Corona: Größtes Hilfsprogramm der Landesgeschichte

Ein Stempel mit der Aufschrift "Lockdown" steht auf ausgebreiteten Geldscheinen.

Corona: Größtes Hilfsprogramm der Landesgeschichte

In NRW sind inzwischen 8,4 Milliarden Euro an Corona-Finanzhilfen ausgezahlt worden. Ein Programm mit dieser Größenordnung hat es bislang noch nie gegeben. Sieben verschiedene „Töpfe“ gibt es.

Die Anträge für Corona Hilfen werden von den fünf Bezirksregierungen in NRW bearbeitet. Sie haben laut NRW-Wirtschaftsministerium einen großen Beitrag geleistet und stünden auch weiterhin für die schnelle Bearbeitung und Auszahlung bereit. Insgesamt rund 679.000 Anträge sind mittlerweile bewilligt worden. Das Geld kommt aus sieben Programmen:

- Soforthilfe: ( März bis Mai 2020) mehr als 4,5 Mio Euro; Antragsteller 430.000

- Überbrückungshilfe I: (Juni bis August 2020) 364 Mio Euro, 34.200 Antragsteller

-  Überbrückungshilfe II: (September bis Dezember 2020) 682 Mio Euro, 53.700 Antragsteller

-  Novemberhilfe: (seit 15.1.2021) 986 Mio Euro, 61.300 Antragsteller

-  Dezemberhilfe: (seit 29.1.2021) 995 Mio Euro; 56.000 Antragsteller

-  Überbrückungshilfe III: 744,5 Mio Euro; 19.400 Antragsteller

-   Neustarthilfe: bislang 150 Mio Euro, 24.400 Antragsteller

„Antragsverfahren ist Bürokratiemonster“

Christoph Berger sitzend

Christoph Berger von einem Modehaus in Warendorf: Antragsverfahren ist Bürokratiemonster.

Christoph Berger betreibt in Warendorf im Münsterland ein Modehaus. Er spricht von einem „Bürokratiemonster“, das die Betriebe zunächst einmal bewältigen müssten. In der Branche unterstüzen sie sich gegenseitig. Sitzen seit Dezember fast jede Woche zusammen. Das Schwierige: „Die Anforderungen haben sich einige Male geändert und ich weiß jetzt noch nicht, wie es mit der Hilfe final aussieht.“ 

„Finanzielle Unterstützung der Corona-Hilfen ist ausreichend“

Fritz Jaeckel

Fritz Jaeckel von der IHK: Finanzielle Unterstützung ist ausreichend.

Die Industrie- und Handelskammer Nordwestfalen mit Sitz in Münster helfen ihren Mitgliedsunternehmen bei der Antragstellung. Ihr Hauptgeschäftsführer Fritz Jaeckel sagt, am Anfang habe es gehapert und der Prozess sei zäh gewesen. „Im Laufe der Zeit hat sich das gebessert und wir haben mit unseren Unternehmen auch laufend daran gearbeitet, dass die Unterlagen vollständig eingereicht wurden“, so Jaeckel. „Das Wichtige: Die finanzielle Unterstützung, also die Summen, sind auskömmlich“.

Auch Christoph Berger ist der Ansicht: Die Höhe der jeweiligen Finanzhilfen hilft ihm, die Corona-Krise besser zu meistern. In seinem Modehaus muss er oft in Vorleistung gehen und die Bekleidung für die kommende Saison einkaufen. Die Gesamtsituation sei im Moment unsicher. „Wie organisieren sich die Märkte neu und was passiert überhaupt im Bereich Mode“?

Jeden Tag bis zu 200 neue Anträge

Dorothee Feller Portrait

Regierungspräsidentin Dorothee Feller hat Verständnis für Kritik von Unternehmen beim Antragsverfahren

Zuletzt haben im Münsterland viele Gastronomiebetriebe, Eventmanager oder Unternehmen aus dem Messebau Anträge auf Corona-Hilfen gestellt. Wenn die Unterlagen vollständig sind, dann gibt es Fälle, bei denen das Geld noch am selben Tag bewilligt wird. Regierungspräsidentin Dorothee Feller hat derzeit 120 Behörden-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, die sich um die der Anträge kümmern. Es waren anfangs rund 300.

IHK fordert Zuschüsse für Rückzahlung

Auch jetzt kommen bei der Bezirksregierung Münster täglich noch bis zu 200 neue Anträge rein. Die Bewilligungsquote liegt bei 90 Prozent. Fritz Jaeckel von der IHK will sich dafür einsetzen, dass es später bei der Rückzahlung der Mittel Tilgungszuschüsse gibt. Und: Die Politik müsse rechtzeitig darüber nachdenken, ob einige Kredite auch erlassen werden könnten.

Corona-Hilfen: "Verteilungspolitische Schieflage"

WDR 5 Morgenecho - Interview 15.04.2021 08:40 Min. Verfügbar bis 14.04.2022 WDR 5


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Stand: 20.04.2021, 11:18