Corona-Krise: Run auf Baumärkte hält an

Eine Warteschlange vor einem Baumarkt in Köln

Corona-Krise: Run auf Baumärkte hält an

  • Verkauf in Baumärkten geht weiter
  • Grund: essentielles Sortiment
  • Märkte begrenzen Zugang für Kunden

Vor einem Baumarkt im Kölner Stadtteil Ehrenfeld haben sich am Samstagvormittag (04.04.2020) lange Schlangen gebildet. Das Sicherheitspersonal gibt den Eingang nur dann kurz frei, wenn andere Kunden den Markt verlassen. Jeden Morgen bietet sich hier das gleiche Bild. Seit fast der gesamte Einzelhandel in NRW wegen Corona schließen musste, hat ein wahrer Run auf Baumärkte und Gartencenter begonnen.

Aufruf zum Einkauf in den Randzeiten

Zum Start der Osterferien dürfte sich der Andrang weiter verstärken: Gärten müssen gepflegt und Winterschäden am Haus behoben werden. Mehrere Baumärkte haben deshalb ihre Kunden dazu aufgerufen, ihren Besuch möglichst in die frühen oder späten Verkaufsstunden zu legen, wenn der Andrang nicht so groß ist.

Ende der Corona-Starre: "Da kann man kein Datum nennen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 31.03.2020 05:49 Min. Verfügbar bis 30.03.2021 WDR 5

Download

Dass die Baumärkte überhaupt noch öffnen dürfen, ist mit dem essentiellen Sortiment begründet. Wer keine Zentralheizung hat, muss sich dennoch mit Gas, Holz und Kohle versorgen können. Außerdem gibt es dort dringend benötigte Ersatzteile, zum Beispiel wenn die Toilette klemmt.

Wer sich in den letzten Tagen in einem Baumarkt umgesehen hat, konnte sich aber selbst davon überzeugen, dass der meiste Umsatz offenbar mit Garten- und Renovierungsprodukten gemacht wird. Also mit Artikeln, die nicht unbedingt lebensnotwendig sind. Auch vor diesem Hintergrund ist fraglich, warum ausgerechnet Baumärkte gegenüber anderen Fachgeschäften bevorzugt werden.

Strengere Regeln in Bayern, Sachsen und Mecklenburg

In anderen Bundesländern gehen die Behörden erheblich strenger vor: In Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern dürfen Baumärkte nur professionelle Handwerker versorgen. In Niedersachsen wurden die Märkte erst an diesem Samstag wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.

Vielleicht ist es die Furcht der Marktbetreiber, ihre Privilegien zu verlieren, die sie zu besonders strikten Zugangsregeln motiviert hat. So hat zum Beispiel Bauhaus die Anzahl von Kunden, die sich zeitgleich im Markt aufhalten dürfen, stark limitiert. Wo immer möglich müssen die Kunden unterschiedliche Ein- und Ausgänge benutzen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Ziel: ein Kunde, zehn Quadratmeter

Zusätzlich gibt es Einlasskontrollen, Schutzwände vor den Kassen und Abstandsmarkierungen. Das Ziel ist: maximal ein Kunde auf durchschnittlich zehn Quadratmetern. Sollte aber in den Osterferien der Andrang weiter zunehmen und die Infektionsgefahr in der Warteschlange steigen, könnten die Kunden bald auch dort vor geschlossenen Türen stehen.

WDR extra: Frühlingswetter und Kontaktverbot WDR extra 03.04.2020 30:15 Min. UT DGS Verfügbar bis 03.04.2021 WDR

Stand: 04.04.2020, 14:49