Notbetreuung wird erweitert: Mehr Berufe jetzt systemrelevant

Notbetreuung wird erweitert: Mehr Berufe jetzt systemrelevant

  • Notbetreuung auch für erwerbstätige Alleinerziehende
  • Weitere Berufsgruppen als systemrelevant eingestuft
  • Systemrelevanz nicht einzige Voraussetzung

Derzeit fragen sich viele Eltern von kleinen Kinder in NRW, wie sie ihrer Arbeit nachkommen und gleichzeitig ihren Nachwuchs betreuen sollen. Bis zu "zehn Prozent" der Kinder sollen notbetreut werden können, sagte der NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP). Am Freitag (17.04.2020) erklärte die Landesregierung nun weitere Berufsgruppen für systemrelevant.

Neu aufgenommen wurden unter anderem:

Mitarbeiter von Wach- und Sicherheitsdiensten, Hausmeister (in systemrelevanten Gebäuden), Gebäudereiniger (in systemrelevanten Gebäuden), Beschäftigte der Textilindustrie (in versorgungsrelevanten Bereichen), (weitere) Bankangestellte und Steuerberater, Notare und Rechtsanwälte, Mitarbeiter von versorgungsrelevanten Dünge- und chemischen Rohstoffherstellern. Auch erwerbstätige Alleinerziehende sollen ihre Kinder in eine Notbetreuung bringen können.

Sie und weitere Gruppen sind nun berechtigt, ihre Kinder in die Notbetreuung in Kitas und Schulen zu geben. Bislang waren unter anderem Ärzte, Krankenschwestern, Rettungskräfte oder auch Angestellte der Ernährungs-, Wasser- und Energiewirtschaft als "systemrelevant" eingestuft worden. Für Eltern aus diesen Bereichen mussten Kitas bereits bei Bedarf eine Notbetreuung bereit stellen.

Ministerium veröffentlicht Liste

 Leere Stühle an einem Tisch in einer Kita.

Leere Stühle an einem Tisch in einer Kita.

Alle Berufe, die ab kommenden Donnerstag (23. April 2020) als systemrelevant gelten, sollen am Freitag auf der Webseite des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales veröffentlicht werden.

Welche Voraussetzungen gelten noch für eine Betreuung?

Allerdings gelten noch weitere Voraussetzungen, um eine Betreuung zu erhalten. Voraussetzungen für eine Notfallbetreuung sind:

  • ein Elternteil muss in einem systemrelevanten Tätigkeitsbereich beschäftigt und dort "unabkömmlich" sein. Letzteres muss schriftlich vom Arbeitgeber bestätigt werden. Selbstständige sollen eine Eigenerklärung angeben
  • eine anderweitige Betreuung kann privat nicht "verantwortungsvoll" organisiert werden - also so, dass die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) eingehalten werden können
  • die Eltern können kein Homeoffice machen oder ihre Arbeitszeiten nicht flexibel gestalten

"Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf sollen betreut werden", heißt es vonseiten der Landesregierung. Die Entscheidung, ob ein Kind zur Schule oder in eine Kindertagesbetreuung geht, liegt dann aber bei den Leitungen der jeweiligen Einrichtungen.

Stand: 17.04.2020, 16:48