Corona: Darf ich an Ostern verreisen?

Corona: Darf ich an Ostern verreisen?

  • Hotels größtenteils geschlossen
  • Kontrollen an niederländischer Grenze
  • Tagesausflüge sind erlaubt

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat das Osterfest eine "Weggabelung" genannt, die über die Lockerung der strengen Regeln für Bürger und Wirtschaft entscheide. "Bleiben wir auch übers Wochenende konsequent, wird die schrittweise Rückkehr zur Normalität wahrscheinlicher," sagte Spahn am Donnerstag (09.04.2020) in Berlin.

Ein Tag am Meer?

Für viele ist die Osterzeit auch die Zeit für Kurzurlaube an Nord- und Ostsee. Doch das ist derzeit praktisch nicht möglich. Hotels und Campingplätze sind bundesweit für Privatreisende fast überall geschlossen, Wildcampen war auch schon vor Corona größtenteils verboten.

Ein Tagesausflug zum Strand geht auch nicht: Reisen aus touristischen Zwecken nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind nicht erlaubt, selbst für einen Tag. In Niedersachsen sind zudem viele Strandzugänge und Parkplätze gesperrt.

Nach Belgien oder in die Niederlande?

Die Grenze zu den Niederlanden ist zwar geöffnet, die niederländische Regierung appellierte jedoch dringend an ausländische Touristen, von Privatreisen abzusehen. Nicht zwingend notwendige Grenzübertritte nach Belgien wiederum sind ganz verboten.

An der niederländischen Grenze gibt es über die Feiertage scharfe Kontrollen. "Wir sprechen mit den Menschen, fragen warum sie kommen und bitten sie umzukehren", sagte ein Sprecher der niederländischen Grenzwacht. 

Die Fahrt lohne sich ohnehin nicht: Die beliebte niederländische Küstenprovinz Zeeland hat wegen der Corona-Krise Übernachtungen von Touristen verboten. Außerdem gilt generell nach einem Beschluss des Corona-Krisenkabinetts vom Dienstag (7.April 2020): Wer einige Tage ins Ausland fährt, muss bei Rückkehr 14 Tage in Quarantäne.

Corona und Reisen: Stornieren oder abwarten?

WDR 2 09.04.2020 14:24 Min. Verfügbar bis 09.04.2021 WDR Online

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Tagesausflug in NRW?

Auch Ausflüge innerhalb Nordrhein-Westfalens gestalten sich in Zeiten von Corona schwierig. Es gibt zwar keine Ausgangssperre, aber an vielen Orten kontrolliert das Ordnungsamt, ob die Kontaktsperre eingehalten wird. Viele Ausflugsziele wie das Hermannsdenkmal oder bestimmte Wanderwege in der Eifel sind geschlossen. Die beliebte Eifelstadt Monschau hat ihre Narzissentäler und -wiesen, ein beliebtes Ausflugsziel in der Region, gesperrt.

So haben Sie NRW noch nie gesehen

Die Corona-Pandemie hat NRW fest im Griff. Menschenleere Orte, an denen sonst das Leben tobt. Wir haben Fotos aus dem ganzen Land gesammelt.

Das 53 Meter hohe Hermannsdenkmal in Detmold auf dem Kamm des Teutoburger Waldes

Hermannsdenkmal in Detmold: Eines der bekanntesten Wahrzeichen von NRW - ausnahmsweise ganz ohne Scharen von Ausflüglern und Touristen.

Hermannsdenkmal in Detmold: Eines der bekanntesten Wahrzeichen von NRW - ausnahmsweise ganz ohne Scharen von Ausflüglern und Touristen.

Hindenburgstraße Mönchengladbach: Die große Einkaufsstraße in Mönchengladbach ist normalerweise der Hotspot der Innenstadt. In diesen Tagen aber völlig verwaist.

Kurpark in Bad Salzuflen: Bis zu 600.000 Liter Sole rieseln täglich durch die Gradierwerke, zerstäuben zu feinstem Nebel und bilden ein meerähnliches Klima, das die Kurgäste so sehr schätzen. Zurzeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Elisenbrunnen Aachen: Vor diesem klassizistischen Bau tummeln sich sonst die Touristen der Euregio. Jetzt sieht es gespenstisch leer aus.

Flughafen Köln/Bonn: Wo sonst Tausende Menschen zu ihren Dienstreisen oder in den Urlaub aufbrechen, fühlt man sich derzeit eher einsam. Kaum ein Flieger hebt derzeit noch ab.

Aasee-Terrassen Münster: Bei gutem Wetter ist hier kaum ein freies Plätzchen zu finden, die Studenten aus Münster lieben diesen Ort. Aktuell allerdings ist Platz ohne Ende.

Die Severinskirche in Köln: Auch ein gemeinsames Gebet ist derzeit nicht möglich. Ein Blick in die nahezu leere Severinskirche von Köln.

Römermuseum Haltern: Im vergangenen Jahr besuchten 40.000 Menschen das Römermuseum in Haltern. Viele Schulklassen kommen während der Woche in das Museum. Aktuell ist niemand da.

Rathaus Düsseldorf: Eine gespenstische Szene - normalerweise laufen unzählige Menschen auf dem Rathausplatz in Düsseldorf umher und erledigen zum Beispiel Behördengänge. Die Behörden sind momentan auch in der Hauptstadt geschlossen und nur telefonisch oder digital erreichbar.

Krefeld: Der Ostwall in Krefeld ist sonst voller Menschen, die auf dem Weg zum Einkaufen sind oder einfach nur spazieren gehen. Im Moment nur Leere.

Hauptbahnhof Köln: Wann hat man je den Bahnhofsvorplatz der Millionenstadt Köln so leer gesehen?

Innenstadt Aachen: Nicht anders sieht es in Aachen aus. Wo sonst Deutsche, Belgier und Niederländer einkaufen und Kaffee trinken, befindet sich derzeit kaum eine Menschenseele.

Phantasialand Brühl: Normalerweise kommen knapp zwei Millionen Besuchern pro Jahr in den Freizeitpark zwischen Köln und Bonn. Das wird 2020 vermutlich anders sein.  

Neuss: Auch die Innenstadt von Neuss ist menschenleer - ein absolut ungewohnter Anblick, der aber auch zeigt: Die Menschen folgen den Anordnungen der Politik.

Einkaufen in Essen: Die Innenstadt gilt als Shopping-City. Aber momentan geht hier gar nichts. Verschlossene Geschäfte, keine Kunden.

Bankautomaten in Essen: Wer nicht einkaufen kann, braucht auch kein Geld. So herrscht auch an den Bankautomaten gähnende Leere.

Heumarkt in Köln: Wo an Karneval Tausende schunkeln und sich selbst und ihre Stadt feiern, findet sich derzeit kaum ein Passant.

Aachener Dom: Diese Luftaufnahme vom Dom in Aachen zeigt die seltsam anmutende Leere in den umliegenden Straßen.

Was ist noch möglich?

Besitzer einer Zweitwohnung in NRW, die als Ferienwohnung genutzt wird, haben Glück. Trotz der Corona-Epidemie dürfen sie - anders als in vielen anderen Bundesländern - diese aufsuchen und darin wohnen. Besuche im eigenen Schrebergarten sind ebenfalls möglich, dieser ist kein öffentlicher Raum. Trotzdem empfiehlt die Landesregierung, keine Grillfeste oder Gruppen-Ostereiersuchen zu veranstalten: Wegen der Infektionsgefahr sollte am besten auch im Schrebergarten die Zwei-Personen-Regel befolgt werden.

Stand: 09.04.2020, 18:31