Ticker von Donnerstag (27.02.2020) zum Nachlesen

Frau mit Mundschutz

Ticker von Donnerstag (27.02.2020) zum Nachlesen

  • Suche nach der Quelle für Infektionen
  • Menschen in häuslicher Quarantäne
  • NRW-Kliniken grundsätzlich gut vorbereitet

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Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt regelmäßiges Händewaschen mit Seife. Beim Husten oder Niesen sollte möglichst kein Speichel oder Nasensekret in die Umgebung versprüht werden. Die Wahrscheinlichkeit, an einer „normalen“ Grippe zu sterben, liege bei 0,1 bis 0,2 Prozent. Beim Coronavirus liege der Wert bei ein bis zwei Prozent. 80 Prozent der Infizierten hätten nur milde Symptome, wie Husten, Schnupfen oder Fieber. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten. 

19:15 Uhr: Im Kreis Heinsberg sind nach Angaben von Landrat Stephan Pusch rund 1.000 Menschen vorsorglich in häuslicher Quarantäne. So soll der Infektionsweg unterbrochen werden.

19.05 Uhr: Bisher dauert ein Test auf den Corona-Virus in der Regel mindestens einen Tag. Ein Unternehmen in Hilden bietet offenbar nun einen neuen Schnelltest an, bei dem das Ergebnis schon nach einer Stunde vorliegt.

18.58 Uhr: Im Kreis Heinsberg sind 14 Neuerkrankungen registriert worden. Den Patienten geht es aber soweit gut. Das sagte Landrat Stephan Pusch dem WDR am Abend. Alle positiv Getesteten seien in häusliche Quarantäne nach Hause entlassen worden, weil eine stationäre Behandlung nicht notwendig sei.

18.54 Uhr: Die Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte im Kreis Heinsberg bitten Patienten nach WDR-Informationen, nur noch bei Fiebersymptomen einen Test auf den Corona-Virus zu veranlassen. So sollen Versorgungsengpässe vermieden werden.

17.54 Uhr: Im Kreis Heinsberg hat kein Kind einer Kindertagesstätte, in der eine mit dem Coronavirus infizierte Frau gearbeitet hatte, Symptome des Virus gezeigt. Es wurden Abstriche genommen, um eine Infektion auszuschließen. Neben Kitas und Schulen sind mittlerweile auch viele Behörden im Kreis Heinsberg geschlossen. Zwei Verdachtsfälle in Eschweiler haben sich als negativ herausgestellt.

17.05 Uhr: Auch der Kölner Dom reagiert auf den Coronavirus. Ab Freitagmorgen bleiben die Weihwasserbecken leer, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. "Außerdem rufen wir beim Friedensgruß innerhalb eines Gottesdienstes die Gläubigen aktuell nicht dazu auf, einander die Hände zu reichen", sagte Dompropst Gerd Bachner.

16.57 Uhr: Der Kölner Buchungsdienstleister HRS hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus seine Teilnahme an der Tourismusmesse ITB in Berlin abgesagt. Man wolle weder Kunden und Partner noch Mitarbeiter dem "derzeit nicht absehbaren Risiko" aussetzen.

16.53 Uhr: Für Reisende aus zusätzlichen Ländern sollen Meldepflichten und Informationsangebote kommen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) mitteilten. Konkret sollen nun nicht nur ankommende Fluggäste aus China Angaben zu ihrer weiteren Erreichbarkeit nach der Landung machen - sondern auch Passagiere, die mit Flügen aus Südkorea, Japan, Iran oder Italien ankommen.

16.44 Uhr: Nach der Infektion eines Soldaten der Flugbereitschaft mit dem Coronavirus ist eine "Kontaktliste" erstellt worden. Der Soldat gehöre nicht zum fliegenden Personal. Weitere Soldaten stünden unter Beobachtung, teilte ein Luftwaffensprecher mit. Nach Angaben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr wurden insgesamt 15 Soldaten aus der Kaserne in Köln-Wahn nach Hause geschickt. Dort werde nun ihr Gesundheitszustand im Auge behalten.

16.36 Uhr: Der Essener Virologe Prof. Ulf Dittmer schätzt, dass in NRW mittlerweile 10 bis 15 Labore testen können, ob ein Patient mit dem Coronavirus infiziert ist. "Inzwischen sind das alle Unikliniken, aber auch schon private Laboranbieter", sagte Dittmer. In NRW gibt es sechs Unikliniken. Ein Test benötige mit Auswertung 3,5 Stunden.

16.25 Uhr: In der Gemeinde Gangelt (Kreis Heinsberg), die als Hauptkrisenpunkt gilt, ist das öffentliche Leben fast zum Erliegen gekommen. Bürgermeister Bernhard Tholen will noch nicht ausschließen, dass seine Kommune zum Sperrbezirk wird. "Wir merken, dass immer mehr Menschen ausfallen. Wir haben schon zwei Löschgruppen abgemeldet. Irgendwann kann es auch passieren, dass wir für eine gewisse Zeit abgeschottet werden müssen", sagte Tholen dem WDR. Um die Versorgung der Menschen, die derzeit in Quarantäne leben, kümmern sich auch zahlreiche Supermärkte. Sie bieten einen Lieferservice.

