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Neue Omikron-Varianten: RKI erwartet im Sommer steigende Corona-Zahlen

Stand: 10.06.2022, 12:39 Uhr

Das Robert Koch-Institut rechnet schon im Sommer mit einer starken Ausbreitung ansteckenderer Omikron-Varianten in Deutschland. Der Anteil der neuen Subtypen verdoppelt sich von Woche zu Woche.

"Das aktuell stärkste Wachstum zeigt der Anteil der Sublinien BA.4 und BA.5", schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) im Corona-Wochenbericht von Donnerstagabend. Dies lasse darauf schließen, dass diese Erreger in wenigen Wochen die Mehrzahl der Nachweise in Deutschland ausmachen dürften.

BA.5 hat laut Bericht in einer Stichprobe von vorletzter Woche einen Anteil von zehn Prozent - damit setzte sich die Verdopplung von Woche zu Woche fort. Bei BA.4 sind es 2,1 Prozent, auch dies ungefähr eine Verdopplung zu früheren Werten.

RKI sieht keine Belege für schwerere Verläufe

Auch wenn es nach Berichten aus Portugal Sorgen vor einer womöglich wieder wachsenden Krankheitsschwere gibt, sieht das RKI dafür bisher keine Belege. Die bisherigen Daten ließen nicht darauf schließen, dass Infektionen mit BA.4 oder BA.5 schwerere Krankheitsverläufe oder anteilig mehr Todesfälle verursachten als die Sublinien BA.1 und BA.2, schreibt das Institut.

Diese hatten die vergangenen Wellen verursacht. BA.2 war kürzlich noch in annähernd jeder positiven Probe gefunden worden, die in die Untersuchung einfloss - mittlerweile ist der Wert auf 87,5 Prozent abgesunken.

Erneute Infektionsgefahr für Risikogruppen

"Aller Voraussicht nach werden sich diese beiden Sublinien stärker verbreiten, so dass es auch insgesamt zu einem Anstieg der Infektionszahlen und einem erneut verstärkten Infektionsdruck auf vulnerable Personengruppen schon im Sommer kommen kann", warnt das RKI.

Saisonale Effekte - die das Virus eigentlich ein Stück weit ausbremsen - könnten die Verbreitung dieser Varianten nicht ausgleichen, wenn Verhaltensregeln nicht mehr beachtet werden.

Inzidenz in Nordrhein-Westfalen wieder gestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infizierten ist in Nordrhein-Westfalen auf 377,1 deutlich gestiegen. Dies teilte das Robert Koch-Institut am Freitagmorgen mit. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Woche bei 322,5 gelegen (Vorwoche: 277,6).

Inzidenz liefert nur unvollständiges Bild

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl von Fällen aus, die nicht vom RKI erfasst wurden – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen.

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