Booster - Wann, wo und für wen gibt es die dritte Impfung?

Menschen in der Stadt mit und ohne Maske

Booster - Wann, wo und für wen gibt es die dritte Impfung?

Wir beantworten Ihre Fragen zu den Corona-Impfungen. Hier: Booster - wann, wo und für wen gibt es die dritte Impfung? Und welche Empfehlung gibt die Stiko zur Auffrischungsimpfung?

Empfehlungen, wer wann eine Corona-Auffrischungsimpfung erhalten sollte, haben sowohl die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern als auch die Ständige Impfkommission (Stiko) abgegeben. Die Stiko empfiehlt außerdem, welcher Impfstoff bei wem verwendet werden sollte. Fragen und Antworten zum Boostern:

Wer hat Anspruch auf eine Booster-Impfung?

Laut Impfverordung des Bundesgesundheitsministeriums hat grundsätzlich jeder in Deutschland Anspruch auf eine Booster-Impfung. Der Abstand zur Zweitimpfung ist darin nicht festgelegt – auch nicht das Alter.

Die jeweiligen Impfstoffe sind erst ab einem bestimmten Alter zugelassen. Derzeit kann man frühestens ab zwölf Jahren eine Biontech-Impfung bekommen.

Wer eine Booster-Impfung bekommt, entscheiden letztlich die einzelnen Ärztinnen und Ärzte. Dabei halten sie sich in der Regel an die Empfehlungen der Stiko und der Gesundheitsministerkonferenz.

Was empfiehlt die Stiko zur Booster-Impfung?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Menschen ab 18 Jahren eine Booster-Impfung. Besonders wichtig sei eine solche Impfung für ältere und vorerkrankte Menschen. Auch bisher Ungeimpfte sollen demnach vordringlich geimpft werden.

Die Auffrischimpfungen sollen in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate könne im Einzelfall - oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind - erwogen werden.

"Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff verabreicht werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung gekommen ist. Wenn dieser nicht verfügbar ist, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden", heißt es in der Stiko-Empfehlung. Das bedeutet zum Beispiel: Nach zwei Biontech-Impfungen sollte es "möglichst" ein Biontech-Booster sein, ein Moderna-Booster geht aber auch. Für Menschen unter 30 Jahren empfiehlt die Stiko allerdings ausschließlich den Einsatz von Biontech.

Diese Impfstoff-Reihenfolge empfiehlt die Stiko für das Boostern:
AltersgruppeErstimpfungZweitimpfungDrittimpfung
12- bis 29-JährigeBiontechBiontechBiontech
Über-18-JährigeJohnson & JohnsonAstrazenecafür 18-29-Jährige nur Biontech / für Ü-30-Jährige Biontech oder Moderna
Über-18-JährigeAstrazenecaJohnson & Johnsonfür 18-29-Jährige nur Biontech / für Ü-30-Jährige Biontech oder Moderna
Über-18-JährigeAstrazenecaAstrazenecafür 18-29-Jährige nur Biontech / für Ü-30-Jährige Biontech oder Moderna
30-bis 59-JährigeBiontechBiontechBiontech
30-bis 59-JährigeModernaModernaModerna
Über-60-JährigeBiontechBiontechBiontech
Über-60-JährigeModernaModernaModerna
Über-60-JährigeAstrazenecaBiontechBiontech
Über-60-JährigeAstrazenecaModernaModerna
Über-60-JährigeJohnson & JohnsonBiontechBiontech
Über-60-JährigeJohnson & JohnsonModernaModerna
Schwangere jeden AltersBiontechBiontechBiontech

Warum empfiehlt die Stiko beim Booster "möglichst" den gleichen mRNA-Impfstoff zu verwenden wie zuvor?

"Das ist das, was in den Studien untersucht worden ist", erklärt die Sprecherin des Robert Koch-Instituts, Susanne Glasmacher, auf WDR-Anfrage. Jeder Hersteller untersuche nur seinen eigenen Impfstoff. "Moderna macht keine Studien mit Biontech. Und Biontech macht keine Studien mit Moderna." Für Über-30-Jährige betrachtet die Stiko die beiden mRNA-Impfstoffe nach eigenen Angaben aber "als gleichwertig".

Was empfiehlt die Gesundheitsministerkonferenz zur Booster-Impfung?

Wie die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern beschlossen haben, kann grundsätzlich jedem eine Booster-Impfung angeboten werden. "Ältere Personen, Menschen mit Vorerkrankungen und medizinisches und pflegerisches Personal" sollten jedoch Vorrang haben. Die Impfung solle frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfung erfolgen, und zwar mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder für Über-30-Jährige auch mit Moderna).

