Sicheres Radfahren: Tempo 30 auch in NRW-Städten?

Das Bild zeigt Verkehrsschilder, die auf eine Tempo 30-Zone hinweisen.

Sicheres Radfahren: Tempo 30 auch in NRW-Städten?

  • Bundesregierung will Radverkehr sicherer machen
  • Bundestag diskutierte über Tempo 30 in Städten
  • Begründung: Weniger Unfälle durch geringeres Tempo

Tempo 30 kann sich sehr langsam anfühlen – vor allem, wenn man es eilig hat. Jeder Radfahrer, der auf einem schlecht befestigten Radweg entlang einer Hauptverkehrsstraße von Autos mit Tempo 50 überholt wird, fühlt aber wohl das genaue Gegenteil.

Selbst der ADAC hält Tempo 30 für sinnvoll – an bestimmten Stellen. Am Freitag (17.01.2020) hat der Bundestag darüber beraten, wie es die Regierung Städten einfacher machen kann, solche Geschwindigkeitsbegrenzungen einzurichten.

Was will die Bundesregierung?

Im Rahmen der Mobilitätsoffensive will die Bundesregierung den Radverkehr fördern. Das Problem ist jedoch, dass seit Jahren zwar die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer sinkt, die der tödlich verunglückten Radfahrer aber sogar wieder gestiegen ist. Um vor allem den Verkehr in den Städten sicherer für Fahrradfahrer zu machen, will die GroKo die Straßenverkehrsordnung (StVO) überarbeiten.

In der Bundestagssitzung wurde unter anderem der Vorschlag des Verkehrsministeriums diskutiert, der es Kommunen erleichtern soll, Tempo 30 für ganze Straßen einzurichten. Dieser geht den Grünen jedoch nicht weit genug. Sie möchten innerorts auf allen Straßen Tempo 30 einführen.

Was spricht für eine solche Regelung?

Der ADFC begrüßt die Diskussion im Bundestag. "Wir treten schon lange für Tempo 30 in den Städten ein", sagt Bundesverbandssprecherin Johanna Weidauer. Das geringere Tempo sorge unter anderem für eine bessere Übersicht der Autofahrer, kürzere Bremswege und verhindere so Unfälle.

"Und wenn es doch zu einem Unfall kommt, geht dieser wegen der geringeren Geschwindigkeit glimpflicher aus." Zur Erinnerung: Der Anhalteweg bei Tempo 30 liegt bei 13,3 Metern, bei Tempo 50 bei 27,7.

Tempo 30 kann Schadstoffe reduzieren

COSMO Daily Good News 06.01.2020 01:26 Min. Verfügbar bis 05.01.2021 COSMO

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Das bestätigt auch die Stadt Köln. Dort wurde auf den sogenannten Ringen rund um die Innenstadt sukzessive die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer begrenzt. Seitdem ist die Zahl der Unfälle laut Verwaltung um 40 Prozent zurückgegangen.

Auch auf der Bergisch Gladbacher Straße, einer großen Ausfallstraße im Osten von Köln, ist im September 2019 auf einer Strecke von sieben Kilometern Tempo 30 eingeführt worden – was nach Angaben der Stadt auch eine geringere Schadstoffbelastung sowie eine geringere Lärmbelästigung zur Folge hat.

Dass Autos auch mit Tempo 50 in der Stadt unterwegs sind, will der ADFC nicht komplett verbieten. "Die Kommunen sollten nur begründen müssen, warum sie es an bestimmten Stellen einrichten wollen", sagt Weidauer. "So wie es derzeit für Tempo-30-Straßen und -Zonen gefordert wird."

Stand: 18.01.2020, 06:00

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