Sputnik V - Wie gut und sicher ist der russische Impfstoff?

Sputnik V - Wie gut und sicher ist der russische Impfstoff?

Der russische Impfstoff Sputnik V hat laut einer im medizinischen Fachblatt "The Lancet" veröffentlichten Studie eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent. Damit hätte Sputnik V nahezu die gleiche Wirksamkeit wie die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer und eine höhere als das Mittel von Astrazeneca.

Die Wissenschaftler sprachen von "Zwischenanalysen" der wichtigen Testphase III unter rund 20.000 Freiwilligen.

Russland hatte den Impfstoff Sputnik V im August 2020 freigegeben, obwohl die Datenlage zunächst dünn war.

Was bedeutet: Wirksamkeit von 91,6 Prozent?

Eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent bedeutet, dass in der geimpften Gruppe 91,6 Prozent weniger Erkrankungen pro 100 Probanden auftraten als in der Kontrollgruppe.

Was sind laut Zwischenanalyse die Nebenwirkungen von Sputnik V?

Es habe bei Sputnik V nur in wenigen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen gegeben, die die Forscher aber nicht auf das Vakzin zurückgeführt hätten, hieß es in der Studie. Die meisten Freiwilligen hätten von "milden" Nebenwirkungen wie grippeähnlichen Symptomen und Schmerzen am Arm berichtet.

Während der Studie habe es zudem vier Todesfälle gegeben, die den Wissenschaftlern zufolge aber nicht im Zusammenhang mit der Impfung standen. Ein Freiwilliger habe einen Schlaganfall erlitten.

Wie aussagekräftig ist die Studie? Gibt es Kritik?

Die gibt es. 40 Forschende aus Europa, den USA, Kanada und Russland selbst haben einen offenen Brief geschrieben, in dem sie Zweifel an der Impfstoff-Studie äußern. So nahmen nur jeweils 38 Probanden an den zwei Studien zum Impfstoff teil, was sehr kleine Testgruppen sind. Unter anderem fiel auch auf, dass die Probanden laut Studiendaten alle denselben Antikörper-Spiegel im Blut hatten, obwohl sie unterschiedliche Formen des Impfstoffs gespritzt bekamen.

Nach monatelangem Einsatz des Impfstoffs gibt es mittlerweile aber auch andere Studien.

Was für ein Impfstoff ist Sputnik V ?

Sputnik V beruht auf einer herkömmlichen Herstellungsweise. Er ist ein sogenannter Vektorimpfstoff.

Anders als der Impfstoff von Astrazeneca, der auch ein Vektorimpfstoff ist, werden bei Sputnik V bei der ersten und der zweiten Impfung unterschiedliche Vektoren als Träger genutzt. Das könnte ein Vorteil sein - denn der Körper entwickelt wohl auch gegen den Vektor Antikörper, was vermutlich die Wirkung eines Impfstoffes ausbremsen könnte, wenn dieser bei der ersten und zweiten Impfung denselben Träger hat.

Was ist mit einer Zulassung von Sputnik V in Europa?

Russland strebt eine Zulassung von Sputnik V in der EU an - doch die wurde noch immer nicht erteilt (Stand September 2021). Offenbar fehlen der EMA nach wie vor Daten zum Impfstoff. In zahlreichen Ländern in der Welt wird der Impfstoff bereits eingesetzt.

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Stand: 29.09.2021, 10:51