Corona: Gottesdienste nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Leere Kirchenbänke im Kölner Dom

Corona: Gottesdienste nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit

  • Gottesdienste fallen aus, Kirchen zum Gebet offen
  • Gemeinsame Messen abgesagt wegen Corona-Krise
  • Moscheen: Keine Freitagsgebete bei Muslimen

Sonntags den Gottesdienst besuchen? In normalen Zeiten würden sich die beiden großen Kirchen über mehr Zulauf zu den heiligen Messen freuen. Doch von normalen Zeiten kann derzeit keine Rede sein.

Die Corona-Krise zwingt auch die Kirchenoberen zum Umdenken. Sie raten aktuell den Gläubigen, wegen der Pandemie zu Hause zu bleiben. Gottesdienste fallen vielerorts aus - mindestens bis Ostern.

Übertragungen in Radio, Fernsehen, Internet

Was aber nicht heißt, dass sonntags keine heiligen Messen gefeiert würden. Sie finden statt – aber eben ohne die Gläubigen. Sie sollen zu Hause bleiben und Gottesdienstübertragungen im Radio, Fernsehen oder Internet verfolgen. Das jedenfalls rät das Erzbistum Köln.

Nur vereinzelt in der Kirche

Und der Kölner Dom? In besagten normalen Zeien ist er eines der meistbesuchten Gotteshäuser in Deutschland. Im Schnitt besuchen ihn 16.000 bis 20.000 Menschen täglich. Doch in diesen Krisenzeiten kommen nur vereinzelt Menschen.

Für Menschen, die den Kölner Dom zum Gebet aufsuchen möchten, bleibt er geöffnet. Gottesdienste indes werden nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefeiert.

Evangelische Kirche entscheidet "situationsgerecht"

"Bleiben Sie zu Hause!" - das rät aktuell das Erzbistum Paderborn den Gläubigen. Die Entscheidung, ob Gottesdienste abgesagt werden oder nicht, sollen Verantwortliche vor Ort in Absprache mit den Behörden treffen. Die Evangelische Kirchengemeinde Obermeiderich in Duisburg hat indes ihre Gottesdienste abgesagt.

Unter welchen Vorgaben dürfen Beerdigungen stattfinden?

Die Kontaktbeschränkungen haben auch Einfluss auf Beerdigungen und Trauerfeiern. Sowohl Erd- als auch Urnenbestattungen sind erlaubt. Der Kreis der Teilnehmer ist dabei nicht beschränkt. Es müssen aber die Distanz- und Hygieneregeln eingehalten werden, sofern die Trauergäste nicht der engen Familie oder häuslichen Gemeinschaft angehören.

Am Grab und auf dem Friedhof sollte ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Auch auf körperliche Formen der Anteilnahme sollte verzichtet werden, also Umarmungen, Händeschütteln oder Küssen, rät der Verband der Bestatter NRW.

Seit Mittwoch (15.07.2020) sind im Anschluss an die Beerdigung Trauerfeiern mit bis zu 150 Gäste erlaubt. Auch hier gilt: Kontakte müssen nachverfolgbar sein, Hygiene- und Schutzvorkehrungen eingehalten werden.

Stand: 15.07.2020

Eine generelle Absage gibt es aber innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland nicht. "Hier sind situationsgerechte Entscheidungen notwendig", hatte Präses Manfred Rekowski erklärt. Womit also mancherorts Gottesdienste stattfinden.

Moscheen: Freitagsgebete aussetzen

Der Zentralrat der Muslime (ZMD) hatte an die Moscheegemeinden in Deutschland appelliert, wegen des Coronavirus die Freitagsgebete auszusetzen. Damit solle ein Beitrag geleistet werden, die schnelle Verbreitung des Virus zu verlangsamen und das Gesundheitssystem nicht weiter unter Druck zu bringen.

Bis mindestens Ende März sollten die Freitagsgebete, aber auch alle anderen Veranstaltungen und Aktivitäten in den Moscheen ausfallen.

Stand: 18.03.2020, 16:06