Studie zu Masken: „Je schwieriger das Atmen, desto besser“

Studie zu Masken: „Je schwieriger das Atmen, desto besser“

Eine neue Studie zur Wirksamkeit von Masken der Uni Marburg und des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft in Schmallenberg zeigt, wie groß die Unterschiede bei den Alltagsmasken sind.

Die Kernpunkte der Studie aus Marburg, die bislang noch nicht veröffentlicht ist, sind erst einmal wenig überraschend: Maske ist nicht gleich Maske und je dichter der Stoff, desto besser der Schutz. Allerdings ist noch nicht klar, wie die Ergebnisse der Studie zu bewerten sind.

Überraschend ist, wie stark sich die Alltagsmasken in ihrer Wirksamkeit unterscheiden: Von 16 in der Studie getesteten Masken, haben manche nur ein Drittel der gefährlichen Aerosole aufgefangen - andere dagegen bis zu 90 Prozent.

Masken: Besser drei- als einlagig

Das Bild zeigt, wie sich Atemluft beim Husten verbreitet. Am wenigsten mit Maske mit Filter, ohne Maske sollte man in den Ellenbogen husten.

So verbreitet sich Atemluft beim Husten

Die einlagigen Schutzmasken eines Unterwäscheherstellers etwa, die getestet wurden, haben am schlechtesten abgeschnitten - die dreilagigen eines Sockenproduzenten am besten. Dominic Dellweg ist Chefarzt für Pneumologie am Fachkrankenhaus und hat die Studie begleitet. Er sagt: „Je höher die Filterleistung, desto höher ist auch der potenzielle Schutz vor SARS-CoV-2." Anders gesagt: Je schwieriger man durch den Stoff der Maske atmen kann, desto höher ist der Schutz.

Augen auf beim Maskenkauf

Für den Alltag heißt das, dass man sich gut überlegen sollte, was man sich über Mund und Nase zieht. Das zeigen auch Forschungen der Florida Atlantic University. Die haben getestet, wie die am häufigsten genutzten Atemschutz-Masken aus Stoff Tröpfchen abhalten. Am schlechtesten erfüllte diese Funktion das Halstuch, am besten die selbstgenähte zweilagige Baumwoll-Maske.

Am Ende müsse jeder für sich entscheiden, so Dellweg, welche Alltagsmaske zu einem passt: "Wenn Sie sich und andere schützen wollen, dann nehmen Sie eine Maske, die Sie zwar tolerieren können, aber wo ein Atemwiderstand spürbar ist."

Wissenschaftliche Studien: Unterschied zwischen "veröffentlicht" und "unveröffentlicht"

Veröffentlichte Studien: Eine wissenschaftliche Studie gilt als veröffentlicht, wenn auch andere Wissenschaftler sich die Studie genauer anguckt haben. Dabei wird etwa überprüft, wie viele Teilnehmer es gab und wie die Studie durchgeführt wurde. Das alles ist wichtig, um die Ergebnisse einer Studie einordnen zu können.

"Peer Review": So nennt man es, wenn eine Studie in einer Fachzeitschrift veröffentlicht wurde. Dann haben andere Wissenschaftler die Studie geprüft und ggf. sogar noch Verbesserungen gefordert.

"Pre Print": Weil in der Corona-Pandemie ein enormer Zeitdruck besteht, werden viele Studien online vorab veröffentlicht, als "pre print" - eben ohne Überprüfung von anderen Wissenschaftlern. Hintergrund ist, dass die Ergebnissen möglichst schnell viele Menschen zur Verfügung stehen sollen.

Stand: 20.08.2020, 12:45