Als Schülerin in Corona-Quarantäne - Gastkolumne | Folge 1

Ein Porträtfoto von Luisa Tewes. Ein Mädchen mit schulterlangen Haaren, sie dreht sich ein bisschen zur Seite

Als Schülerin in Corona-Quarantäne - Gastkolumne | Folge 1

Von Luisa Tewes

  • Luisa Tewes (17) ist Schülerin
  • Ihre Schule wurde unter Quarantäne gestellt
  • Wie ist das Leben, wenn die Schule geschlossen ist?
  • Für uns schreibt sie eine Gastkolumne

Bis zum 5. März war mein Leben ganz normal. Ich war jeden Tag bis mindestens 14 Uhr in der Schule und habe nachmittags meine Freunde getroffen, habe Fahrstunden genommen oder bin zu meinen Hobbys gegangen. Wie immer in der Klausurphase war ich in der Zwischenzeit damit beschäftigt, zu lernen. Trotz der vielen Termine hatte alles seinen gewohnten Ablauf.

Vier Mitschülerinnen positiv getestet

Das alles änderte sich am 5. März, als wir nachmittags eine Mail bekamen, dass die Schule für voraussichtlich zwölf Tage schließen müsste, da vier Schülerinnen positiv auf Corona getestet wurden. Ich selbst hatte davon nichts mitbekommen, weil ich gerade erst vom Musikunterricht kam, hatte aber viele Nachrichten von meinen Freunden auf meinem Handy.

Viele Fragen

Nachdem ich mich zunächst über zwei Wochen extra Ferien gefreut habe, habe ich mir die ersten Fragen gestellt: Was passiert jetzt? Darf ich noch zu meinen Hobbys? Was muss ich beachten?

Ich bin nach Hause gefahren und habe die Nachrichten verfolgt. Meine Stufe war in häuslicher Quarantäne, weil eine Mitschülerin von uns positiv getestet wurde.

Gesundheitsamt und Schule melden sich

Vom Gesundheitsamt kam die Nachricht, dass ich unter anderem den Kontakt zu anderen Personen minimieren und sie bei Symptomen darüber informieren soll. Auch die Schulleitung informierte uns über den aktuellen Stand der Situation und versorgte uns mit Informationen, wie wir uns am besten verhalten sollten. Sie gaben uns auch einen neuen Klausurplan für die Zeit nach der Quarantäne.

Das beruhigte meine Freundinnen und mich aber trotzdem war die Situation für alle ungewohnt. Das alles wirkte auf mich etwas surreal.

Aufgaben per Mail

Ich hatte am Freitag das Gefühl, dass wir einfach ein verlängertes Wochenende hätten. Das änderte sich dann, als wir die ersten Aufgaben per Mail erhielten, mit denen uns unsere Lehrer versorgten und als ich meine Pläne für die nächsten Tage absagen musste. Mit der Zeit haben wir dann alle verstanden, dass die Situation wirklich real ist und wir in nächster Zeit wohl nicht zur Schule gehen werden.

Angst vor dem Virus?

Häufig werde ich gefragt, ob ich Angst vor dem Virus habe. Nein, ich habe keine Angst davor krank zu werden, weil ich davon ausgehe, dass es für mich wahrscheinlich nicht schlimmer als eine Grippe wäre. Für andere schon. Deshalb möchte ich natürlich auch niemanden anstecken und deshalb kann ich mich mit den Maßnahmen abfinden.

Ich bin gespannt, was in nächster Zeit passieren wird.

  • 17 Jahre alt
  • Geht in die Q1 der Marienschule Münster
  • Schülersprecherin

Stand: 16.03.2020, 12:56

Weitere Themen