Corona-Krise als Chance - was wird bleiben?

Ein Mensch mit Einmalhandschuhen wäscht eine Seniorin

Corona-Krise als Chance - was wird bleiben?

Von Giselle Ucar

  • Corona-Krise verändert Alltag der Menschen in NRW
  • Prozesse der Digitalisierung werden beschleunigt
  • Ansehen systemrelevanter Berufe steigt

Fast nichts ist, wie es vor Corona war. Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln zwingen zum Umdenken. Doch die Krise bietet auch Chancen - drei Beispiele.

Bessere Bedingungen für Pflegekräfte

Seit Beginn der Corona-Pandemie wissen wir: Pflegekräfte gehören zu den sogenannten "systemrelevanten Berufen". In sozialen Netzwerken applaudieren Menschen dem Pflegepersonal.

Und auch die Politik reagiert auf die widrigen Arbeitsbedingungen in der Pflege und erhöht die Mindestlöhne. Bis April 2022 sollen sie von heute 10,85 Euro auf 15,40 Euro steigen. "Unabhängig vom Thema Mindestlöhne rückt die Corona-Krise den Berufsstand der Pflege ins Zentrum der Aufmerksamkeit", sagt Christoph Treiß vom Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW.

Der Respekt tue den Pflegekräften gut. Erst am Mittwoch (29.04.2020) beschloss das Bundeskabinett eine Corona-Prämie für Altenpflegekräfte. Sie sollen demnach einmalig bis zu 1.500 Euro extra bekommen – steuer- und abgabenfrei.

Corona und Pflege: "Die Lage war schon vorher schwierig"

WDR 5 Morgenecho - Interview 22.04.2020 07:20 Min. Verfügbar bis 21.04.2021 WDR 5

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Das Homeoffice etabliert sich

In der Corona-Krise arbeiten viele Beschäftigte in NRW aus dem Homeoffice. Bei der der LVM Versicherung in Münster etwa sind es 1.700 von 3.600 Innendienstlern - deutlich mehr als vor Corona. Damit das problemlos klappt, wurde ein Videokonferenz-Tool, das eigentlich erst 2021 für alle Mitarbeiter freigeschaltet werden sollte, schon jetzt verfügbar gemacht.

Aber auch andere digitale Kommunikationswege werden laut LVM aktuell verstärkt genutzt: "Alle diese genannten Formate werden sicherlich auch nach der Pandemie selbstverständlicher in den Arbeitsalltag der LVMer einfließen."

Das Bild zeigt eine Mutter im Homeoffice mit einem kleinen Kind.

So harmonisch geht es im Homeoffice nicht immer zu

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) möchte das "Recht auf Homeoffice" bis Herbst sogar als Gesetz vorlegen. In einem Interview sagte Heil: "Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können – auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist."

Bargeldloses Zahlen wird beliebter

Aus Rücksicht auf das Kassenpersonal zahlen 41 Prozent der Kunden deutlich häufiger mit Karte statt mit Bargeld. Laut einer repräsentativen Online-Umfrage der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. greift sogar mehr als ein Drittel der eher bargeldaffinen Kunden ab 60 Jahren aktuell häufiger zur EC-Karte. Gleichzeitig nutzen immer mehr Kunden berührungslose Bezahlverfahren mit Karten oder Smartphones.

Mann zieht eine Visa-Karte durch ein Kartenlesegerät.

Setzt sich das kontaktlose Bezahlen durch?

Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung in Köln glaubt, dass besonders das kontaktlose Zahlen auch nach Corona stärker genutzt werden wird: "Viele Kunden besaßen bereits Karten, die kontaktloses Bezahlen möglich machen. Die Bereitschaft, diese Möglichkeit zu nutzen, hat gefehlt. Das verändert sich gerade."

Datenschutzbedenken hält Hudetz beim Zahlen mit EC-Karte für unbegründet, da die Daten verschlüsselt seien. Problematischer sei - nach wie vor - das Nutzen von Payback-Kundenkarten.

Stand: 03.05.2020, 19:35