Details finden sich in den GMK-Beschlüssen vom 6. September und 5. November. Angeboten werden soll die Booster-Impfung demnach insbesondere diesen Menschen:

  • Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Pflegekräften in Pflegeeinrichtungen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und in weiteren Einrichtungen mit vulnerablen, sprich "verwundbaren", Gruppen
  • Personen mit einer Immunschwäche oder einer Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsuppression)
  • Pflegebedürftige, die zu Hause leben
  • Menschen ab 60 Jahren "nach individueller Abwägung, ärztlicher Beratung und Entscheidung"
  • Menschen, die regelmäßig in Kontakt mit infektiösen Menschen stehen, "z. B. medizinisches Personal ambulant und stationär, Personal des Rettungsdienstes, mobile Impfteams"
  • "Ergänzend können im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten und nach ärztlicher Beurteilung und Entscheidung Auffrischimpfungen grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen." (Beschluss vom 05.11.2021)

Warum erhalten Astrazeneca- und Johnson-&-Johnson-Geimpfte eine Kreuz-Impfung als Auffrischung?

Menschen, die mit dem Vektor-Impfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, haben laut Studien nicht denselben Impfschutz wie jene, die mit Biontech oder Moderna geimpft wurden. Daher empfiehlt die Stiko ihnen eine Kreuzimpfung mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe, was die Schutzwirkung deutlich erhöht.

Johnson-&-Johnson-Geimpften wird außerdem früher als üblich eine Auffrischungsimpfung empfohlen. Die Auffrischungs-Kreuzimpfung soll bereits vier Wochen nach der Erstimpfung erfolgen (für den Impfstoff von Johnson & Johnson ist keine Zweitimpfung vorgesehen).

Warum werden für die Booster-Impfungen nur mRNA-Impfstoffe empfohlen?

Der Schutz vor einer Corona-Erkrankung ist bei den Vektor-Impfstoffen von Astrazeneca oder Johnson & Johnson niedriger als bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna.

Eine Grafik zur Impfwirkung der Impfstoffe Johnson-Johnson, Biontech, Moderna und Astrazeneca.

Ist die Auffrischungsimpfung überhaupt nötig?

Empfohlen wird eine dritte Impfung, weil der Schutz nach einer zweimaligen Corona-Grundimmunisierung mit der Zeit nachlässt, so die Stiko.

Im höheren Alter falle die Immunantwort nach der Impfung zudem insgesamt geringer aus. Aus diesen Gründen könnten sogenannte Impfdurchbrüche - also Erkrankungen trotz vollständiger Impfungen - häufiger zu schweren Krankheitsverläufen führen.

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Welche Empfehlung zum Boostern gibt es für Genesene?

Genesene, die nach sechs Monaten geimpft wurden, sollten die Booster-Impfung in der Regel sechs Monate nach der vorangegangenen Impfung bekommen. So sagt es die Stiko. Geimpfte, die sich nach der ersten oder zweiten Impfung mit Corona infiziert haben, sollten sechs Monate nach der Infektion eine Booster-Impfung bekommen.

Kann das Boostern gleichzeitig mit der Grippeimpfung erfolgen?

Ja. Eine Grippe-Impfung kann gleichzeitig mit dem Boostern stattfinden. So sagt es die Ständige Impfkommission (Stiko). Geimpft wird dann in unterschiedliche Arme. Es kann allerdings passieren, dass die Impfreaktionen, also leichten Nebenwirkungen, etwas stärker ausfallen.

Wo erhält man die Booster-Impfung?

Auffrischungsimpfungen erhält man insbesondere bei Haus-, Fach- und Betriebsärzten. Es gibt aber auch viele weitere Möglichkeiten, sich boostern zu lassen, teilweise in Gesundheitsämtern, in anderen kommunalen Impfstellen oder bei mobilen Impfteams.

Muss man für die Booster-Impfung bezahlen?

Nein. Laut Bundesgesundheitsministerium sind alle Corona-Impfungen, die nach der Impfverordnung erfolgen, für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos. Das gilt auch für die Auffrischungsimpfungen.

Muss man sich künftig alle paar Monate impfen lassen?

Diese Frage lässt sich noch nicht beantworten. Bislang gibt es nur Vermutungen. "Das wird man beobachten müssen, denn es ist unklar, ob der Impfling ein Jahr nach der Impfung noch geschützt ist", so der Mainzer Virologe Bodo Plachter.

Der Impfstoffforscher Leif Erik Sander von der Charité Berlin rechnet indes nicht damit, dass die Corona-Impfung nun im jährlichen Abstand oder gar alle halbe Jahre erfolgen muss.  

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Stand: 03.12.2021, 06:00

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