Uniklinik Köln lädt offensiv zum Corona-Test ein

Proben für Corona-Tests

Uniklinik Köln lädt offensiv zum Corona-Test ein

  • Robert Koch-Institut rät zu mehr Corona-Tests
  • Pandemie schneller unter Kontrolle bringen
  • Kölner Uniklinik lädt offensiv zu Tests ein

"Testen, testen, testen, auch bei vagem Verdacht" - so wirbt die Kölner Uniklinik auf ihrer Homepage direkt für kostenlose Corona-Tests. Das sei das Credo der Leiterin des Infektionsschutzzentrums, Clara Lehmann, ist dort zu lesen. Einen Termin bekomme man einfach und online über das Corona-Webtool der Uniklinik. Nur so könnten Virologen einen wirklichen Überblick bekommen, wie die Infektionslage in der Bevölkerung derzeit ist.

Früher wurden Menschen oft abgewiesen

Noch vor wenigen Wochen standen Menschen in langen Schlangen vor dem Infektionsschutzzentrum. Viele, die einen Coronatest machen lassen wollten, wurden aber abgewiesen: Testkits gab es nicht in ausreichender Anzahl, das Personal war bis an die Grenzen ausgelastet. Jetzt sieht die Lage offenbar anders aus.

Während die Mitarbeiter bis zu 700 Tests am Tag machen könnten, nehmen sie derzeit nur um die 150 Abstriche. Die Nachfrage ist deutlich zurückgegangen. "Viele denken wegen der niedrigen Infektionszahlen, dass wir über den Berg sind", zitiert der Kölner Stadtanzeiger die leitende Ärztin, "aber das sind wir nicht. Deshalb ist es ganz wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich testen lassen". Deshalb könne nun jeder kommen, auch wenn der Verdacht nur vage sei. Mögliche Hinweise seien Halsschmerzen, Husten, Durchfall, Kopfschmerzen oder Fieber.

Andere Unikliniken in NRW sind bisher zurückhalten mit einer Aufforderung zum vermehrten Testen. Meist wird auf der Homepage weiterhin empfohlen, bei Verdachtsmomenten telefonisch den Hausarzt zu konsultieren, der dann über einen Test entscheide.

RKI: Nicht nur schwere Fälle testen

Abstrichtest an der Zunge mit Teststäbchen

Mehr Abstriche, mehr Überblick

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt eine Ausweitung der Tests empfohlen. Auch bei leichten Symptomen solle sofort getestet werden - je früher, desto besser, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler Ende vergangener Woche. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits angekündigt, die Zahl der Test zu erhöhen.

Die gesetzlichen Krankenversicherung seien nun verpflichtet, Tests auf das Coronavirus grundsätzlich zu bezahlen. Auch Gesundheitsämter sollen Tests über die Kassen abrechnen können.

Testkapazitäten erst zur Hälfte genutzt

Die Zahl der Corona-Tests ist laut RKI zuletzt deutlich gestiegen. Dennoch: Mehr als 860.000 Tests pro Woche könnten die Labore in Deutschland schaffen - fast doppelt so viele, wie zuletzt vom RKI gezählt wurden.

Stand: 04.05.2020, 10:27