Internet.

Man sollte sich allerdings darüber klar sein, dass die Ergebnisse keinen medizinischen Standards genügen. Wer die Masken an andere weitergibt oder sogar verkauft, muss das auf jeden Fall erwähnen. Allerdings sind Stoffmasken besser als nichts.

Einwegmasken nicht waschen

Das Robert-Koch-Institut weist zudem darauf hin, benutzte Einweg-FFP Masken oder dichtanliegenden Mund-Nasen-Schutz (MNS) nicht zu waschen oder mit Desinfektionsmitteln zu reinigen, da dies die Funktionalität negativ beeinflussen kann.

Doch erst einmal müssen genug Masken vorhanden sein. Um den Mangel einzudämmen, versucht die Bundesregierung den Ankauf zu beschleunigen. Dafür hat sie ein sogenanntes Open-House-Verfahren gestartet, bei dem Lieferverträge ohne weitere Verhandlungen über den Kaufpreis zustande kommen.

Stand: 30.03.2020, 14:36