16.06 Uhr: Nach Information des WDR-Studios Dortmund führt der Coronavirus zu "Hamsterkäufen" von Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken. Dadurch gibt es teilweise Lieferengpässe bei den Großhändlern. Ein Arzt aus Holzwickede wollte seine Praxis schließen, falls er seine Mitarbeiter und Patienten nicht mehr ausreichend schützen könne. In seiner Verzweiflung hat der Arzt seinem Ärger in sozialen Medien Luft gemacht. Nun liefert ihm ein Unternehmen aus Witten doch noch ausreichend Schutzmittel.

15.54 Uhr: Mit einer Ansteckung durch Lebensmittel ist nach den Worten von Agrarministerin Julia Klöckner nicht zu rechnen. "Nach derzeitigem Wissensstand ist es unwahrscheinlich, dass importierte Waren wie Lebensmittel die Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten." Hauptgrund dafür sei die relativ geringe Umweltstabilität der Viren, sagt Klöckner und verweist auf Einschätzungen des Bundesinstituts für Risikobewertung.

15.45 Uhr: Zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus will die Bundesregierung bis zu 50 Millionen Euro zusätzlich an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zahlen. Zusätzliche Maßnahmen zur Stützung und Ertüchtigung von Gesundheitssystemen seien dringend erforderlich, vor allem in weniger entwickelten Ländern. Die WHO spricht von einer "sehr heiklen Situation". Die Verbreitung des Virus könne sich in jede Richtung entwickeln, sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Es komme darauf an, was man jetzt unternehme.

15.34 Uhr: Im Raum Heinsberg haben sich Unternehmen nach den Regeln für die Zahlung von Kurzarbeitergeld erkundigt. Konjunkturelles Kurzarbeitergeld könne gezahlt werden, wenn der Arbeitsausfall auf einem unabwendbaren Ereignis oder auf wirtschaftlichen Gründen beruhe, teilte die zuständige Arbeitsagentur in Aachen mit. Etwa wenn eine Firma vorrangig für Kunden aus China arbeite oder wenn notwendige Lieferungen ausblieben. Das Kurzarbeitergeld soll den Verdienstausfall der Beschäftigten zumindest teilweise ausgleichen, wenn der Arbeitgeber die regelmäßige Arbeitszeit kürzt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat laut Minister Peter Altmaier (CDU) eine Coronavirus-Hotline für betroffene Firmen eingerichtet.

15.25 Uhr: Die Discount-Einzelhandelsketten Aldi und Lidl verzeichnen in einigen Regionen und Filialen eine verstärkte Nachfrage nach bestimmten Warengruppen, zum Beispiel bei haltbaren Lebensmitteln und bei Hygieneartikeln. Die Rewe-Gruppe teilte mit, dass man momentan keine auffälligen Nachfrageverstärkungen feststellen könne. Dies ergab eine Umfrage des WDR-Studios in Bonn.

15.16 Uhr: Die Bundesregierung hält im Moment keine generellen Einschränkungen bei Sportveranstaltungen wie der Fußball-Bundesliga wegen des Coronavirus für nötig. Bundesinnen- und -sportminister Horst Seehofer (CSU) sagte, bei der Bewertung von Großveranstaltungen sei entscheidend, ob sich dort "besonders viele Menschen tummeln aus Krisengebieten, aus belasteten Ländern".

14.50 Uhr: Aus Sicht der Krankenhausgesellschaft NRW sind die Kliniken grundsätzlich auf eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus vorbereitet - doch es zeichnen sich auch mögliche Probleme ab. Herausforderungen stellten mögliche Erkrankungen des Personals dar. Auch Betreuungsprobleme durch geschlossene Kindergärten könnten die angespannte Personalsituation in Kliniken verschärfen, sagte Präsident Jochen Brink der "Rheinischen Post". Die Beschaffung von Masken und Schutzkitteln stelle derzeit aufgrund der weltweit hohen Nachfrage das größte Problem dar.

14.42 Uhr: Den vier weiteren mit dem Coronavirus infizierten Erkrankten in NRW geht es den Umständen entsprechend gut. Dies sagte der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU). Derzeit stünden im Kreis Heinsberg rund 400 Menschen unter häuslicher Quarantäne. Sie sollen sich daheim aufhalten und von Verwandten versorgen lassen, die ihnen Essen vor die Tür stellen könnten. "Wir haben heute keine Neuinfektionen. Im Moment entspannt sich die Lage für mich etwas, aber das kann sich stündlich ändern", so Pusch.

14.35 Uhr: Wer weiß, dass er infiziert ist oder sein könnte, aber keine Vorkehrungen trifft, kann sich unter Umständen strafbar machen. Wenn er andere Personen ansteckt, seien Verfahren wegen Körperverletzung oder fahrlässiger Körperverletzung möglich. Dies teilte der Gelsenkirchener Rechtsanwalt Arndt Kempgens mit.

