Corona und Ausflüge: Ferienregionen wollen keine Besucher

Corona und Ausflüge: Ferienregionen wollen keine Besucher

Von Claudia Wiggenbröker

  • Bestes Wetter und Ferien locken ins Freie
  • Wegen des Coronavirus wollen Feriengebiete keine Gäste
  • Tagesausflüge sind aber nicht verboten

Das Wetter in den nächsten Tagen verspricht viel Sonne - pünktlich zum Beginn der Osterferien. Jetzt, wo wegen des Coronavirus andere Freizeitmöglichkeiten eingeschränkt sind, liegt ein Ausflug in die Natur nahe. Das Problem ist nur: Viele beliebte Freizeitziele werden regelrecht überrannt von Menschen.

Angst vor neuem Ansturm

Bereits am vergangenen Samstag (28.03.2020) war das zu beobachten. Wanderwege, Parks und an Seen: Überall war es voll. Kontaktverbote konnten oft nicht eingehalten werden. In der Eifel beispielsweise waren auf den engen Wanderwegen der sogenannten Traumpfade stellenweise bis zu 600 Besucher unterwegs. In den Naherholungsgebieten in und um NRW rechnet man nun mit einem erneuten Ansturm.

"Uns bereitet Sorge, dass ganz viele Leute aus NRW-Städten wie Köln oder Bonn einen Tagesausflug zu uns machen könnten", sagt Cornelia Weigand. Sie ist Bürgermeisterin der grenznahen Gemeinde Altenahr in Rheinland-Pfalz. Bereits in den vergangenen Wochen seien viele gekommen. "In normalen Zeiten freuen wir uns über jeden. Aber jetzt ist Kontaktverbot angesagt."

Wer also am Wochenende einen Ausflug nach Rheinland-Pfalz machen möchte, muss sich auf Kontrollen der Polizei einstellen. Hier sollen Parkplätze rund um beliebte Ausflusziele gesperrt werden.

Urlaub in NRW: Ausflüge in Zeiten von Corona

Die Herbstferien stehen vor der Tür. Wer in Urlaub fahren möchte, muss allerdings auf viele coronabedingte Einschränkungen achten. Wie wäre es stattdessen mit ein paar Ausflügen in NRW?

Ausblick vom Oelberg im Siebengebirge bei Königswinter

Wandern lässt es sich bei trockenem Wetter im Siebengebirge im Südosten Bonns. Zur Auswahl stehen beispielsweise Rundtouren in Königswinter und Bad Honnef. Lauffreudige begeben sich auf dem insgesamt 15 km langen Beethoven-Wanderweg auf die Spuren des berühmten Komponisten.

Wandern lässt es sich bei trockenem Wetter im Siebengebirge im Südosten Bonns. Zur Auswahl stehen beispielsweise Rundtouren in Königswinter und Bad Honnef. Lauffreudige begeben sich auf dem insgesamt 15 km langen Beethoven-Wanderweg auf die Spuren des berühmten Komponisten.

Oder wie wäre es mit einer Tour zum Baldeneysee in Essen? Hier kann ordentlich gewandert werden -  beispielsweise zum Hügelpark und zur Villa Hügel. Coronabedingt kann es dort allerdings zu Wartezeiten kommen.

Am Möhnesee kann der Bismarckturm coronabedingt nicht besichtigt werden. Naturführungen oder Bootsausflüge sind dagegen möglich.

Das Hermannsdenkmal kann erklommen werden. Allerdings müssen sich Gäste an bestimmte Zeitfenster halten und eine Maske tragen.

Vom Hermannsdenkmal aus kann man dann über die Stadt Detmold und den Teutoburger Wald bis hin zum Köterberg blicken.

Der Kölner Dom kann ebenfalls besucht werden - allerdings mit Mundschutz und nur auf festgesteckten Wegen. Mehr als 300 Besucher dürfen nicht in das Gotteshaus.

Phönixsee: Fußweg wird zur Einbahnstraße

Auch die Stadt Dortmund bittet ihre Bürger am Phönix-See um eine besondere Verhaltensregel. Fußgänger, Radfahrer und andere Sportreibende sollen sich in dem Naherholungsgebiet im Uhrzeigersinn um den See bewegen,. "Die Stadt erklärt die Fußwege rund um den Phoenix-See daher zur Einbahnstraße." Wenn Menschen unterwegs seien und sich dann auch noch auf den Wegen entgegen kommen und begegnen, seien die Abstandsregeln kaum einzuhalten, so die Stadt.

Monschau sperrt Ausflugsziel

Die beliebte Eifelstadt Monschau hat bereits Maßnahmen ergriffen. Ihre Narzissentäler und -wiesen, ein beliebtes Ausflugsziel in der Region, sind gesperrt. "Ziel ist es, dass die Menschen zuhause bleiben", heißt es auf der Webseite der Stadt. "Deshalb geben wir derzeit auch keine anderen Ausflugstipps", sagt Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Ein weiterer Grund für die Sperrungen ist, dass die Blumenfelder zur Hälfte auf belgischem Gebiet liegen. Im Nachbarland aber gibt es einen klaren Erlass: Ausflugsfahrten sind verboten. "Daher haben wir uns in Absprache mit unseren belgischen Partnern entschieden, auch unseren Teil der Felder für Besucher zu sperren", so Ritter.

Tagesausflüge in Deutschland nicht verboten

Im Gegensatz zu Belgien gibt es Deutschland kein bundesweites Verbot für Tagesausflüge. In NRW sind lediglich Reisebusreisen und Übernachtungen zu touristischen Zwecken untersagt. Den Verantwortlichen in den Naherholungsgebieten bleibt also nur der Appell, man solle Freizeitfahrten unterlassen.

"Wenn wir ein solches Verbot hätten, dann müssten wir am Ende auch Grenzkontrollen zwischen NRW und den Niederlanden und Belgien einrichten", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag (02.04.2020). Das wolle man vermeiden.

Wanderweg in der Eifel gesperrt

Werbung für Ausflüge wird derzeit kaum mehr gemacht. Das Unternehmen Eifel Tourismus, das die Urlaubsregion zwischen NRW und Rheinland-Pfalz bewirbt, hat seine Marketing-Aktivitäten ganz auf Eis gelegt. "Wir wollen es den Menschen nicht noch schwerer machen, zuhause zu bleiben", sagt Geschäftsführer Klaus Schäfer. Und die Traumpfade sind am Wochenende gesperrt.

Stand: 04.04.2020, 08:39