Corona-Tests: Kampf gegen die Dunkelziffer

Bei einer Person wird ein Rachenabstrich gemacht

Corona-Tests: Kampf gegen die Dunkelziffer

  • Zahl der Corona-Tests seit Mitte März ungefähr konstant
  • Weniger Tests wegen Obergrenze? Laschet sieht diese Gefahr nicht
  • Stadt Düsseldorf will Antikörpertests bei 1.000 Bürgern durchführen

Wie viele Corona-Tests werden derzeit durchgeführt?

In der Woche vom 20. bis zum 26. April wurden deutschlandweit laut Robert-Koch-Institut 347.578 Corona-Tests durchgeführt. Seit Mitte März liegt die Anzahl der Tests bundesweit in etwa auf dem gleichen Niveau. Damals wurden 348.619 Menschen getestet. Höchstwert war die erste Aprilwoche mit 408.348 Tests.

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) kündigte am Freitag (08.05.2020) eine eigene wissenschaftliche Studie zu Corona-Infektionen bei Kita-Kindern an. Mehrere tausend Kinder in NRW sollen über einen bestimmten Zeitraum kontinuierlich auf das Coronavirus getestet werden.

Welche Einfluss haben Tests auf die Lockerungen?

Wenn in einzelnen Landkreisen oder kreisfreien Städten innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auftreten, müssen die betroffenen Landkreise die neuen Lockerungen sofort wieder einschränken: Auf diese Vorgabe haben sich Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten geeinigt.

Corona-Regeln in Städtehand: "Realität suchen und annehmen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 08.05.2020 06:31 Min. Verfügbar bis 08.05.2021 WDR 5


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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte im WDR, er habe nicht die Sorge, dass nun vor Ort weniger getestet werde, um diese Grenze nicht zu reißen. Die Gesundheitsämter handelten verantwortlich.

Welche Tests gibt es?

Normalerweise wird der Coronatest mit einem Abstrich im Rachen gemacht, bei dem genetische Spuren des Virus gesucht werden. Fällt dieser positiv aus, zählt man als erkrankt. Der Test gilt als sehr zuverlässig.

Beim Antikörpertest wird das Blut eines Patienten untersucht. Finden sich dort Antikörper, hat der Untersuchte die Erkrankung - manchmal unbemerkt - schon hinter sich und gilt als immun. In Düsseldorf plant die Stadtverwaltung Antikörpertests an tausend zufällig ausgewählten Bewohnern. Das soll Rückschlüsse auf die Dunkelziffer der COVID-19-Fälle geben.

Ich will mich testen lassen. Was mache ich?

Manche große Krankenhäuser und Kliniken wie die Uniklinik Köln haben Corona-Teststationen eingerichtet, bei denen man einen Termin machen kann. Auch bei Hausärzten kann man Tests machen. Allerdings gilt das in der Regel nicht für Gesunde. Sie sollten sich nur testen lassen, wenn Sie den begründeten Verdacht haben, dass Sie an COVID-19 erkrankt sind und waren. Die Teststationen verlangen oft eine Überweisung des Hausarztes.

Warum gibt es keine Massentests an allen Bürgern in NRW?

Selbst wenn die Testkapazitäten vorhanden wären, wären die Behörden mit der Auswertung und Verarbeitung der Daten von 18 Millionen Menschen heillos überlastet. Schon bei der aktuellen Testanzahl gibt es einen Meldeverzug von mehreren Tagen. Dazu kommt: Der Test gibt nur den Zustand zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt wieder. Theoretisch kann man sich direkt nach dem Test infizieren. Ein negativer Test könnte viele Menschen in trügerischer Sicherheit wiegen.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt seit Mitte April "strategische Tests", etwa in Alten- und Pflegeheimen. Außerdem wurden in mehreren Hochhäusern und Studentenwohnheimen, in denen Erkrankte wohnten, Massentests durchgeführt.

Stand: 08.05.2020, 12:49

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