14.22 Uhr: Die EU-Kommission erwägt nach den Worten von Wirtschaftskommissar Thierry Breton Hilfen für Branchen, die besonders von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind. Dazu gehörten die Tourismus- und die Autoindustrie. Die Kommission werde in einem Monat entscheiden, ob solche Unterstützungsmaßnahmen eingeführt werden sollen. Der Virusausbruch macht vor allem der Reisebranche zu schaffen. Zum Beispiel fielen die Aktien der Lufthansa um mehr als sieben Prozent auf den tiefsten Stand seit drei Jahren.

14:13 Uhr: Die Behandlung von Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, erfordert nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) keine Hochsicherheitsisoliereinrichtungen. Zur Behandlung des Virus sei nach bisherigen Erkenntnissen die reguläre Intensivstation und die reguläre Isolierung ausreichend, und hier gebe es einige tausend Betten.

13:54 Uhr: Der Kosmetikriese L'Oréal setzt zum Schutz seiner Mitarbeiter vor dem Coronavirus bis Ende März seine internationalen Geschäftsreisen aus. Diese Maßnahme betreffe auch Reisen ins innereuropäische Ausland. Das Unternehmen hat seinen deutschen Sitz in Düsseldorf.

13.05 Uhr: Wegen des Coronavirus hat die Deutsche Billard-Union die Weltmeisterschaft vom 5. bis 8. März in Viersen abgesagt. "Um das Wohlergehen der Sportler, der Besucherinnen und Besucher zu schützen", sehe man sich zu diesem Schritt gezwungen, teilte DBU-Präsident Helmut Biermann am Donnerstag (27.02.2020) mit.

12.31 Uhr: Die ersten Corona-Fälle in NRW führen mittlerweile auch dazu, dass Falschmeldungen über die Ausbreitung kursieren. Beispielsweise kursiert im Internet ein Foto von einem Krankenwagen in der Wuppertaler Innenstadt samt Feuerwehrleuten in Schutzanzügen. Nach Informationen der Stadt gibt es bislang aber keinen bestätigten Fall einer Corona-Infektion. Die Feuerwehrleute trügen die Schutzkleidung auch beim Verdacht auf andere Krankheiten.

12.15 Uhr: Ein mit dem Coronavirus infizierter Klinikarzt, der auch an der Karnevalsfeier in Gangelt (Kreis Heinsberg) teilgenommen hatte, hatte an seinem Arbeitsplatz in Mönchengladbach nach seiner Ansteckung Kontakt zu zwölf Patienten. Wie viele Mitarbeiter mit ihm Kontakt hatten, werde derzeit noch ermittelt. Sie würden dann auf das Virus getestet und unter häusliche Quarantäne gestellt.

12.06 Uhr: Vier der mit Covid-19 Infizierten sollen sich auf einer Karnevalssitzung in Gangelt bei einem Ehepaar aus der Gemeinde angesteckt haben. Damit der Kreis alle Menschen, die sich ebenfalls angesteckt haben könnten, kontaktieren kann, hat der Karnevalsverein, der die Sitzung veranstaltet hatte, der Behörde alle Namen seiner Mitglieder übermittelt. Inzwischen haben sich fast alle Teilnehmer bei der Behörde gemeldet.

11.51 Uhr: Wegen der sechs Corona-Fälle im Kreis Heinsberg fallen dort am kommenden Wochenende alle Fußballspiele im unteren Amateur- und Jugendbereich aus. Das teilte der Fußball-Verband Mittelrhein nach einer gemeinsamen Entscheidung mit dem Fußballkreis Heinsberg mit. Spiele außerhalb des Kreises sollen aber stattfinden, auch wenn Mannschaften aus dem Kreis Heinsberg daran beteiligt sind.

11.31 Uhr: In seiner aktuellen Einschätzung zur Ausbreitung des Coronavirus' in Deutschland hat das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag (27.02.2020) betont, dass die neuartige Krankheit tödlicher als die Grippe sei. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Grippe zu sterben, liege bei 0,1 bis 0,2 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Nach den bisher bekannten Zahlen liegt die Rate beim Virus Sars-CoV-2 fast zehnmal so hoch - bei ein bis zwei Prozent. 80 Prozent der Infizierten hätten nur milde Symptome, doch 15 Prozent erkrankten schwer an der Lungenerkrankung Covid-19.

11.00 Uhr: Am Mittwochabend war bekannt geworden, dass sich in Nordrhein-Westfalen mittlerweile sechs Menschen mit Covid-19 angesteckt haben. Nach Informationen des NRW-Gesundheitsministeriums handelt es sich dabei um einen 47 Jahre alten Mann aus Gangelt (Kreis Heinsberg) und seine 46 Jahre alte Frau, sowie drei Männer und eine Frau, die alle mit dem Ehepaar Kontakt hatten.

Stand: 27.02.2020, 19:08