Astrazeneca - Habe ich einen Zweite-Klasse-Impfstoff bekommen?

Astrazeneca - Habe ich einen Zweite-Klasse-Impfstoff bekommen?

Die in Europa zuerst zugelassenen mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna überraschten mit einer sehr hohen Wirksamkeit von etwa 95 Prozent. Dem Vektorimpfstoff von Astrazeneca wurde von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zunächst nur eine Wirksamkeit von etwa 60 Prozent bescheinigt. Ist dieser Impfstoff deshalb ein Impfstoff zweiter Klasse?

Die bisherige Studienlage zeigt: Keineswegs. Schon in den Zulassungsstudien zeigte sich: Probanden, die trotz Impfung an Covid-19 erkrankten, mussten zumindest nicht im Krankenhaus behandelt werden - selbst wenn sie nur eine der zwei Impfdosen verabreicht bekamen. Allerdings nahmen an den Zulassungsstudien nur wenige Probanden teil.

Eine schottische Effektivitätsstudie mit hunderttausenden Geimpften hat später gezeigt: Der Astrazeneca-Impfstoff bietet einen 94-prozentigen Schutz vor einer Corona-Erkrankung, die im Krankenhaus behandelt werden muss, gemessen vier bis fünf Wochen nach nur einer Dosis.

Allerdings wird Astrazeneca in Deutschland nur noch eingeschränkt verimpft. Seit Ende März wird der Impfstoff nur noch an Über-60-Jährige verabreicht. Vorausgegangen waren mehrere Fälle von Impfkomplikationen mit besonders schwerer Sinusvenen-Thrombose, zum Teil mit Todesfolge.

Zwar gab die EMA nach einer Prüfung der Fälle am 7. April bekannt, dass sie zwischen den Sinusvenen-Thrombosen und den Astrazeneca-Impfungen tatsächlich einen Zusammenhang sehe. Trotzdem hält sie an der Zulassung des Impfstoffs für alle Altersgruppen ab 18 Jahren fest. "Der Nutzen des Wirkstoffes bei der Bekämpfung von Covid-19 ist deutlich höher zu bewerten als die Risiken", sagte EMA-Chefin Emer Cooke.

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Stand: 07.04.2021, 16:49