Corona-Krise: Entscheidung über weitere Lockerungen erst im Mai

Das Bild zeigt zusammengestellte Tische und Stühle vor einer Gaststätte.

Corona-Krise: Entscheidung über weitere Lockerungen erst im Mai

  • Entscheidung über weitere Lockerung von Corona-Einschränkungen erst am 6. Mai
  • Das teilte Bundeskanzlerin Merkel mit
  • Reaktionen dazu

Bund und Länder wollen am 30. April erneut über die Corona-Krise beraten. Beschlüsse über weitere Lockerungen könnten aber erst eine Woche später fallen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, die Auswirkungen der am Montag begonnenen Öffnung der Geschäfte könne man erst 14 Tage später abschätzen.

Bisher war erwartet worden, dass über weitergehende Schritte schon Ende April entschieden werden könnte. Merkels Ankündigung stößt auf unterschiedliche Reaktionen.

Dialog über weitere Lockerungen gefordert

"Ich war überrascht von dieser Verschiebung", sagte Carsten Linnemann, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, am Freitag (24.04.2020) im WDR5-"Morgenecho". Er akzeptiere die Entscheidung natürlich. "Aber dann erwarte ich auch, dass man die Zeit bis zum 6. Mai jetzt nutzt."

Es müsse unter anderem mit der Gastronomie, dem Einzelhandel und den Hotels das Gespräch gesucht werden. "Damit man jetzt schon mal daran arbeitet an dieser vernünftigen Perspektive, dass man dann irgendwann wieder langsam hochfahren kann."

Die gesamte Wirschaft, so Linnemann, habe ein hohes Interesse an hohen Standards, da sonst die Kunden ausbleiben. "Deshalb brauchen wir jetzt diesen Dialog."

"Brauchen Debatte über Lockerungen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 24.04.2020 06:28 Min. Verfügbar bis 24.04.2021 WDR 5

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Erst Auswirkungen der Lockerungen abwarten

Diese Haltung trifft auf Widerspruch. "Alle, die fordern, dass es einen genauen Fahrplan gibt, die übersehen, dass wir immer noch auf Sicht fahren, dass wir innerhalb von zehn Tagen erstmal abwarten müssen, was die Konsequenzen dieser Lockerungen sind", sagte Timo Ulrichs, Infektionsepidemiologe und Professor Globale Gesundheit an der Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin, ebenfalls am Freitag im WDR5-"Morgenecho".

Für eine Verschiebung der Entscheidung spreche, "dass wir mit den bereits eingeführten Lockerungen erstmal sehen wollen, wie es so läuft." Erst dann könne der nächste Schritt gegangen werden - "aber auch nur sehr vorsichtig und nicht alles auf einmal". Man müsse noch genug Möglichkeiten haben, zurückzurudern oder "einige Dinge so zu ändern, dass doch keine Übertragung stattfindet". Das könne mit dem Tragen von Masken noch befördert werden.

Maskenpflicht nur "in Kombination mit Abstand"

WDR 5 Morgenecho - Interview 24.04.2020 05:54 Min. Verfügbar bis 24.04.2021 WDR 5

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Stand: 24.04.2020, 10:51