Mögliche Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer

Mögliche Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer

Der lang ersehnte Corona-Impfstoff ist da. Bei den einen sorgt er für Jubel, bei anderen für Skepsis. Einige befürchten zum Beispiel Nebenwirkungen. Doch wie berechtigt ist diese Angst?

Was weiß man über Nebenwirkungen?

Der von Biontech und Pfizer entwickelte Impfstoff wurde vor seiner Zulassung an insgesamt 44.820 Probanden getestet - und zwar von Ende Juli bis Mitte November 2020. Hier können Sie die Ergebnisse nachlesen, die im Fachmagazin "New England Journal of Medicine" auf Englisch veröffentlicht wurden:

Sicherheitsrelevante Nebenwirkungen haben sich der Studie zufolge nicht gezeigt. Laut Paul-Ehrlich-Institut und Robert Koch-Institut gibt es bei den neuen Impfstoffen vor allen Dingen kurzfristige Nebenwirkungen ("Impfreaktionen"), die auch bei Grippe-Impfungen auftreten: Viele hatten Schmerzen an der Injektionsstelle, waren müde oder hatten vorübergehende Kopfschmerzen. Einige hatten Muskelschmerzen, Schüttelfrost oder Gelenkschmerzen, manche auch leichtes Fieber. Diese Impfreaktionen sind ein Zeichen, dass der Körper einen Immunschutz aufbaut.

Wie häufig traten diese Nebenwirkungen auf?

Der Studie zufolge hing dies unter anderem davon, ob es sich um die erste oder die zweite Impfdosis handelte:

  • Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle: fünf bis sieben Prozent der Probanden
  • Schmerzen an der Einstichstelle: 66 bis 83 Prozent der Probanden
  • Kopfschmerzen: (25 bis 52 Prozent der Probanden)
  • Müdigkeit: (34 bis 59 Prozent der Probanden)
  • Durchfall: (8 bis 12 Prozent der Probanden)
  • Schüttelfrost: (6 bis 35 Prozent der Probanden)
  • Muskelschmerzen: (14 bis 37 Prozent der Probanden)
  • Gliederschmerzen: (9 bis 22 Prozent der Probanden)

Eine weitere mögliche Nebenwirkung ist Fieber, das vor allem bei der zweiten Impfdosis bei elf Prozent der Älteren und 16 Prozent der Jüngeren auftrat. Überhaupt zeigten sich negative Begleiterscheinungen eher bei der zweiten Impfdosis.

Menschen im Alter über 50 klagten über weniger Nebenwirkungen als jüngere Probanden.

Was ist von diesen Nebenwirkungen zu halten?

Die genannten Begleiterscheinungen sind nicht ungewöhnlich. Im Allgemeinen waren die Nebenwirkungen schwach bis mäßig und klangen nach ein bis zwei Tagen wieder ab. Im Vergleich zu den Grippeimpfstoffen treten einige Impfreaktionen häufiger auf (beispielsweise Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schüttelfrost und Fieber), andere wiederum seltener (etwa Rötungen und Schwellungen). 

Gab es auch schwere Nebenwirkungen?

Ja, aber nur sehr vereinzelt. Unter den mehr als 20.000 Studienteilnehmern gab je eine Person eine Schulterverletzung, Herzryhthmusstörungen sowie Taubheitsgefühle im Bein als Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffes an.

Was ist mit Langzeit-Nebenwirkungen?

Einige Menschen befürchten, dass aufgrund der schnellen Zulassung Langzeit-Nebenwirkungen auftreten können. Richtig ist, dass die Beobachtungszeit teilweise nur zwei Monate betrug. Eine längere Beobachtungszeit würde allerdings nur bedingt weiterhelfen. Denn es wäre sehr wahrscheinlich, dass sehr seltene Nebenwirkungen unter den Studienteilnehmern nie auftreten würden - egal, wie lange man sie noch beobachten würde.

Der Grund: Die seltenen Nebenwirkungen kommen eben sehr selten vor. Ob vereinzelt bisher unbekannte Nebenwirkungen auftauchen werden, wird sich also erst im Lauf der Impfungen zeigen - wie bei jedem anderen neu eingeführten Medikament und jeder anderen Impfung übrigens auch. Mögliche Nebenwirkungen werden auf europäischer Ebene überwacht: Es gibt monatliche Sicherheitsberichte und Folge-Untersuchungen.

Die Kölner Virologin Dr. Isabelle Suarez erklärte, dass es bei diesen Impfungen im Grunde keine Langzeitfolgen geben könne: "Geimpft wird mit einem mRNA-Impfstoff, und der wird sehr schnell abgebaut. Das heißt, der bleibt nicht über Jahre im Körper. Die mRNA dient letztendlich nur als Bauplan für den Körper, damit Antikörper auch reagieren können. Nach etwa 50 Stunden ist nichts mehr von der mRNA im Körper nachweisbar."

Wie werden Nebenwirkungen erfasst und bewertet?

In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut zuständig. Es setzt auf Meldungen von Herstellern, Ärzten und Patienten. Die Hersteller sind verpflichtet, über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu berichten, zum Beispiel nach Meldungen von Ärzten.

Aber auch jeder Patient kann mögliche Nebenwirkungen melden. Insbesondere bei nicht beschriebenen Nebenwirkungen sollte man unbedingt den Hausarzt konsultieren. Dieser kann die Nebenwirkungen direkt an das Paul-Ehrlich-Institut melden.

Das kann man auch selber machen, etwa über die Plattform "nebenwirkungen.bund.de" oder eine App. Über die App werden Geimpfte etwa in bestimmten Zeitabständen nach jeder Impfung nach gesundheitlichen Beschwerden befragt - oder auch dazu, ob nach der Impfung noch eine Corona-Infektion auftrat.

Stand: 14.01.2021, 17:48