Mehr Intensivbetten in Kliniken wegen Corona

Mehr Intensivbetten in Kliniken wegen Corona

Von Jörn Kießler

  • Menge der Intensivbetten in Kliniken aufgestockt
  • NRW-Krankenhäuser melden mehr als 4.700 Intensivbetten
  • Bundesweit 2.000 Corona-Patienten in Intensivbehandlung

Gute Nachrichten in der Corona-Krise: Nach Informationen der Deutschen Krankenhausgesellschaft haben die Kliniken im ganzen Land die Kapazitäten der Intensivbetten um mehr als 40 Prozent aufgestockt. Statt der bisherigen 28.000 Betten geht DKG-Präsident Gerald Gaß am Donnerstag (02.04.2020) von rund 40.000 aus.

15.000 bis 20.000 der Intensivbetten sind demnach derzeit frei, etwa 2.000 mit Covid-19-Patienten belegt. Zudem ist laut Gaß die Menge der Intensivbetten, die über ein Beatmungsgerät verfügen, von 20.000 auf 30.000 aufgestockt worden.

Keine exakte Datenlage zu Intensivbetten

"Die Daten zu den Intensivbetten und Beatmungsplätzen sind eine Zusammenrechnung aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), des Robert-Koch-Instituts, der Johns-Hopkins-University und der Landesministerien", erklärt ein Sprecher der DKG. Eine exakte Datenlage, wie sie etwa das Statistische Bundesamt erhebt, gebe es noch nicht.

Wie verlässlich diese Zahlen sind, ist schwer zu sagen. Noch vor zwei Wochen hatte der DKG-Präsident erklärt, dass es in "zwei bis drei Monaten" möglich sei, die Zahl der Intensivbetten um 20 Prozent aufzustocken. Nun ist das nach seiner Aussage um mehr als 40 Prozent innerhalb von zwei Wochen gelungen. Selbst die DIVI hält diese Zahlen eher für unwahrscheinlich: "Unsere Experten können diese Einschätzung aufgrund der jetzigen Datenlage nicht bestätigen", so ein Sprecher gegenüber dem WDR.

Kliniken müssen Kapazitäten nicht melden

Selbst die DIVI, bei der Kliniken ihre Kapazitäten an Intensivbetten melden können, kann die aktuelle Situation derzeit nicht abbilden. Auch, weil die Krankenhäuser nicht verpflichtet sind, dies zu tun. Bis zum frühen Donnerstagmorgen waren dort Meldungen von 975 Krankenhäuser eingegangen, von denen einige aber auch noch aus der vergangenen Woche stammen.

Hoffnung auf Hilfe durch neues Tool der Uni Konstanz

Auf der Basis von Daten des DIVI und des RKI haben die Informatiker der Universität Konstanz eine Internetseite mit einer interaktiven Deutschlandkarte erstellt. Hier lassen sich Fallzahlen und die Verfügbarkeiten von Intensivbetten aktuell abfragen, aber auch als Prognosen darstellen. So können möglichen Überlastungen früh erkannt und Patientenströme gelenkt werden. Die Daten können nach Bundesländern, Regierungsbezirken und Kreisen dargestellt werden. Selbst das Vorhandensein von Hubschrauberlandeplätzen auf Kliniken ist darstellbar.

Fast 5.000 Intensivbetten in NRW

Nach Meldung des DIVI standen um 6 Uhr bundesweit 20.520 Intensivbetten zur Verfügung. Weitere 8.770 können nach diesen Informationen innerhalb von 24 Stunden geschaffen werden. Fast 850 dieser Betten verfügten über ein Beatmungsgerät.

In NRW gab es nach DIVI-Informationen 4.710 Intensivbetten, weitere 1.909 könnten demnach binnen 24 Stunden geschaffen werden.

NRW: Virtuelles Krankenhaus steigert Zahl von Intensivbetten

WDR 5 Westblick - aktuell 30.03.2020 05:17 Min. Verfügbar bis 30.03.2021 WDR 5 Von Marco Poltronieri

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Stand: 02.04.2020, 20:26